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Neue archäologische Funde aus dem Eis vom Schnidejoch

2003 wurden zum ersten Mal archäologische Objekte vom Schnidejoch gemeldet. Sie sorgten in den Folgejahren für internationale Aufmerksamkeit bei Fach- und Laienpublikum. Die Auswirkungen der Hitzesommer 2018 und 2019 haben zum Fund neuer Objekte aus dem Eis geführt.

Gletscher und Firnfelder sind besonders wertvolle archäologische Archive, da sie zahlreiche Informationen über die prähistorischen Menschen und ihre Aktivitäten im alpinen Raum bewahren. Im Eis können Objekte aus organischen Materialien wie Leder oder Pflanzenfasern Hunderte und Tausende Jahre überdauern.

2003 fand eine Wanderin auf dem Schnidejoch, einem Übergang zwischen der Lenk im Berner Oberland und Ayent im Wallis, ein Objekt aus Birkenrinde auf einem Firnfeld. Es stellte sich als Teil eines Bogenfutterals aus der Jungsteinzeit (2900 bis 2700 v. Chr.) heraus und löste regelmässige Feldarbeiten aus. Hunderte von Objekten wurden geborgen. Zwischen 2009 und 2017 schmolz das Firnfeld nicht weiter ab. Die vergangenen zwei Hitzesommer haben ihm aber zugesetzt, sodass im Herbst 2019 drei Begehungen mit Fundbergungen notwendig wurden.

Das nun fast vollständig verschwundene Firnfeld lag in einer Geländerinne und gab rund 30 archäologische Objekte frei. Erste Radiokarbonanalysen weisen sie in den Zeitraum zwischen 4800 und 4200 v. Chr. Bemerkenswert ist neben einer Reihe bearbeiteter Zweige und einem Stück Leder mit Fellresten ein Geflecht aus Lindenbast (20 x 30 cm). Zurzeit wird es im Konservierungslabor des Archäologischen Dienstes sorgfältig freigelegt und konserviert.

Das Schnidejoch im Hintergrund mit dem Firnfeld rechts am 10. September 2018. Seine Ausdehnung ist etwa gleich gross wie im Herbst 2009. 2005 war die Geröll-schulter links noch von Eis bedeckt. Blick nach Süden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Regula Gubler.

Bild vergrössern Das Schnidejoch im Hintergrund mit dem Firnfeld rechts am 10. September 2018. Seine Ausdehnung ist etwa gleich gross wie im Herbst 2009. 2005 war die Geröll-schulter links noch von Eis bedeckt. Blick nach Süden. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Regula Gubler.

Am 4. September 2019 ist das Firnfeld rechts nur noch an den tiefsten Stellen der natürlichen Rinne erhalten kaum erkennbar. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Regula Gubler.

Bild vergrössern Am 4. September 2019 ist das Firnfeld rechts nur noch an den tiefsten Stellen der natürlichen Rinne erhalten kaum erkennbar. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Regula Gubler.

Eine Probe vom Geflecht aus Lindenbast wurde mit der Radiokarbonmethode ins 5. Jahrtausend v. Chr. datiert. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Ulrich Winkelmann.

Bild vergrössern Eine Probe vom Geflecht aus Lindenbast wurde mit der Radiokarbonmethode ins 5. Jahrtausend v. Chr. datiert. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Ulrich Winkelmann.


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