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Tagesschulleitung

Der Kanton Bern regelt in Artikel 3 und 4 der Tagesschulverordnung (TSV) Grundsätze zum Personal in Tagesschulen. Tagesschulmitarbeitende (Leitung, Betreuende mit oder ohne pädagogische Ausbildung, weiteres Personal) sind jedoch in jedem Fall Angestellte der Gemeinde, und diese bestimmt als Arbeitgeberin die Anstellungsbedingungen. Diese Empfehlungen sollen die Gemeinden bei der Anstellung von Tagesschulleitungen unterstützen.

Ausbildung / Qualifikation 

Artikel 3 der TSV regelt, dass die Leitung einer Tagesschule von einer Person mit abgeschlossener pädagogischer oder sozialpädagogischer Ausbildung (PDF, 32 KB, 2 Seiten) übernommen werden muss. Weitere Qualifikationen (Weiterbildungen, Ausbildungen in anderen Bereichen) sind von den Aufgaben der Tagesschulleitung abhängig und werden durch die Gemeinde festgelegt. Wichtig ist, dass die Tagesschulleitung über Führungskompetenzen verfügt: Diese hat sie in einer Führungsausbildung erworben, und/oder sie verfügt bereits über Führungserfahrung. Die Führungsausbildung kann eine Tagesschulleitung auch nach dem Stellen-antritt erwerben.

Die Publikation «QuinTaS - Qualität in Tagesschulen / Tagesstrukturen» widmet ein ganzes Arbeitsbuch den Führungskompetenzen einer Leitung von Tagesschulen/Tagesstrukturen. Das Handbuch zeigt auf, dass das Arbeitsumfeld von Tagesschulleitungen sehr komplex ist, da es eine gute Verknüpfung von schulischen und ausserunterrichtlichen Situationen erfordert und äusserst multiprofessionell ist. Quintas nennt insbesondere neun beobachtbare und beurteilbare Kompetenzen einer Tagesschulleitung:

  • Problemlöse- und Analysefähigkeit
  • Motivation und Engagement
  • Entscheidungs- und Durchsetzungsvermögen
  • Projektmanagement, Planung und Organisation von Abläufen, welche zeitlich und organisatorisch Unterricht und Betreuung rhythmisieren
  • Schriftliche und mündliche Kommunikation
  • Selbstreflexion
  • Konflikt- und Kooperationsfähigkeit
  • Personalführung und -entwicklung zur berufsspezifischen Weiterentwicklung der Angestellten
  • Belastbarkeit

Die Erziehungsdirektion empfiehlt neuen Tagesschulleitungen, den Kurs «Führen in Tagesschulen» der PH Bern zu absolvieren, insbesondere, wenn noch keine Führungsausbildung vorhanden ist. 

Aufgaben einer Tagesschulleitung 

Die Aufgaben einer Tagesschulleitung entsprechen im Grundsatz denjenigen einer Schulleitung (Vortrag der Erziehungsdirektion an den Regierungsrat zur Tagesschul-verordnung, 2008, S.5), sind jedoch abhängig von den administrativen Strukturen in den Gemeinden, wie auch von der Grösse des Tagesschulangebots. Bei der Erstellung des Pflichtenhefts einer Tagesschulleitung ist eine Gemeinde flexibel und kann beispielsweise administrative Aufgaben wie die Rechnungsstellung an die Finanzverwaltung oder Fach-aufgaben wie Elterngespräche an Betreuungspersonen delegieren. Wichtig ist, dass eine klare Regelung der Zuständigkeiten besteht und die örtlichen Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Die Leitung einer Tagesschule umfasst insbesondere folgende Aufgaben:

  • Personalmanagement (Rekrutierung, Teamentwicklung, Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche, Weiterbildungen)
  • Pädagogische Leitung (Teamsitzungen, Umsetzung des pädagogischen Konzepts, Qualitätsentwicklung, Faktor 1.5-Kinder, Planung von Weiterbildungen im pädagogischen Bereich)
  • Zusammenarbeit mit der Schule, insbesondere der Schulleitung, aber auch den Lehrpersonen (Elterngespräche, Sitzungen, Umsetzung pädagogischer Konzepte)
  • Zusammenarbeit mit der Gemeinde
  • Elternarbeit (Information, Gespräche, Anlässe, Befragungen, Konfliktlösungen)
  • Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Administration (Verwalten der An- und Abmeldungen, Listen, Gruppeneinteilungen, Berechnung der Elterngebühren, Rechnungsstellung)
  • Budget und Finanzen
  • Planung und Organisation der Betreuung (Einsatzpläne, zusätzliche Betreuung bei
    Spezialanlässen der Schule, Vertretungen)
  • Verpflegung (Absprachen mit dem Küchenpersonal, Einsatzpläne Küchenpersonal, Absprachen mit dem Catering etc.)

Einige dieser Aufgaben fallen unabhängig von der Grösse einer Tagesschule an und be-dingen ein gewisses Sockelpensum für die Leitung. 

Anstellungsbedingungen

Die Höhe des Pensums, das zur Leitung benötigt wird, ist insbesondere abhängig von den Aufgaben einer Tagesschulleitung (Sockelpensum), aber auch von weiteren Faktoren wie beispielsweise der Anzahl Kinder, der Anzahl Mitarbeitenden, der Anzahl Lernenden oder der Anzahl Standorte einer Tagesschule. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben empfiehlt die Erziehungsdirektion den Gemeinden ein Pensum gemäss den Beispielen in der Orientierungshilfe Tagesschulleitung. Bei tieferen Pensen ist es sinnvoll, diese der Schulleitung zu übertragen oder eine Person für die Leitung anzustellen, die gleichzeitig in der Betreuung mitarbeitet. Der Arbeitsaufwand einer Tagesschulleitung variiert innerhalb eines Schuljahres, deshalb empfiehlt es sich, die Tagesschulleitung in flexiblen Arbeitszeitmodellen (bspw. Jahresarbeitszeit) anzustellen.

Der «Verein berner tagesschulen» hat für Tagesschulangebote mit pädagogischem Anspruch ein Tool zur Berechnung von Pensen entwickelt. Das Tool stützt sich auf Erfahrungswerte von rund 15 kleineren und grösseren Gemeinden des Kantons Bern und geht von einem Sockel von 15 Stellenprozenten aus, die für die Leitung einer Tagesschule benötigt werden. Es berücksichtigt zudem Faktoren wie die Anzahl Kinder, Anzahl Mitarbeitende oder auch organisatorische Aspekte wie die Verpflegung und den Transport.

Die Unterstellung der Tagesschulleitung regelt die Gemeinde. Im Falle einer eigenen Tages-schulleitung und einer räumlichen Einbindung im Schulhaus ist es sinnvoll, die Tagesschul-leitung der Schulleitung zu unterstellen (Tagesschulangebote. Leitfaden zur Einführung und Umsetzung. 2008, S.30. (PDF, 3 MB, 52 Seiten)). Leitungen von grossen Tagesschulen können auch direkt der Schulkommission unterstellt werden. Bestehen in einer Gemeinde mehrere Tagesschulangebote, ist es naheliegend, eine Aufteilung in eine operative Gesamtleitung und Betreuungsleitungen vor Ort vorzunehmen.

Das Gehalt einer Tagesschulleitung hängt sowohl von der Qualifikation (Führungsausbildung, Hochschulabschluss, weitere Zusatzausbildungen) als auch von den Aufgaben, der Unter-stellung und nicht zuletzt von der Grösse der Tagesschule (Anzahl Kinder, Standorte und Mitarbeitende) ab. Insbesondere die Personalführung ist in grossen Tagesschulen sehr anspruchsvoll: Das Team besteht aus Lehrpersonen, Personen mit pädagogischer oder sozialpädagogischer Ausbildung, Betreuungspersonen ohne pädagogische oder sozialpäda-gogische Ausbildung, Hilfspersonal, Lernenden, Praktikanten und Küchenpersonal.
Verfügt die Tagesschulleitung über eine Ausbildung auf Tertiärstufe, empfiehlt die Erziehungsdirektion mindestens eine Entlohnung nach der Gehaltsklasse 10 des Lehrer-anstellungsgesetzes (LAG). In grossen Tagesschulen mit mehreren Standorten, vielen Mitarbeitenden und komplexen Kooperationen kann eine Tagesschulleitung analog den Schulleitungen nach Gehaltsklasse 15 des LAG entschädigt werden.

Orientierungshilfe für Gemeinden


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