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Buchvernissage zum ehemaligen Marienheiligtum von Oberbüren

Am 20. März 2019, 18 Uhr feiert der Archäologische Dienst des Kantons Bern im Rathaus von Büren a. d. Aare die Neuerscheinung zur mittelalterlichen Wallfahrtskirche von Oberbüren. Drei Fachreferate und eine musikalische Darbietung rahmen die öffentliche Vernissage ein.

In den Jahren 1992–1998 führte der Archäologische Dienst des Kantons Bern im Vorfeld eines Bauprojektes bei Büren a. d. Aare auf der Chilchmatt Rettungsgrabungen durch. Schnell war klar, dass mit den angetroffenen Mauern und den unzähligen Kinderbestattungen die Reste des schriftlich überlieferten Marienheiligtums von Oberbüren entdeckt wurden. Es folgte eine langjährige, interdisziplinäre Auswertung der einmaligen Fundstelle, deren Ergebnisse im März 2019 als Buch vorgelegt werden.

Ursprünglich als Kapelle gegründet, entwickelte sich Oberbüren im Spätmittelalter zu einem populären Wallfahrtszentrum. Gemäss dem damaligen Glauben war totgeborenen Kindern die Taufe (und damit der Eintritt ins Paradies) nicht gestattet. Entsprechend besassen Auferweckungsheiligtümer wie dasjenige in Oberbüren eine grosse Anziehungskraft.

In der Wallfahrtskirche wurden die Totgeborenen rituell wiedererweckt und getauft. Anschliessend konnten die Kinder vor Ort in geweihter Erde bestattet werden. Nach der Reformation 1528 wurde diese populäre Praxis verboten. Die Wallfahrtskirche verfiel und geriet in Vergessenheit.

Erst mit den Vorabklärungen für das Bauprojekt in den 1990er-Jahren und den darauffolgenden archäologischen Untersuchungen trat die Kirche in der Chilchmatt wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Aus Pietät und Rücksicht auf die aufwühlende Geschichte des Wallfahrtsortes erwarb die Gemeinde Büren a. d. Aare 1998 einen Teil des Geländes und errichtete darauf 2003 zusammen mit dem Archäologischen Dienst eine Gedenkstätte. Das Zentrum der Stätte wird heute mit der Metallskulptur «Die Feder» von Gunter Frentzel (1935–2017) markiert und ist frei zugänglich.

Umschlag der 2019 erschienenen Publikation «Das mittelalterliche Marienheiligtum von Oberbüren». © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern Umschlag der 2019 erschienenen Publikation «Das mittelalterliche Marienheiligtum von Oberbüren». © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Zwei Kinderbestattungen aus der archäologischen Untersuchung in Oberbüren 1997. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern Zwei Kinderbestattungen aus der archäologischen Untersuchung in Oberbüren 1997. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern


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