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Denkmalpflegepreis 2021: Neuer Abschnitt im Lebenszyklus eines Wohn- und Gewerbehauses

Für den Umbau des Wohn- und Gewerbehauses in Koppigen erhalten Fabienne und Matthias Birrer den Denkmalpflegepreis das Kantons Bern. Sie haben den Charakter des Hauses bewahrt und bereits für die nächste Nutzungsphase vorausgedacht. Die Erhaltung des Hauses ist auch für das Ortsbild ein grosser Gewinn.

Während mehrerer Jahre hatte das grosse Wohn- und Gewerbehaus leer gestanden, sogar sein Abbruch stand zur Diskussion. Für ein Projekt, das den tiefgreifenden Umbau des Hauses und die Erstellung von Einfamilienhäusern in der Hofstatt vorsah, fanden die Vorbesitzer jedoch keine Interessenten gefunden. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Familie stiessen Fabienne und Matthias Birrer per Zufall darauf. Das Haus gefiel ihnen. Sie sahen das Potenzial, welches in dem grosszügigen Gebäude steckte und fassten den Mut, sich auf seine Weiterentwicklung einzulassen.

Zukunftsweisende Neuinterpretation

Gemeinsam mit einem erfahrenen Architekten packten sie die Planung des Vorhabens an. Der Architekt vertiefte sich in einem ersten Schritt in die Baugeschichte des Hauses und erstellt eine präzise Massaufnahme. In diesen Plan wurden die Bedürfnisse der Bauherrschaft eingefügt und so das Bestehende neu bespielt. Dabei nahm man die Vielteiligkeit des Gebäudes als Chance wahr. Die Bauherrschaft wünschte sich eine möglichst flexible Nutzung, passte sich jedoch dem Haus an, damit es seinen Charme behalten konnte. Auch für die nächste Bauetappe hat man bereits weitergedacht: Das Gebäude kann in ein Cluster-Wohnhaus mit bis zu fünf unabhängigen Wohneinheiten umgebaut werden. Wohnzimmer, Küche, Wirtschaftsräume und Garten sind für die gemeinsame Nutzung vorgesehen. Die Zugänge und Anschlüsse sind erstellt, auch für das noch nicht ausgebaute Dachgeschoss.

Sorgfältige Restaurierung

Die teilweise erhaltene historische Ausstattung wurde mit viel Liebe zum Detail restauriert und ergänzt. Die Täfer und Holzböden der früheren Stuben wurden ausgebaut, repariert und angepasst. Die beiden Kachelöfen wurden restauriert; die alten kleinen Küchenherde dienen nun zum Einfeuern. Der grösste Eingriff ist jedoch die Innendämmung. Um den Raumeindruck nicht durch übertiefe Fensterleibungen zu verfälschen, wurde ein möglichst schlanker Wandaufbau gewählt. Für dessen bauphysikalische Berechnung zog die Denkmalpflege einen zusätzlichen Spezialisten bei.

Preisverleihung im kleinen Rahmen

Mit ihrem Engagement hat die Bauherrschaft dem Gebäude einen neuen Lebensabschnitt ermöglicht, ohne seinen Charakter zu verändern. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten – und dadurch, dass alle mit viel Begeisterung mit dabei waren. Die Übergabe der Urkunden wird aufgrund der aktuellen Lage rund um das Coronsvirus in kleinem Rahmen direkt vor Ort stattfinden.

Denkmalpflegepreis 2021. Foto: Alexander Gempeler

Bild vergrössern Denkmalpflegepreis 2021. Foto: Alexander Gempeler

Denkmalpflegepreis 2021. Foto: Alexander Gempeler

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