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Änderung des Gesetzes über die Berufsbildung Neues Finanzierungsmodell für die berufsvorbereitenden Schuljahre

20. September 2018 – Medienmitteilung

Künftig sollen die Gemeinden die Löhne der Lehrkräfte an den berufsvorbereitenden Schuljahren mitfinanzieren. Diese Massnahme ist Teil des Entlastungspakets 2018, das der Grosse Rat beschlossen hat. Entsprechend hat der Regierungsrat des Kantons Bern eine Änderung des Gesetzes über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung (BerG) zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Mit der Gesetzesänderung schafft er auch die rechtlichen Grundlagen für die Finanzierung der Berufsmeisterschaften «SwissSkills», damit diese regelmässig in Bern stattfinden könnten.

Die Erziehungsdirektion strebt an, dass nach der Volksschule möglichst viele Jugendliche direkt in eine Berufsbildung einsteigen oder an eine Mittelschule wechseln. Nicht zuletzt deshalb hat sich die Zahl der Jugendlichen, die noch ein berufsvorbereitendes Schuljahr (BVS) besuchen, in den letzten zehn Jahren halbiert. Die BVS sind nach wie vor eine wichtige Brücke in die Berufsbildung, insbesondere für Jugendliche mit Flüchtlingsstatus. Diese brauchen eine schulische Vorbereitung von insgesamt zwei bis drei Jahren, bis sie die erforderlichen Kompetenzen und das Sprachniveau erreicht haben, um in die Berufslehre einzusteigen. Gelingt die Integration der Jugendlichen nicht, drohen hohe soziale Kosten, die über den Lastenausgleich getragen werden müssen. Zudem übernehmen die berufsvorbereitenden Schuljahre «Praxis und Integration» heute einen Teil der Integrationsmassnahmen, die üblicherweise von Kanton und Gemeinden gemeinsam finanziert werden. Dank der Berufsbildung, der BVS und der Mittelschulen verfügen heute rund 95 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Kantone Bern einen Abschluss auf der Sekundarstufe II.

Nicht zuletzt wegen dieser Integrationsleistung hat der Regierungsrat im Rahmen des Entlastungspaket 2018 vorgeschlagen, dass die Gemeinden die Löhne der Lehrkräfte an den berufsvorbereitenden Schuljahren zu 30 Prozent mitfinanzieren sollen. 70 Prozent trägt weiterhin der Kanton. Dies entspricht dem Verhältnis, das auch bei der Finanzierung der Gehälter für die Volksschullehrpersonen gilt. Der Grosse Rat stimmte dieser Massnahme mit 98 zu 30 bei 16 Enthaltungen klar zu. Damit soll der Kantonshaushalt um jährlich 10 Millionen Franken entlastet werden. 

Gemischtes Modell für die Umsetzung

Ihren Anteil an den Kosten für die allgemeinbildenden berufsvorbereitenden Schuljahre sollen die Gemeinden verursacherbezogen tragen. Das heisst, nach der effektiven Anzahl Schülerinnen und Schüler, die sie in ein BVS schicken. Dies schafft für die Gemeinden Anreize, den Direkteinstieg der Jugendlichen ins Berufsleben stärker zu fördern.

Bei den Jugendlichen mit Flüchtlingsstatus, die vor allem die Integrationsangebote besuchen, schlägt der Regierungsrat eine sogenannte solidarische Finanzierung gemessen an der Wohnbevölkerung vor. Damit will er verhindern, dass Gemeinden mit einem hohen Anteil an Flüchtlingen benachteiligt werden.

SwissSkills sollen dauerhaft in Bern stattfinden

Mit der Änderung des Gesetzes über die Berufsbildung will der Regierungsrat auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Berufsmeisterschaften SwissSkills weiterhin in Bern stattfinden können. Mit der Gesetzesanpassung kann der Kanton Bern Beiträge für künftige Anlässe in Bern ausrichten, auch wenn eine weitere Unterstützung durch den Lotteriefonds nicht mehr möglich ist. Im Kanton Bern wünschen sich Politik, Wirtschaft und eine breite Öffentlichkeit weitere Durchführungen der SwissSkills. Der Entscheid, ob und in welcher Kadenz die zentralen Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills inskünftig stattfinden sollen, liegt bei der Stiftung SwissSkills, unter Einbezug der Organisationen der Arbeitswelt.

Der Grosse Rat wird die Änderung des Gesetzes über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung voraussichtlich in der Novembersession 2018 beraten. Der Regierungsrat schlägt vor, auf eine zweite Lesung zu verzichten.

Hinweis

Eine erste Bilanz von Erziehungsdirektorin Christine Häsler nach 100 Tagen im Amt
Anlässlich der Medienkonferenz zur Änderung des Gesetzes über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung zog Regierungsrätin Christine Häsler eine positive Bilanz zu ihren ersten rund drei Monaten als Erziehungsdirektorin. Der Einstieg sei gut gelungen, auch dank den eingespielten Teams und den erfahrenen Mitarbeitenden, die sie dabei unterstützt hätten. «Sie wolle das Klima der Offenheit, des Gesprächs, des gegenseitigen Verständnisses und des Vertrauens weiterführen.»

Der Dialog mit den Berufsverbänden, den Lehrpersonen, Schulleitungen sowie den Bildungs- und Kulturinstitutionen ist gemäss Christine Häsler sehr gut aufgegleist. Sie will ihn weiterführen und wenn möglich intensivieren. Sie will alle Akteure wenn immer möglich frühzeitig bei der Erarbeitung von Projekten und gesetzlichen Grundlagen einbeziehen: «Änderungen werden wir behutsam angehen und sorgfältig prüfen. Es wäre falsch, mit unbedachten Reformen Bewährtes auf den Kopf zu stellen.

Gezielt Rechnung tragen will Christine Häsler schliesslich auch dem Berner Jura und dem französischsprachigen Biel, die in der Bildungs- und Kulturpolitik des Kantons einen besonderen Status haben. Mit Besuchen in Biel und im Berner Jura hat Christine Häsler erste Kontakte zu den französischsprachigen Institutionen geknüpft und mit ihnen einen offenen Austausch über die aktuelle Situation geführt.

Mediendokumentation

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