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Wie alt ist der Turm des Schlosses Spiez?

Im Moment ist der grosse Turm des Schlosses Spiez eingerüstet und wird saniert. Bis zum Start der neuen Saison des Schlossmuseums an Ostern 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Sie sind Anlass für den Archäologischen Dienst des Kantons Bern, das imposante Bauwerk zu untersuchen.

Der Archäologische Dienst des Kantons Bern führt nicht nur Ausgrabungen durch, sondern nimmt auch archäologische Bauuntersuchungen vor. Deshalb ist die Tatsache, dass der Schlossturm von Spiez eingerüstet und damit bis zur obersten Spitze zugänglich ist, eine Chance, wie sie sich nur einmal innert Jahrzehnten bietet.

Die Ursprünge von Schloss Spiez liegen im Dunkeln, reichen aber höchstwahrscheinlich bis ins Frühmittelalter zurück. Zumindest die frühromanische Kirche auf dem Schlossgelände hat einen Vorgänger, der ins 7. oder 8. Jahrhundert datiert werden kann. Die heutige Burganlage dürfte beim heutigen Stand der Forschung im 13. Jahrhundert entstanden sein. Die Wohngebäude und der Schlosshof wurden seit dem 15. Jahrhundert immer wieder den Moden der Zeit angepasst. Darum ist der grosse Turm das einzige Bauwerk, das den mittelalterlichen Bauzustand noch weitgehend unverändert zeigt. Der Turm ist kein Bergfried, sondern ein Wohnturm mit Küchengeschoss und vornehmer Wohnstube. Die Stube war ursprünglich auf allen vier Seiten von rundbogigen Doppelfenstern belichtet. Heute verschliessen hölzerne Läden die später veränderten Öffnungen.

Bei der kommenden Untersuchung hoffen die Fachleute des Archäologischen Dienstes zwei wichtige Fragen zu beantworten. Wenn man den Turm heute betrachtet, sticht sofort ins Auge, dass er aus drei unterschiedlichen Teilen besteht: Unten dominieren grosse, wenig zugerichtete Bollensteine, während der obere Teil aus sorgfältigen Lagen von Bossenquadern besteht. Noch einmal anders wirkt das oberste Geschoss, auf dem das Dach aufsitzt. Dies wirft die Frage auf, ob der Turm aus drei Bauphasen besteht, die zu unterschiedlichen Zeiten erstellt wurden, oder ob die Teile nur drei Etappen eines einzigen Bauprozesses darstellen, die vielleicht mit einem Wechsel der Bauequipe einhergingen. Die zweite grosse Frage ist mit der ersten verknüpft: Gelingt es mit Hilfe der Dendrochronologie den Turmbau genauer zu datieren?

Der obere Teil des Turmes von Schloss Spiez. Gut sichtbar das andersartige Mauerwerk des obersten Turmgeschosses. Blick nach Osten. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha.

Bild vergrössern Der obere Teil des Turmes von Schloss Spiez. Gut sichtbar das andersartige Mauerwerk des obersten Turmgeschosses. Blick nach Osten. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha.

Der untere Teil des Turmes im Hof des Schlosses Spiez. Hier ist der Unterschied zwischen dem unteren und mittleren Teil des Turmmauerwerks deutlich sichtbar. Rechts der ursprünglich wohl aus dem 13. Jahrhundert stammende Palas, der 1456–1469 und 1614–1621 stark umgebaut wurde. © Schlossmuseum Spiez.

Bild vergrössern Der untere Teil des Turmes im Hof des Schlosses Spiez. Hier ist der Unterschied zwischen dem unteren und mittleren Teil des Turmmauerwerks deutlich sichtbar. Rechts der ursprünglich wohl aus dem 13. Jahrhundert stammende Palas, der 1456–1469 und 1614–1621 stark umgebaut wurde. © Schlossmuseum Spiez.


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