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Einstufung

1. Die Einstufung einer Lehrkraft in 4 Schritten:

Schritt 1: Zuordnung zu Gehaltsklassen

Die Zuordnung zu den Gehaltsklassen und die Festlegung allfälliger Vorstufen erfolgt aufgrund des Anhangs 1  in Verbindung mit Art. 27 der Verordnung über die Anstellung der Lehrkräfte (LAV).
Verordnung über die Anstellung der Lehrkräfte (LAV)
Teilrevision der LAV per 1. August 2014 (PDF, 253 KB, 21 Seiten)

Schultyp / Unterrichtsbereich / Tätigkeit Gehaltsklasse
Basisstufe und Cycle élémentaire 6
Kindergarten 6
Primarstufe 6

Sekundarstufe I (ohne erstes Jahr des gymnasialen Bildungsgangs unterrichtet an einer Mittelschule)

10
Spezialunterricht Volksschule, Sonderschule (inkl. deren ambulante Dienste) 10
Co-Teaching Kindergarten, Basisstufe, Cycle élémentaire, Primarstufe 1 6
Co-Teaching Sekundarstufe I 10
Besondere Klassen Primar- und Sekundarstufe I 10
Mittelschulen inkl. erstes Jahr des gymnasialen Bildungsgangs 15
Berufsvorbereitende Schuljahre, Vorlehre 10
GIBS: berufspraktischer Unterricht 2 10
GIBS: berufliche Grundbildung 13
KBS: Wirtschaft, Recht, Gesellschaft, Sprachen, Naturwissenschaften, Geschichte 15
KBS: übrige Fächer 13
Berufsmatur, Handelsmittelschule 15
Höhere Berufsbildung, Weiterbildung 15
Unterrichtbegleitendes Personal 8

Fussnote 1: Lehrkräfte mit Master of Arts in Special Needs Education, Diplôme d'enseignement spécialisé: Gehaltsklasse 10 

Fussnote 2: Lehrkräfte mit Diplom für eidg. dipl. Berufsfachschullehrer/-in oder Lehrkräfte mit Bachelor- oder Masterabschluss: Gehaltsklasse 13

 

Schritt 2: Vorstufenabzug - Anfangsgehalt

Nicht erfüllte Ausbildungsanforderungen führen zu einer prozentualen Reduktion des Grundgehalts (Anhang 1A in Verbindung mit Art. 29 LAV).

"25%-Regel":

Für Fächer, für welche die Ausbildungsanforderungen gemäss Anhang 1A nicht erfüllt sind, wird kein Abzug vom Grundgehalt vorgenommen, sofern der Unterricht in diesen Fächern weniger als 25% des erteilten Pensums ausmacht. Zwingend ist ebenfalls, dass die Lektionen unter derselben Anstellungsbehörde geleistet und die Fächer in der gleichen Gehaltsklasse eingestuft werden.

Schritt 3: Anrechnung der Berufserfahrung (PDF, 42 KB, 5 Seiten)

Die Erfahrung innerhalb und ausserhalb des Berufs wird in Form von Erfahrungsjahren ausgedrückt und in Prozentwerte umgerechnet. Für die Anrechnung der Erfahrungszeit gilt:

  • Praxisjahre als Lehrkraft und betreuende oder leitende Tätigkeiten an Institutionen zur Betreuung, Erziehung und Bildung werden unabhängig vom Beschäftigungsgrad für die gesamte Dauer angerechnet. Erfahrung von weniger als einem Jahr ist anrechenbar, wenn die einzelne Anstellung mindestens drei Wochen gedauert hat.
  • Andere berufliche Tätigkeiten werden zur Hälfte der Dauer angerechnet.
  • Unterbrüche der beruflichen Tätigkeit zur Erfüllung von Elternpflichten (bis zur Vollendung des 16. Altersjahres des letztgeborenen Kindes) werden zur Hälfte der Dauer angerechnet.
  • Eine andere berufliche Tätigkeit kann auf Gesuch der Lehrkraft hin für die gesamte Dauer angerechnet werden, wenn sie zur Erfüllung des Berufsauftrages direkt dienlich ist.
  • Nicht angerechnet wird die Zeit der Aus- und Weiterbildung, einschliesslich der dazu gehörenden Praktika.
  • Praktika im Sinne von befristeten Stellen können nach Massgabe von Ziffer 1 oder 2 dieser Aufzählung angerechnet werden, wenn sie nach Abschluss einer Ausbildung übernommen wurden. Die Anrechnung erfolgt zur Hälfte der Dauer.
  • Die Zeit als Hilfsassistenz kann zur Hälfte der Dauer angerechnet werden.
  • Erfahrung innerhalb und ausserhalb des Berufs darf nicht mehrfach angerechnet werden.

Merkblätter als Hilfsmittel:

Merkblatt "Anrechnung von Erfahrungs- und Dienstzeit" (PDF, 42 KB, 5 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2010 bis 31. Juli 2011)" (PDF, 33 KB, 3 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2011 bis 31. Juli 2012)" (PDF, 29 KB, 3 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2012 bis 31. Juli 2013)" (PDF, 34 KB, 3 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2013 bis 31. Juli 2014)" (PDF, 42 KB, 3 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2014 bis 31. Juli 2015)" (PDF, 37 KB, 3 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2015 bis 31. Juli 2016)" (PDF, 79 KB, 3 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2016 bis 31. Juli 2017)" (PDF, 39 KB, 2 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2017 bis 31. Juli 2018)"  (PDF, 38 KB, 2 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2018 bis 31. Juli 2019)"  (PDF, 94 KB, 2 Seiten)

Merkblatt "Anrechnung der Berufserfahrung bei Neueinstufungen - Umwandlung in Prozent (gültig ab 1. August 2019 bis 31. Juli 2020)" (PDF, 232 KB, 2 Seiten)

Schritt 4: Individuelle Einstufung

Das Anfangsgehalt (in Prozent) addiert mit der Berufserfahrung (in Prozent) führt zur individuellen Einstufung. Ergibt die Anrechnung keine direkte Zuordnung zum Prozentwert einer Gehalts- oder Vorstufe, gilt automatisch der Wert der nächst höheren Gehalts- oder Vorstufe.
Merkblatt "Neueinstufung und Einstufungsverfügung" (PDF, 35 KB, 3 Seiten)

 

2. Beispiel einer Einstufung:

Ausgangslage:
Primarlehrkraft mit seminaristischer Ausbildung und 10-jähriger Berufserfahrung als Lehrkraft unterrichtet ab dem 1. August 2017 an Realklassen.  Wie ist die Einstufung?

Schritt 1: Zuordnung zu Gehaltsklassen:

Der Unterricht an Realklassen ist gemäss Anhang 1 LAV in die Gehaltsklasse 10 zugeordnet (Sekundarstufe 1).

Schritt 2: Vorstufenabzug - Anfangsgehalt:

Die Ausbildungsanforderungen gemäss Anhang 1A sind nicht erfüllt, weshalb ein Abzug vom Grundgehalt erfolgt. Die Ausbildungsanforderungen sind nicht vollständig, aber in wichtigen Teilen erfüllt. Deshalb erfolgt gemäss Art. 29 Abs. 2 LAV ein Abzug vom Grundgehalt von -10%. Der Vorstufenabzug von -10% ergibt somit ein Anfangsgehalt von 90%.

Schritt 3: Anrechnung der Berufserfahrung:

Die Berufserfahrung von 10 Jahren ergeben umgerechnet 19.50%. 

Schritt 4: Individuelle Einstufung:

Das Anfangsgehalt (90%) addiert mit der Berufserfahrung (19.50%) ergibt ein anrechenbarer Prozentwert am Grundgehalt von 109.50%. Dieser Prozentwert entspricht auf der Gehaltsklassentabelle der Gehaltsstufe 13.
Die individuelle Einstufung erfolgt somit in der Gehaltsklasse 10 mit 13 Gehaltsstufen. 

3. Gehaltseinstufung von Schulleiterinnen und Schulleiter an der Volksschule

Für Stelleninhaberinnen und Stelleninhaber einer Schulleitungsfunktion an der Volksschule wird der Abschluss einer vom Amt für Kindergarten, Volksschule und Beratung anerkannten Ausbildung für Schulleitungen vorausgesetzt. Bei fehlender Ausbildung erfolgt ein Abzug von 10 Prozent.

4. Sondereinstufung für die Sekundarstufe II

Für Lehrkräfte der Sekundarstufe II und der höheren Fachschulen kann auf den Abzug vom Grundgehalt wegen ganz oder teilweise fehlender abgeschlossener pädagogisch-didaktischer Ausbildung gemäss Artikel 29 Absätz 2 LAV ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn die Anstellungsbehörde Probleme bei der Rekrutierung von Spezialistinnen und Spezialisten nachweist, die betroffene Lehrkraft im entsprechenden Berufsfeld tätig war und die Schulleitung mit der betroffenen Lehrkraft das Nachholen der Ausbildung vereinbart hat.

Die Anstellungsbehörde hat ein begründetes Gesuch an die für die Einstufung zuständige Stelle im Einzelfall zu stellen.

5. Gesuche um Anrechnung von Gehaltsstufen für eine abgeschlossene qualifizierte Zusatzausbildung nach Art. 31 LAV

Eine abgeschlossene qualifizierte Zusatzausbildung kann durch die Anrechnung von zusätzlichen Gehaltsstufen berücksichtigt werden, sofern diese für die Ausübung der Funktion direkt umgesetzt werden kann. Damit eine Zusatzausbildung überhaupt auf ihre direkte Umsetzbarkeit hin überprüft werden kann, müssen zunächst folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Zusatzausbildung wurde nach Inkrafttreten von Art. 31 LAV (1. August 2007) abgeschlossen. Wenn die Zusatzausbildung vor dem 1. August 2007 abgeschlossen wurde, wird diese nur berücksichtigt, wenn sie über eine kantonale oder eidgenössische Zertifizierung bzw. Anerkennung verfügt. 

  • Die Zusatzausbildung ist abgeschlossen.

  • Die Zusatzausbildung ist für die Erfüllung des Berufsauftrages nicht zwingend (Bsp. Funktion: Unterricht auf der Primarstufe, Voraussetzung: Lehrdiplom für die Primarstufe). 

  • Die Ausbildung dauerte mindestens 300 Stunden oder führte zu 10 ECTS.

Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, kann die Lehrperson auf dem Dienstweg ein schriftliches Gesuch um Anrechnung von zusätzlichen Gehaltsstufen einreichen.

Detaillierte Informationen zu der Praxis Art. 31 LAV finden Sie im Merkblatt unter folgendem Link:
Merkblatt (PDF, 141 KB, 3 Seiten)

Lehrpersonen der Volksschule, Maturitätsschulen sowie der Schulen der Sekundarstufe II ohne eigene Gehaltsverarbeitung reichen das Gesuch, nach Einholung der Zustimmung der Schulleitung, direkt der Abteilung für Personaldienstleistungen (APD) der Erziehungsdirektion ein. Die APD erlässt die entsprechende Verfügung.
Gesuchsformular (Word, 32 KB, 2 Seiten)

Lehrpersonen der Sekundarstufe II mit eigener Gehaltsverarbeitung reichen das Gesuch an die für die Einstufung zuständige Stelle (bspw. Schulleitung) ein. Diese erlässt, nach Einholung der Zustimmung der APD, die entsprechende Verfügung.
Gesuchsformular  (Word, 32 KB, 1 Seite)


HINWEIS:

Grundsätzlich kann jederzeit ein Gesuch eingereicht werden, auch wenn bereits eine Verfügung erlassen wurde. Insbesondere, wenn es an der Anstellung grundlegende Änderungen gegeben hat (bspw. Umverteilung von Lektionen etc.), kann sich dies auf die direkte Umsetzbarkeit (Umfang und Ausmass) der Zusatzausbildung auswirken und eine Neubeurteilung ist angezeigt.

Beim Wechsel der Schulstufe (z.B. von Sekundarstufe I Regelunterricht zu besondere Klassen der Sekundarstufe I) ist die Anrechnung von zusätzlichen Gehaltsstufen für die neue Schulstufe neu zu überprüfen. Die Lehrperson hat dazu ein neues Gesuch einzureichen. Dasselbe gilt, wenn die Lehrperson eine andere Funktion bspw. in der Schulleitung übernimmt. 


Weitere Informationen

 


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