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Ausgabe 6/2020

Zuversicht, zum Trotz

Die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben das kulturelle Leben im Kanton Bern in vielen Bereichen zum Erliegen gebracht. Das bringt Institutionen und Kulturschaffende in existenzielle Bedrängnis. Dieser unverschuldeten wirtschaftlichen Not soll mit entsprechenden staatlichen Massnahmen begegnet werden. Das Bundesparlament hat deshalb dem COVID-19-Gesetz zugestimmt. Darauf abgestützt hat der Bundesrat inzwischen eine Verordnung verabschiedet, die es den Kantonen ermöglicht, die wirkungsvolle Unterstützungsmassnahme der Ausfallentschädigungen für Kulturunternehmen weiterzuführen. Suisseculture Sociale wird in Zukunft alleine für Beiträge an Kulturschaffende und die Verbände werden für die Laienkultur zuständig sein. Beide werden mit Bundesgeldern gespeist.

Damit die Ausfallentschädigungen finanziert und entschieden werden können, braucht es auch auf Kantonsebene rechtliche Grundlagen. Diese werden von der Bildungs- und Kulturdirektion dem Regierungsrat zum Entscheid vorgelegt. Danach soll es ab Anfang Dezember wieder möglich sein, Gesuche um Ausfallentschädigungen für den Zeitraum ab 26. September einzureichen. Hälftig mit Kantons- und Bundesgeldern werden dann Kulturunternehmen unterstützt, deren Existenz bedroht ist. Das wird einen Teil der Schäden mildern, aber diese nicht tilgen. Es fehlen ja nicht nur Einnahmen aus Ticketverkäufen und Pausenbars. Es ging auch unglaublich viel Energie und Herzblut verloren, welche in bevorstehende Produktionen investiert wurden. Das geht bei vielen Kulturakteurinnen und -akteuren an die Substanz. Die Mitarbeitenden des Amtes für Kultur, die sich mit grossem Engagement für eine gerechte, effiziente und rasche Hilfe einsetzen, hoffen, nicht nur materiell Erleichterung zu bringen, sondern mit ihrer Arbeit auch Gefühlen der Resignation entgegenzuwirken. Wir brauchen Sie alle: Die Gesellschaft wird nach Bewältigung der Krise noch mehr auf ein sinnstiftendes Kulturleben angewiesen sein als vor der Krise.

Bis zu Beginn dieser Woche sind von den 1233 seit Anfang April eingegangenen Gesuchen 915 behandelt und 17,2 Mio. Franken an Ausfallentschädigungen ausbezahlt worden. Bis Ende Jahr werden alle Gesuche der ersten Phase abgerechnet und bis Ende Februar 2021 ausbezahlt sein. In der kommenden Phase, die bis Ende 2021 dauert, werden wir neben den Ausfallentschädigungen neu auch Beiträge an Transformationsprojekte ausrichten können. Diese sollen mithelfen, Publikum zurückzugewinnen, neue Kreise für kulturelle Angebote zu interessieren oder nötig gewordene Strukturanpassungen vorzunehmen. Bei diesem Förderinstrument wird die kantonale Kulturförderung auch vertieft mit den Förderstellen der Gemeinden zusammenarbeiten.

Die Berner Kulturförderung soll sich aber auch in diesen schwierigen Zeiten nicht auf Notmassnahmen beschränken, sondern alle ihre bestehenden vielfältigen Förderaktivitäten ausschöpfen. Der aktuelle Newsletter vermittelt einen Überblick, was in den vergangenen Wochen diesbezüglich geleistet wurde und was an Förderaktivitäten bevorsteht. Auch das vermittelt Zuversicht.

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur des Kantons Bern


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