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Förderakzent 2021 «Continuer» – Eine Schauspielerin und ihr Vorhaben

Karin Mauer sitzt am Tisch

Bild vergrössern © Karin Maurer

Wann Kreativität entsteht oder was die rechte Hirnhälfte mit dem Förderakzent 2021 zu tun hat

«Was macht eigentlich meine rechte Hirnhälfte?» fragt sich Karin Maurer in ihrem Gesuch zum Förderakzent 2021. Dieser Hirnhälfte will sie mehr Raum geben und Ideen zulassen, die nicht in die gewohnten Kategorien passen. Als Schauspielerin und Regisseurin sucht sie nach einem neuen, noch wenig genutzten Zugang zu Kreativität. Welche Formen von Theater gibt es denn? Wie kann ich Neues erfinden, ohne stets auf die gewohnten Muster zurückzugreifen, ohne alle neuen Ideen in die alten Kategorien zu stecken? Wie kann ich eine Idee zulassen, welche nicht in meine Vorstellung von «gutem Theater» passt?

Angetrieben von ihrem Wissensdurst, begann Karin Maurer im Frühling mit der Recherche und las sich durch etliche neurowissenschaftliche Bücher. Ihre Augen leuchten, als sie von ihren neu gewonnenen Erkenntnissen erzählt: «Je mehr ich darüber lese, desto faszinierender und desto komplizierter wird es». Der rechten Hirnhälfte wird die Gegenwärtigkeit zugeschrieben, das bildhafte, intuitive sowie ganzheitliche Denken. In der linken Hirnhälfte ist unser Sprachzentrum verortet, wie auch das kategorische und analytische Denken. Kommen neue Ideen auf, übernimmt die linke Hirnhälfte die Aufgabe, die Ideen zu analysieren, zu werten und einzuordnen. Was geschieht, wenn diese Aufgabe übersprungen wird?

Im Verlaufe ihres Vorhabens verschob sich der Fokus von der theoretischen Annäherung an die zwei Hirnhälften auf den Versuch, einen Zustand hervorzurufen, in dem man sich verliert, in dem die Vernunftebene ausgeschaltet ist und man aufhört, analytisch zu werten. Der Zustand, in dem ungefilterte Kreativität entstehen kann. Karin Maurer unterzog sich verschiedenen Experimenten, um bewusst die rechte Hirnhälfte zu aktivieren. Die Experimente fanden beispielsweise in einem leeren Raum, beim Klavierspiel oder auf einem öffentlichen Platz statt: Sie nahm die Umgebung ganzheitlich wahr, hörte einen russischen Sprechtext als Melodie oder erstellte eine Zeichnung auf dem Kopf. Ohne dabei zu filtern oder zu kategorisieren.

Den Zustand habe sie bei den Versuchen ab und zu hervorrufen können. Sie sei aber auch schnell abgelenkt gewesen von den gewohnten Denkmustern, erzählt sie mit einem Schmunzeln. Ob sie diesen Zustand in ihre konkrete Arbeit integrieren könne, wenn beispielsweise Szene 3 nicht läuft, wie sie sollte, ist ihr noch nicht klar. Es sei aber ein Luxus, betont sie, sich überhaupt damit beschäftigen zu können. In den letzten eineinhalb Jahren hat sie aufgrund der pandemischen Situation viel Zeit alleine verbracht statt in Kollektiven, in denen sie sonst arbeitet. Sie hat das als Gelegenheit genommen, sich auf ihre eigene Arbeitsweise zu konzentrieren. Genau deshalb hat sie der Förderakzent 2021 besonders angesprochen. Für Forschung und Reflexion fehlt meist die Zeit. Dank der Unterstützung im Rahmen des Förderakzents kann sich Karin Mauer ohne Produktionsdruck mit dem eigenen Schaffen auseinandersetzen und ungewohnte Ansätze verfolgen.


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