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Biotechnologie im Dienste der archäologischen Konservierung

Seit April 2019 nimmt der Archäologische Dienst des Kantons Bern an einem vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) finanzierten interdisziplinären Forschungsprojekt der Universität Neuenburg teil (MICMAC - MICrobes for the Archaeological wood Conservation). Damit soll die Stabilität von Holzartefakten verbessert werden, die nach einer Behandlung durchnässt sind.

Holzgegenstände, die in durchnässten Böden gefunden werden, weisen grosse Schäden auf. Die chemischen, biologischen und physikalischen Verwesungsprozesse schwächen und verändern ihre innere Struktur. Die gängige Konservierungsmethode bei solchen Materialien besteht aus einer konsolidierenden Imprägnierung mit Polyethylenglykol (PEG) und einer anschliessenden Gefriertrocknung.

Je nach Bodenlage kommt es nicht selten vor, dass sich in der Holzstruktur Schwefel- und Eisenkomponenten bilden. Sobald diese Holzgegenstände der Luft ausgesetzt sind, begünstigt die Sauerstoffzufuhr die Salzausfällung und die Versauerung des Holzes. Diese Beeinträchtigungen werden oft erst nach der Konsolidierung der Funde entdeckt, wenn der Materialverschlechterungsprozess einsetzt.

Ziel des Projekts ist es, präventiv zu handeln, um diese Komponenten zu extrahieren, wenn das Holz noch durchnässt ist. Die Herausforderung besteht darin, die einzigartigen Eigenschaften gewisser Bakterien zu nutzen, um mittels einer umweltschonenden biotechnologischen Extraktionsmethode die Salzausfällungs- und Holzversäuerungsphänomene zu reduzieren. Ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule Arc (Konservierung & Restaurierung), des Schweizerischen Nationalmuseums und des archäologischen Dienstes des Kantons Bern hat diese spannende Herausforderung unter der Federführung der Universität Neuenburg angenommen.

Die Forschung und die zahlreichen Versuche, die in den nächsten Monaten durchgeführt werden, werden die Effizienz, die Unschädlichkeit und die Kompatibilität dieser Extraktionsmethode mit der üblichen PEG-Behandlung von durchnässtem Holz beweisen müssen.

Mikroskop-Analysen zur Entwicklung neuer Holzkonservierungsmethoden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Daniel Marchand

Bild vergrössern Mikroskop-Analysen zur Entwicklung neuer Holzkonservierungsmethoden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Daniel Marchand


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