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Ortstermin Fachwerk: Führungen in Ligerz, Gerzensee und Courtelary

Zum zehnjährigen Jubiläum des Denkmalpflegepreises ist der Führungs-Zyklus «Ortstermin Fachwerk» 2019 fast vollumfänglich den Personen und Institutionen gewidmet, die mit einem der fünf Jubiläumspreise ausgezeichnet wurden.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2019 tragen wesentlich dazu bei, dass ein Stück Baukultur nicht nur erhalten bleibt, sondern auch weiterentwickelt und von der Öffentlichkeit als wertvoller und bereichernder Bestandteil unserer gebauten Umwelt wahrgenommen wird. Am 8. Juni führten Martine und Sigmund von Wattenwyl durch das Schloss Oberdiessbach, nun folgen weitere Führungen in Ligerz, Gerzensee und Courtelary.

Programm Ortstermin Fachwerk (PDF, 2 MB, 7 Seiten)

Ligerz: Viel mehr als Fassaden

Das spätgotische Gotteshaus mitten in den Rebbergen oberhalb von Ligerz ist nicht nur ein Postkartenmotiv, sondern auch eine beliebte Hochzeitskirche. Von hier geniesst man eine wunderbare Sicht auf eine intakte, über Jahrhunderte entstandene Kultur- und Siedlungslandschaft. In der Gemeinde Ligerz hat der Schutz der Landschaft und des architektonischen Erbes eine lange Tradition. Ohne das Engagement der Bevölkerung und ihrer Behörden wäre die kleine Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten von einer Bau- und Verkehrslawine erdrückt worden. Die Bezeichnung als eines der schönsten Ortsbilder der Schweiz verdient das Dorf auch heute noch. Aufgereiht entlang der schmalen gepflästerten Gassen wechseln sich einfache Rebhäuser mit stattlichen Herbsthäusern ab. Das Ortsbild hört aber nicht bei den Fassaden auf: Hinter diesen verbergen sich oftmals wahre Schmuckstücke. Die Gemeinde trägt dem architektonischen Erbe bewusst Sorge und bezieht alle Beteiligten in den Dialog ein. Am 22. Juni kann die Gemeinde im Rahmen von drei thematischen Führungen entdeckt werden.

Samstag, 22. Juni

Treffpunkt: Infostand Bärenplatz, Start der Führungen um 11.15, 13.15 und 14.15 Uhr (Dauer ca. 45 Min.)

Führungen: Walter Rey (ehem. Ortsplaner), Ulrich Berger (ehem. Gemeindepräsident), H. C. Affolter und Elisabeth Schneeberger (Denkmalpflege)

ÖV: Biel ab 9.50, 10.50, 12.50 und 13.50 Uhr

Detailprogramm

Gerzensee: Jugenstil und Heuduft

Die «Rütimatt» in Gerzensee ist Jugendstilvilla und Muster-Bauernhof in einem. Wohn- und Ökonomieteil sind traditionsgemäss unter einem Dach vereint. Wo man den Gemüsegarten des Landwirtschaftsbetriebs erwarten würde, findet man ein rundes Bassin und gegenüber dem Hauseingang eine frisch restaurierte künstliche Grotte: Die Rütimatt präsentiert sich als herrschaftliche Villa in der Art eines englischen Landhauses.

Die Eigentümer der Rütimatt, Brigitte und Peter Tschannen, führen den Hof gegenwärtig zu zweit, gemeinsam mit teilzeitlichen Hilfskräften. Daneben widmen sie sich mit grossem Engagement dem Unterhalt und der Restaurierung der aussergewöhnlichen Anlage. Anstatt das Gebäude ihren Bedürfnissen anzupassen, passte die Familie ihr Zusammenleben im Mehrgenerationenhaushalt stets von Neuem dem Gebäude an. In den vergangenen 20 Jahren haben die Besitzer umfangreiche Unterhalts- und Restaurierungsarbeiten unternommen. Mit der sorgfältigen Pflege des Baudenkmals haben sie eine wichtige Basis für den Generationenwechsel in der Rütimatt gelegt. Am 18. Juli kann die eindrückliche Anlage gemeinsam mit der Bauherrschaft besichtigt werden.

Donnerstag, 18. Juli

Treffpunkt: Rütigässli 12, 18 Uhr (Dauer ca. 1 Stunde)

Führung: Peter Tschannen (Besitzer), Matthias Trachsel und Rolf Weber (Denkmalpflege des Kantons Bern)

ÖV: Bern ab 17.16, Bus 17.36 Uhr ab Wichtrach Bahnhof bis «Gerzensee Dorf», danach 15 Min. Fussweg

Courtelary: Wo bleibt der Märchenprinz?

Während Jahrzehnten war die ehemalige Stempelteile-Fabrik für die Industriegeschichte des Vallon de Saint-Imier von grosser Bedeutung. Der Aufstieg der Werkzeugmaschinen- und Uhrenindustrie führte im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung und prägt die Geschichte des Berner Jura. Auch im Vallon de Saint-Imier blieb man nicht untätig. Viele aufstrebende Betriebe beteiligten sich an diesem Abenteuer. Die 1906 gegründete Stempelteile-Fabrik von Robert Langel ist ein Teil dieser Erfolgsgeschichte: Die Fabrik wird 1917 im Norden der Fabrikantenvilla erbaut, welche bereits der Familie Langel gehört.

Seit dem 26. Februar 1997 stehen in der Fabrik Langel die Maschinen still. Die Stille trügt aber: Seit vielen Jahren setzt sich Liliane Wernli-Langel, die Besitzerin der Anlage, dafür ein, die Fabrik Langel in funktionsfähigem Zustand zu erhalten. Dies im Bewusstsein, dass das Industrie-Ensemble nicht nur ein Teil der eigenen Familiengeschichte ist, sondern der ganzen Region. Die Unterhaltsarbeiten des Ensembles sind umfangreich und betrafen alle Bauten der Anlage. Mit Führungen und touristischen Projekten setzt sich Liliane Wernli-Langel dafür ein, den Wert der Fabrik Langel einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Am 22. August öffnet sie die Fabrik für uns.

Donnerstag, 22. August

Treffpunkt: Grand-Rue 49a, vor der Fabrik, 18 Uhr (Dauer ca. 1 Stunde)

Führung: Liliane Wernli-Langel (Besitzerin) und René Koelliker (Denkmalpflege des Kantons Bern)

ÖV: Regionalzug ab Biel/Bienne, Abfahrt 17.20 Uhr, danach 5 Min. Fussweg


Weitere Informationen

 


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