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Der Dolmen gibt seine Geheimnisse preis

Im Jahr 2012 untersuchte der Archäologische Dienst des Kantons Bern in Oberbipp ein jungsteinzeitliches Gemeinschaftsgrab. Das gut erhaltene Monument enthielt die Reste von mindestens 42 Bestattungen. Zwei Aufsätze stellen nun die Resultate der international beachteten Untersuchungen vor.

Das Forschungsprojekt zur anthropologischen und archäologischen Auswertung des aussergewöhnlichen Befundes wurde vom Schweizerischen Nationalfonds, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesamt für Kultur unterstützt und fand in einer Zusammenarbeit mit den Universitäten von Bern, Basel, Tübingen, und Jena statt. Im Jahrbuch des Archäologischen Dienstes 2020 präsentieren die beteiligten Forscherinnen und Forscher ihre wichtigsten Resultate in je einem Aufsatz zur Archäologie und zur Anthropologie.

Der Aufsatz «Der Dolmen von Oberbipp, Steingasse» umfasst die Geschichte des Dolmens und seiner vom Dorfbach geprägten Umgebung vom Bau über die Nutzung bis zur Zerstörung. Neben den archäologischen, mikromorphologischen und geologischen Resultaten werden die archäobiologischen Untersuchungen des Sediments aus der Grabkammer und die Funde der Nutzung des Areals von der Mittelsteinzeit bis ins Mittelalter vorgelegt.

Der zweite Beitrag «Bioarchäologische Untersuchungen der Knochen aus dem Dolmen von Oberbipp, Steingasse» beschäftigt sich mit der Bestimmung von Geschlecht, Sterbealter, Todesursache, Verwandtschaftsbeziehungen, Ernährung und Herkunft der Bestatteten. Bei den Toten handelte es sich um Mitglieder einer lokalen, bäuerlichen Bevölkerung beider Geschlechter und aus allen Altersgruppen. Gewalteinwirkung als Todesursache konnte nicht nachgewiesen werden, hingegen sprechen verheilte Verletzungen dafür, dass es sich um eine fürsorgliche Gesellschaft handelte.

Der Dolmen besteht aus Gneisblöcken, die der Rhone-Aaregletscher nach der letzten Eiszeit zurückliess. Da er in der Überschwemmungszone des Dorfbachs stand, wurde er im Laufe der Zeit unterspült und kippte etwas ab. Unter der rund 8 t schweren Deckplatte konnten sich die Skelettreste gut erhalten. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Dardel.

Bild vergrössern Der Dolmen besteht aus Gneisblöcken, die der Rhone-Aaregletscher nach der letzten Eiszeit zurückliess. Da er in der Überschwemmungszone des Dorfbachs stand, wurde er im Laufe der Zeit unterspült und kippte etwas ab. Unter der rund 8 t schweren Deckplatte konnten sich die Skelettreste gut erhalten. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Dardel.

Im Innern der Grabkammer konnten die Reste von mindestens 42 Bestattungen geborgen werden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Marianne Ramstein.

Bild vergrössern Im Innern der Grabkammer konnten die Reste von mindestens 42 Bestattungen geborgen werden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Marianne Ramstein.

Eine Rekonstruktion des Dolmens kann im Kirchhof von Oberbipp besichtigt werden. Verbaut sind die originale Deckplatte aus alpinem Gneis und die Bodenplatten aus lokalem Juragestein. Die schlecht erhaltenen Seitensteine mussten ersetzt werden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Marianne Ramstein.

Bild vergrössern Eine Rekonstruktion des Dolmens kann im Kirchhof von Oberbipp besichtigt werden. Verbaut sind die originale Deckplatte aus alpinem Gneis und die Bodenplatten aus lokalem Juragestein. Die schlecht erhaltenen Seitensteine mussten ersetzt werden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Marianne Ramstein.


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