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Ausgabe 3/2021

Planen in der Krise

Es war der Moment, als Wasser in meine Augen trat. Freitag, 30. April 2021, ca. 19 Uhr im Könizer Zingg-Haus. Einer jener emotionalen Augenblicke, die man nicht wieder vergisst. Teo Gheorghiu hebt die rechte Hand und schlägt die Tasten des Flügels an. Die Tonfolge G – F – B erklingt. Kraftvoll macht sich der Pianist auf den Weg durch Mussorgskys «Bilder einer Ausstellung» – und in die neugewonnene konzertante Freiheit. Auf den Tag genau 27 Wochen waren seit meinem letzten Konzertbesuch vergangen. 27 Wochen, während denen man den Zauber entbehren musste, der die Unmittelbarkeit einer musikalischen Aufführung bietet.

Und es sieht glücklicherweise nicht nach Umkehr auf diesem Weg aus. Mit der Mitteilung Nr. 47 zu den COVID-19-Massnahmen des Bundes im Kulturbereich konnten wir letzte Woche Hoffnung verbreiten, dass dem so ist. Die aktuellen Ansteckungszahlen zeigen in eine Richtung, die weitere Öffnungsschritte zulässt. Die Vorschläge des Bundesrats für Lockerungen sind gegenwärtig in der Vernehmlassung, um dann am 26. Mai definitiv entschieden und auf Ende Mai in Kraft gesetzt zu werden. Das Amt für Kultur hält die zuständigen Behörden und Kulturverbände mit den uns zugänglichen Informationen stets auf dem Laufenden. Falls Sie diese Mitteilungen direkt zugestellt wünschen, melden Sie Ihre E-Mail-Adresse an ak.oc@be.ch.

Die schrittweise Öffnung ist für den Kulturbereich zwar eine herbeigesehnte Perspektive, beinhaltet aber erneut grosse Herausforderungen. Einmal mehr heisst es, in verschiedenen Szenarien zu denken und zu planen. Darin sind Sie und auch wir nach bald 15 Monaten Pandemie geübt. Doch spätestens seit Beginn der zweiten Welle im Herbst des vergangenen Jahres mit all ihren Ungewissheiten musste im Kulturbereich viel zusätzliche Planungsarbeit geleistet werden, die sich später als unnütz erwies. Der Klavierabend im Zingg-Haus etwa hätte schon vor einem halben Jahr stattfinden sollen und musste am Vortag abgesagt werden. Das zermürbt. Umso herausragender ist die Energie, mit der unmittelbar nach den ersten Lockerungen Mitte April die Veranstalterinnen und Veranstalter in Rekordzeit wieder präsent waren. Sie setzten alle Hebel in Bewegung, um dem Publikum im sehr beschränkten Rahmen wieder Livekultur zu bieten. Sie alle haben damit grosse Vitalität und viel Flexibilität gezeigt!

Die organisatorische Flexibilität dürfte auch in Zukunft gefragt sein. So gilt es insbesondere, die Einlasskontrolle an grösseren Veranstaltungen zu entwickeln. Dazu sind noch viele Fragen offen. Wir bleiben dran, Sie auch darüber mit unseren Mitteilungen jeweils möglichst rasch mit Informationen zu beliefern. In der Hoffnung, Ihnen trotz aller Unsicherheiten die Planung zu erleichtern.

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur des Kantons Bern


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