Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Schutz für Unesco-Welterbefundstelle in Sutz-Lattrigen

Seit der Juragewässerkorrektion ist die rund 4750-jährige Pfahlbaufundstelle vor dem von Rütte-Gut in Sutz durch die Erosion des Seegrunds und des Ufers gefährdet. Von August bis November 2020 liess der Archäologische Dienst des Kantons Bern einen Schutzbau für die Unesco-Welterbefundstelle errichten.

Vor der Landspitze beim von Rütte-Gut in Sutz liegt eine wichtige Fundstelle aus der Jungsteinzeit. Sie steht seit 2011 im Rahmen des Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» unter dem Schutz der Unesco. Bereits in den 1990er-Jahren unternahm der Archäologische Dienst des Kantons Bern einen ersten Versuch, diesen durch Erosion gefährdeten Uferabschnitt zu schützen. Der damals errichtete Palisadenzaun hielt der Gewalt des Wassers aber nicht lange stand.

Bald war klar, dass eine nachhaltigere Lösung gesucht werden musste. Sie sollte gleichzeitig die archäologischen Schichten schützen und ökologisch sinnvoll und nachhaltig sein. Dazu führte die EPF in Lausanne im Auftrag des Archäologischen Dienstes eine Studie zu möglichen Schutzmassnahmen durch. In der zweiten Jahreshälfte 2020 wurde dann der eigentliche Schutzbau realisiert.

Dazu wurden im Juli 2020 die am Seegrund offenliegenden archäologischen Schichten dokumentiert und an der Oberfläche liegende Funde eingesammelt. Anschliessend wurde die zu schützende Fläche mit Kokosmatten abgedeckt. Auf dieser Unterlage entstand von August bis November 2020 der eigentliche Schutzbau: Dem Ufer vorgelagert ist ein Wellenbrecher aus grossen Kalksteinblöcken. Der massive Bauteil soll verhindern, dass die Bäume im Uferwald weiter unterspült werden und umstürzen. Zwischen den Blöcken eingebautes Totholz bietet Lebensraum für Jungfische. Zwischen dem Wellenbrecher und der Uferlinie deckt eine Aufschüttung aus Kies die dort noch vorhandenen archäologischen Schichten. Damit soll der bestehende Ufersaum gefestigt und der Ufervegetation eine Erholung ermöglicht werden. Seeseitig des Wellenbrechers wurden die archäologischen Schichten mit einer Geröllschüttung überdeckt.

Die Blöcke für den Wellenbrecher werden in ein Kiesbett gesetzt. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Rolf Stettler.

Bild vergrössern Die Blöcke für den Wellenbrecher werden in ein Kiesbett gesetzt. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Rolf Stettler.

Die fertige Schüttung (helle Zone im Wasser) deckt die Fläche mit archäologischen Schichten der jungsteinzeitlichen Fundstelle ab. Der Wellenbrecher, der bei Hochwasser überspült wird, soll das weitere Zurückweichen des Ufers verhindern. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Carlos Pinto.

Bild vergrössern Die fertige Schüttung (helle Zone im Wasser) deckt die Fläche mit archäologischen Schichten der jungsteinzeitlichen Fundstelle ab. Der Wellenbrecher, der bei Hochwasser überspült wird, soll das weitere Zurückweichen des Ufers verhindern. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Carlos Pinto.


Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.erz.be.ch/erz/de/index/direktion/organisation/amt_fuer_kultur/newsletter_kultur_abonnieren/ausgabe_1_20200/schutz_sutz.html