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Sonderausstellung und Untersuchungen im Kloster Rüeggisberg

Seit Anfang Sommer 2020 ist im Museum des Klosters Rüeggisberg die Sonderausstellung «Bauhandwerk – Pilgerwesen – und Viehwirtschaft» zu sehen (Abb. 1). Sie findet im Rahmen des Sonderjahres 2020 zu «Lebendigen Traditionen» in Kooperation von Archäologischem Dienst des Kantons Bern und Naturpark Gantrisch statt und zeigt die kulturelle Verankerung des Klosters im Schwarzenburgerland vom Hochmittelalter bis heute. Die Ausstellung wird voraussichtlich bis zum Abschluss der Neuinszenierung der Klosterruine 2021/22 bestehen. Sie ist durchgehend geöffnet und frei zugänglich (maximal drei Personen gleichzeitig).

Das Kloster Rüeggisberg wurde um 1075 als älteste Niederlassung des Mönchsordens der Cluniazenser im deutschsprachigen Gebiet gegründet. Reste der um 1100 erbauten Klosterkirche haben sich bis heute erhalten. Seit 2019 werden sie in einer mehrjährigen Untersuchungs- und Sanierungskampagne dokumentiert und für die Nachwelt gesichert. Dazu gehört auch die systematische Kartierung von am Ort erhaltenen Farbresten auf Stein, Putz und Bauskulptur der Klosterkirche. Im Labor des Archäologischen Dienstes werden zudem Skulpturteile aus früheren Untersuchungen systematisch gereinigt und fotografisch dokumentiert.

Ebenso wurden im Mai 2020 Sondierungen in der ehemaligen Klosterkirche durchgeführt (Abb. 2). Sie zeigten, dass das mächtige Langhaus der Kirche nie fertiggestellt wurde. Die archäologischen Befunde bestätigen die Schriftquellen, die zeigen, dass dieses Kloster nie wirklich blühte und die wenigen Mönche ihr Chorgebet in einer Rumpfkirche abhielten. Nach dem Kloster auf der St. Petersinsel war Rüeggisberg also ein weiteres Cluniazenserpriorat mit einer nicht fertiggestellten Kirche. Es ist wohl kein Zufall, dass der Orden, der in Frankreich viele grosse Klöster besass, kaum weitere Niederlassungen im deutschsprachigen Raum errichtete.

Eine neue Dauerausstellung für das Museum ist für 2021 in Planung, ebenso ein neuer Besucherrundgang mit Informationstafeln und eine Publikation mit den Ergebnissen aus den Forschungen.

Blick in das Klostermuseum Rüeggisberg mit der temporären Sonderausstellung. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli

Bild vergrössern Blick in das Klostermuseum Rüeggisberg mit der temporären Sonderausstellung. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli

Sondierungen im ehemaligen Langhaus der Klosterkirche Rüeggisberg 2020. Im Hintergrund eingerüstet das erhaltene Mauerwerk des Nordquerhauses, rechts ein modernes Gebäude auf den Sockelmauern des Konventswesttraktes. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Ryter

Bild vergrössern Sondierungen im ehemaligen Langhaus der Klosterkirche Rüeggisberg 2020. Im Hintergrund eingerüstet das erhaltene Mauerwerk des Nordquerhauses, rechts ein modernes Gebäude auf den Sockelmauern des Konventswesttraktes. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Ryter


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