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Fragen zum Bedarf und zum Aufbau von Tagesschulen

Was versteht man unter Tagesschulmodulen?

Tagesschulangebote können aus einem, mehreren oder allen folgenden beschriebenen Modulen bestehen:

  • Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn
  • Mittagsbetreuung mit Verpflegung (inkl. Aufgabenbetreuung)
  • Nachmittagsbetreuung nach dem Unterricht oder an schulfreien Nachmittagen (inkl. Aufgabenbetreuung)

Die Tagesschule kann Module an allen oder nur an einzelnen Wochentagen anbieten.

Muss die Gemeinde jährlich eine Bedarfsumfrage machen, egal ob die Gemeinde ein Angebot führt oder nicht?

Die Gemeinde ist verpflichtet, jährlich den Bedarf nach sämtlichen Tagesschulmodulen (Montag bis Freitag, je Frühbetreuung, Mittagsbetreuung und Nachmittagsbetreuung) bei allen Eltern von Kindergarten- und Schulkindern zu erheben (Volksschulgesetz Artikel 14d, Absatz 2). Die Erziehungsdirektion bietet einen Fragebogen als Muster für eine Bedarfsumfrage auf ihrer Website an. Die Form der Bedarfsabklärung ist jedoch frei. So kann beispielsweise auch ein Informationsanlass im November oder Januar darüber Aufschluss geben, ob genügend Interessentinnen und Interessenten vorhanden sind, um ein neues Tagesschulangebot starten zu können.

Besuchen Schulkinder ab der 1. Klasse noch die Kita, sind sie ebenfalls zum Bedarf zu rechnen. Die Betreuung von Schulkindern ab der 1. Klasse in der Kita ist nur zulässig, wenn in der benötigten Zeit kein Tagesschulangebot besteht (Verordnung über die Angebote zur sozialen Integration, Artikel 9, Absatz 2).

Gemeinden, die bereits Tagesschulangebote führen, erheben den Bedarf direkt mittels Anmeldeformular. Dabei muss eine Anmeldung für alle Module an allen Wochentagen möglich sein.

Was tun, wenn in der Wohngemeinde kein Tagesschulangebot besteht?

Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, sich bei den zuständigen Behörden ihrer Gemeinde über den aktuellen Stand der Nachfrage zu erkundigen, z. B. was die neuste Bedarfsumfrage ergeben hat. Hat die Gemeinde trotz nachgewiesener Nachfrage von mindestens zehn Kindern für ein Modul kein Tagesschulangebot eingerichtet, sollten Sie das zuständige Schulinspektorat oder das für die Tagesschulen zuständige Amt der Erziehungsdirektion (Amt für Kindergarten, Volksschule und Beratung) darüber informieren.

Bieten Tagesschulen auch Ferienbetreuung an?

Ja, es gibt einige Tagesschulen, die die Kinder auch in den Ferien betreuen. Einige Gemeinden bieten eine Ferienbetreuung ausserhalb der Tagesschule an, z. B. in Zusammenarbeit mit der Kita.

Die Kosten für die Ferienbetreuung tragen die Gemeinden oder die Eltern selber. Der Kanton beteiligt sich ausschliesslich an der schulergänzenden Betreuung während der Schulzeit (195 Tage pro Jahr = 39 Wochen). Weitere Informationen zur Ferienbetreuung: www.erz.be.ch/ferienbetreuung.

Wann muss eine Gemeinde eine Tagesschule führen?

Artikel 14d des Volksschulgesetzes regelt, dass die Gemeinden mindestens diejenigen Tagesschulangebote führen, für die eine genügende Nachfrage besteht. Die Tagesschulverordnung erläutert in Artikel 2, Absatz 1, dass ein Tagesschulmodul (z. B. Mittagsbetreuung wöchentlich am Dienstag) geführt werden muss, sobald dafür eine Nachfrage von mindestens zehn Kindern besteht.

Eine Gemeinde plant den Aufbau einer Tagesschule oder möchte die bestehende Tagesschule ausbauen. Gibt es Weiterbildungen zum Thema?

Die Pädagogische Hochschule Bern unterstützt Gemeinden im Aufbau, Betrieb und der Evaluation ihrer Angebote der schulergänzenden Betreuung. Massgeschneidert und mit klaren Zielformulierungen. Informationen zum Angebot der PH Bern finden Sie auf https://www.phbern.ch/schule-und-weiterbildung/beratung.html.

Die PH Bern bietet auch verschiedene Weiterbildungen zum Aufbau und zum Betrieb einer Tagesschule an: www.phbern.ch/weiterbildung/tagesschulen.


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Informationen über diesen Webauftritt

https://www.erz.be.ch/erz/de/index/kindergarten_volksschule/kindergarten_volksschule/schulergaenzendemassnahmen/faq/bedarf-und-aufbau.html