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Neuerscheinung zum mittelalterlichen Langenthal

Im Zentrum von Langenthal führten die Umgestaltung des Wuhrplatzes und der Neubau von Mehrfamilienhäusern 2009 bis 2012 zu archäologische Grabungen. Diese brachten die Reste des Dorfes Langatun aus dem 7./8. bis 12. Jahrhundert ans Tageslicht. Nun wurden die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen in einer neuen Publikation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bei den archäologischen Grabungen auf dem Langenthaler Wuhrplatz 2009 bis 2012 kamen Pfostengruben und kleine Werkhütten zum Vorschein, die uns einen kleinen Bereich des damaligen Ortes zeigen. Im Boden erhalten blieben zudem Keramikscherben, Steingeräte, Tierknochen und einige Reste von Pflanzen.

Insbesondere die Kochtöpfe lassen sich gut mit jenen aus dem Basler Raum jenseits des Juras vergleichen. Zusammen mit den aus historischer Quelle bekannten Grundeigentümern aus Oberschwaben im 9. Jahrhundert weist dies auf eine wirtschaftliche Ausrichtung Langenthals nach Norden hin. Diese wirtschaftlichen Beziehungen endeten wohl um die Jahrtausendwende.

Demgegenüber zeigen die angebauten Pflanzen, die Tiere und die übrigen Gerätschaften ein durchaus übliches Bild des ländlichen Lebens jener Zeit, das geprägt war vom Erwirtschaften der täglichen Güter für die Abgaben an die Grundherren und das Sichern der eigenen Existenz: ein bescheidenes Leben, das wenig Spuren für die Nachwelt im Boden hinterliess.

Aus unbekanntem Grund wurde dieser Bereich des Dorfes aufgegeben und im 13. Jahrhundert neu als Wässermatte genutzt. In deren Sedimenten und um ein kleines Gebäude aus dieser Zeit lagen Stücke gebrannten Tons, die aus der Produktion des Klosters St. Urban stammen. Sie liefern den Hinweis, dass die neue Bewirtschaftung durch die Mönche initiiert wurde, deren Einfluss in Langenthal in dieser Zeit markant zunahm. Bevor im 18./19. Jahrhundert wieder Menschen hier ihre Häuser bauten, blieb das Gebiet wenig genutzt und wurde mehrfach von Hochwassern der Langete getroffen, die Teile der älteren Siedlung weggespülten.

Blick auf die Fundstelle im Langenthaler Wuhrquartier. Die Bauarbeiten haben im Vordergrund bereits begonnen, im Hintergrund ist die archäologische Ausgrabung am Laufen. 
© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha

Bild vergrössern Blick auf die Fundstelle im Langenthaler Wuhrquartier. Die Bauarbeiten haben im Vordergrund bereits begonnen, im Hintergrund ist die archäologische Ausgrabung am Laufen. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha

Die Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes dokumentieren die spärlichen Spuren des früh- bis 
hochmittelalterlichen Dorfes im Boden © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Liechti

Bild vergrössern Die Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes dokumentieren die spärlichen Spuren des früh- bis hochmittelalterlichen Dorfes im Boden © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Liechti


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