Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Ausgabe 2/2020

Liebe Kulturschaffende, liebe Veranstalterinnen und Veranstalter

Liebe Mitarbeitende von Kulturinstitutionen und freiwillig Engagierte

Die Schweiz ist gegenwärtig im Ausnahmezustand. Die Pandemieeindämmung trifft den Kultursektor von der ersten Stunde an und ganz besonders hart. Noch ist kaum einzuschätzen, wie sich dies auf das kulturelle Leben auswirken wird. Ich kann aber sehr wohl einschätzen, was es für persönlich Betroffene heisst, wenn auf einen Schlag die Engagements abgesagt sind und keine neuen mehr kommen, wenn Vermittlungsangebote von Schulen nicht mehr gebucht werden, wenn plötzlich kein Equipment und kein Museumsbistrot gefragt sind, wenn die mit viel Aufwand geprobten Aufführungen nicht stattfinden, wenn in den Kassen der Veranstalter die Billetteinnahmen ausbleiben.

Wir müssen auf politischer Ebene und im täglichen Geschäft unseres Kulturamtes mithelfen, diese Folgen abzufedern – und dies innert nützlicher Frist – und alles daransetzen, die Vielfalt des kulturellen Lebens zu erhalten.

Ich setze mich als Kulturdirektorin dafür ein, dass wir diese Krise meistern können. Der Regierungsrat hat 15 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds gesprochen, um ergänzend zu den Massnahmen des Bundes Hilfe leisten zu können. Ich kann mich zudem auf das Amt für Kultur und seine Kulturförderung stützen, das sich mit aller Kraft dafür einsetzt, die Folgen der Krise zu mildern. Während der letzten zehn Tage haben die Mitarbeitenden, unterstützt von einer Task Force, alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit ab heute Gesuche entgegengenommen und bearbeitet werden können. Wir sind bereit, ergänzend zu den anderen Instrumenten des Bundes in Notsituationen zu helfen und setzen die Massnahmen zur Abfederung der Schäden im Kultursektor um.

Es zeigt sich mir heute deutlich: Betroffene können nicht nur auf staatliche Hilfe zählen, sondern auch mit der Unterstützung der Bevölkerung rechnen. Sind nicht die Sensibilisierung des Individuums und die Förderung des Zusammenhalts in der Gesellschaft wichtige Beweggründe für die staatliche Kulturförderung? Es mag paradox tönen: Selbst wenn gegenwärtig der Veranstaltungsbetrieb lahmgelegt ist, erleben wir auf existentielle Weise, dass das kulturelle Leben bei uns Wirklichkeit ist. Die Menschen tragen Eigenverantwortung, zeigen sich solidarisch, reflektieren und diskutieren die schwierige Situation, um angemessen handeln zu können. Werden wir nicht durch das Theater, die Literatur, durch den Film, die Musik oder den Tanz immer aufs Neue den Grundfragen des Menschseins gegenübergestellt? Dass wir davon im Moment zehren können, haben wir insbesondere Ihnen und den Generationen von Schaffenden, Vermittelnden, Forschenden vor uns zu verdanken.

Ich schätze Ihren Einsatz und Ihren Durchhaltewillen ausserordentlich und danke Ihnen dafür!

Regierungsrätin Christine Häsler

Direktorin der Bildungs- und Kulturdirektion


Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.erz.be.ch/erz/de/index/direktion/organisation/amt_fuer_kultur/newsletter_kultur_abonnieren/ausgabe_2_20200.html