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Ausgabe 5/2020

Weiterbauen

Wer im Rahmen der Stellensuche schon mal ein Assessment durchlaufen hat, kennt die Testaufgaben zur verbalen Intelligenz. Da wird zum Beispiel nach der Gemeinsamkeit innerhalb einer bestimmten Wortgruppe gefragt. So könnte nach dem gemeinsamen Nenner von Moutier, Burgdorf, Hofstetten und Kallnach gefragt werden? Mal abgesehen von der Kantonszugehörigkeit verbirgt sich bei der Aufzählung dieser vier Gemeinden weder ein zusammengehörender Wortstamm noch eine verbindende statistische Auffälligkeit. Findige Leserinnen und Leser erkennen rasch, dass Moutier aus der Reihe tanzt, was die alphabetische Reihenfolge betrifft. Es gibt aber sehr wohl eine Übereinstimmung: alle vier Gemeinden beteiligen sich an den Europäischen Tagen des Denkmals.

Am 12. und 13. September gilt in der ganzen Schweiz die Aufforderung «hereinspaziert». Interessante Baudenkmäler öffnen Tür und Tor. Das verbindende Thema lautet «Weiterbauen» und rückt die Siedlungsentwicklung ins Zentrum. Wie kann bei einer sinnvollen Verdichtung das baukulturelle Erbe seinen Stellenwert behalten, vielleicht sogar eine Siedlungsentwicklung akzentuieren? Wie kann bei einer Umnutzung eines denkmalgeschützten Hauses die Substanz und seine Wirkung erhalten bleiben? Die diesjährigen Tage des Denkmals rücken gelungene Beispiele ins Licht und schärfen die Wahrnehmung des immensen Wertes des baukulturellen Erbes auf unsere Umgebung. Doch nicht nur das: Auch die Wirkung auf die Lebensqualität und auf das Befinden der Menschen, die in Bezug zu den Objekten, Siedlungen und Kulturlandschaften stehen.

In Moutier lässt sich eine gelungene Transformation eines Bürogebäudes in Wohnraum anhand des Tour Bechler zeigen. In Burgdorf kann die Entwicklung eines Altstadthauses über die Jahrhunderte nachvollzogen werden. Hofstetten lockt bekanntlich mit dem Ballenberg, der Bauernhäuser in Museumsobjekte verwandelt und in neue Beziehungen setzt. Und im Kallnechwald zeigen die Mitarbeitenden des Archäologischen Dienstes, wie die Kelten über Jahrhunderte Grabhügel erweiterten und verdichteten. Diese und 18 weitere Angebote im Kanton Bern sind sorgfältig vorbereitet, um Ihren denkmalpflegerischen Horizont zu erweitern. Zwar werden Sie damit nicht explizit die verbale Intelligenz trainieren, aber ganz bestimmt Ihre Wahrnehmungsfähigkeit und Urteilungskraft stärken, was sich für ein nächstes Assessment, vor allem aber in der Beurteilung dringender Zeitfragen und politischer Entscheidungen, positiv niederschlagen wird.

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur des Kantons Bern


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