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Archäologische Rettungsgrabungen auf Schloss Burgdorf Von der bronzezeitlichen Höhensiedlung zur Zähringerburg

10. August 2018 – Medienmitteilung

Seit Juni laufen die umfangreichen Bauarbeiten für das «Offene Schloss» in Burgdorf mit Jugendherberge, Gastronomie und Museum. Beim Rückbau der ehemaligen Gefängniszellen im alten Kornhaus gewann der Archäologische Dienst des Kantons Bern neue Erkenntnisse zur Gründungszeit der Burg. Zudem kamen überraschende Funde aus der Bronzezeit zum Vorschein. Am Donnerstag, 16. August 2018, hat die Bevölkerung die Gelegenheit, die Grabung zu besichtigen.

Bei den archäologischen Untersuchungen im Jahr 1973 im Burggraben wiesen bereits einige Funde auf eine bronzezeitliche Besiedlung hin. Die laufenden Grabungen erweitern nun die Erkenntnisse ganz wesentlich. Durch die mittelalterliche Burg gut geschützt, konnten sich herausragende Reste bronzezeitlicher Höhensiedlungen erhalten, die für den Kanton Bern und weit darüber hinaus einmalig sind. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern präsentiert der Bevölkerung seine Erkenntnisse und Funde an einem Tag des offenen Bodens. Dieser findet am Donnerstag, 16. August 2018, von 16 bis 20 Uhr statt. Treffpunkt ist der Haupteingang des Schlosses Burgdorf. Parkplätze stehen keine zur Verfügung. Es werden regelmässig Führungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern angeboten.

Eine 3000 Jahre alte Höhensiedlung

Die ältesten Spuren auf dem Burghügel reichen in die frühe Bronzezeit vor rund 3700 Jahren zurück. In der späten Bronzezeit (um 1050 bis 850 v. Chr.) befand sich auf dem Hügelsporn eine umfangreiche Höhensiedlung. Während Siedlungen dieser Zeit von Seeufern bekannt und gut untersucht sind, fand der Archäologische Dienst nun erstmals hervorragend erhaltene Zeugen aus dem Emmental.

Die eindrücklichsten Reste der Höhensiedlung sind Gruben im anstehenden Untergrund. Die grösste hat einen Durchmesser von vier Metern und ist mit mehreren übereinanderliegenden, stark verbrannten Lehmwänden ausgekleidet. Die Gruben sind verfüllt mit Brandschutt, der grosse Mengen an Keramik enthält, darunter teilweise aufwendig dekorierte Gefässe. Daneben fanden sich in der Grube Spinnwirtel, Webgewichte sowie Speisereste wie Tierknochen und verbrannte Getreidekörner. 

Neue Entdeckungen in der mittelalterlichen Burg

Die mittelalterliche Burganlage wurde bisher nur punktuell archäologisch erforscht. Insbesondere die Frühzeit der Anlage vor 1200 ist weitgehend unbekannt. Die erste schriftliche Nennung der Burg, «in Burgundia, in castello Burgdorf», fällt ins Jahr 1210. Nun konnten die Archäologinnen und Archäologen an der Nordseite die älteste steinerne Ringmauer freilegen. Sie gehört wohl zur Anlage, welche die Herzöge von Zähringen als prächtige Residenz um 1200 errichteten, und wurde drei Generationen später unter den Grafen von Kyburg von Grund auf erneuert. Der kyburgische Torturm kann erstmals archäologisch untersucht werden. Er sollte einst neuer Hauptzugang zur Burg werden, blieb aber unvollendet und wurde schon um 1300 zugemauert. 

Im Burghof stand innen an der nördlichen Ringmauer und neben der schriftlich bezeugten St. Margarethenkappelle eine gemauerte und sorgfältig ausgemörtelte Filterzisterne. Dieses mächtige Bauwerk ist bei den laufenden Ausgrabungen überraschenderweise entdeckt worden. In ihm wurde das Dachwasser gesammelt, um im Notfall die Wasserversorgung auf dem Burghügel sicherzustellen.

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