Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen

Neuerscheinung zur römischen Kleinstadt Petinesca

13. Januar 2020 – Medienmitteilung

Blick in das Haus 18 während der Ausgrabungen 1991 im Vorderberg (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Kathrin Glauser)

Bild vergrössern Blick in das Haus 18 während der Ausgrabungen 1991 im Vorderberg (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Kathrin Glauser)

Der Archäologische Dienst des Kantons Bern präsentiert eine neue zweibändige Publikation zu Studen-Petinesca. Die Bücher schliessen 35 Jahre nach der Entdeckung die wissenschaftlichen Auswertungen zum römischen Quartier im Vorderberg ab. Mitte der 1980er-Jahre kamen beim Kiesabbau am Vorderberg in Studen Reste von römischen Gebäuden zum Vorschein. Sie gehörten zu einem bis dahin unbekannten Quartier der Kleinstadt Petinesca, eine archäologische Fundstelle von nationaler Bedeutung. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern führte von 1985 bis 1992 umfassende Rettungsgrabungen durch und legte ein ganzes Quartier frei. An einer rund 240 Meter langen Strassenachse orientierten sich ein Dutzend Holzbauten aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., die im 2. und 3. Jahrhundert durch Steingebäude ersetzt wurden. Während die frühe Holzbebauung bereits 1995 und 2002 in zwei Monografien dokumentiert wurde, widmet sich eine neue Publikation den jüngeren Steinbauphasen. Insgesamt wurden im Vorderberg sieben Steingebäude erfasst. Wie es für römische Kleinstädte typisch ist, dienten sie verschiedenen Wohn- und Gewerbezwecken, im Vorderberg etwa dem Darren von Flachs oder Getreide und dem Gerben von Leder. Ein Haus sticht besonders hervor: Es verfügte über als Halbkeller ausgeformte Räume, die in zwei Fällen mit Wandmalereien ausgestattet waren. Aufgrund des Fundmaterials dürfte es sich um den Versammlungsraum einer Handwerkskorporation, möglicherweise der Gerber, gehandelt haben.

Angaben zur Publikation

Rudolf Zwahlen et al., Vicus Petinesca, Vorderberg. Die Steinbauphasen. Petinesca 5. 2 Bde. Bern 2020. Bd. 1 (Text): 288 Seiten, 325 Farbabbildungen; Bd. 2 (Kataloge und Tafeln): 248 Seiten, 176 Tafeln. Preis: CHF 68.–. ISBN 978-3-9525057-0-0. Erhältlich beim Archäologischen Dienst des Kantons Bern, adb@be.ch, Tel. 031 633 98 00, Tel. 031 380 14 80, oder im Buchhandel.

Öffentliche Buchpräsentation

Mittwoch, 22. Januar 2020, 18 Uhr, NMB Neues Museum Biel, Seevorstadt 52, Biel. Mit Bernadette Walter, Direktorin und Kuratorin NMB, Ludivine Marquis, Kuratorin Archäologie NMB, Christa Ebnöther, Ordinaria für Archäologie der Römischen Provinzen, Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern, und Adriano Boschetti, Kantonsarchäologe. Den thematischen Schwerpunkt der Veranstaltung bildet ein Vortrag von Rudolf Zwahlen zum Inhalt des Buches.


Bilder

Rekonstruktion der Halbkeller von Haus 18. (JPG, 1 MB) (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli)

Das Trinkgeschirr-Ensemble aus Haus 18. Der schwarze Becher im Vordergrund besitzt eine Inschrift, die als «FRATRI» zu lesen ist (lateinisch für «dem Bruder») und im Fundkontext wohl auf eine Handwerkskorporation («Bruderschaft») hinweist (JPG, 2 MB) (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha)

Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen


Weitere Informationen



Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.erz.be.ch/erz/de/index/direktion/ueber-die-direktion/aktuell.html