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Neuerscheinung zum römischen Studen-Petinesca

In den Jahren 1985–1992 führte der Archäologische Dienst des Kantons Bern in Studen-Petinesca umfassende Rettungsgrabungen durch. Ausgelöst durch den Kiesabbau, wurde in der Flur Vorderberg ein ganzes Quartier der römischen Siedlung untersucht. Die Abschlusspublikation wird am Mittwoch, 22. Januar 2020 der Öffentlichkeit übergeben.

Ende November 1984 beobachtete ein Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes, wie in der Flur Vorderberg bei Studen Teile römischer Gebäude beim Kiesabbau zerstört wurden. Die Gebäude gehörten zu einem bis dahin unbekannten Quartier der Kleinstadt Petinesca, eine archäologische Fundstelle nationaler Bedeutung. In der umgehend ausgelösten Rettungsgrabung liess sich 1985–1992 auf rund 240 m Länge ein römischer Strassenabschnitt fassen. An der Strassenachse orientierten sich ein Dutzend Holzbauten aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., die im 2. und 3. Jahrhundert durch Steingebäude ersetzt wurden.

Während die frühe Bebauung bereits 1995 und 2002 in zwei Monografien vorgelegt wurde, widmet sich die aktuelle Monografie ganz den jüngeren Steinbauphasen. Total wurden im Vorderberg sieben Steingebäude erfasst. Wie es für römische Kleinstädte typisch ist, dienten sie verschiedenen Wohn- und Gewerbezwecken. Im Vorderberg etwa dem Darren von Flachs oder Getreide und dem Gerben von Leder. In diesem Zusammenhang interessant ist Haus 18: Es verfügte über als Halbkeller ausgeformte Räume, die in zwei Fällen mit Wandmalereien ausgestattet waren. Wie das geborgene Fundmaterial zeigt, dürfte es sich um den Versammlungsraum einer Handwerkskorporation (möglicherweise der Gerber) gehandelt haben.

Die jüngste Publikation zu Studen-Petinesca schliesst nun 35 Jahre nach der Entdeckung 1984 die Auswertungen zum römischen Quartier im Vorderberg ab. Das zweibändige Werk erscheint im Januar 2020. Der Hauptautor wird an der Buchvernissage vom 22. Januar 2020  im Neuen Museum Biel die wichtigsten Erkenntnisse dem interessierten Publikum vorstellen.

Blick in das Haus 18 während der Ausgrabungen 1991 im Vorderberg. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Kathrin Glauser

Bild vergrössern Blick in das Haus 18 während der Ausgrabungen 1991 im Vorderberg. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Kathrin Glauser

Rekonstruktion der Halbkeller von Haus 18. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli

Bild vergrössern Rekonstruktion der Halbkeller von Haus 18. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli

Das Trinkgeschirr-Ensemble aus Haus 18. Der schwarze Becher im Vordergrund besitzt eine Inschrift, die als «FRATRI» zu lesen ist (lateinisch für «dem Bruder») und im Fundkontext wohl auf eine Handwerkskorporation («Bruderschaft») hinweist. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha

Bild vergrössern Das Trinkgeschirr-Ensemble aus Haus 18. Der schwarze Becher im Vordergrund besitzt eine Inschrift, die als «FRATRI» zu lesen ist (lateinisch für «dem Bruder») und im Fundkontext wohl auf eine Handwerkskorporation («Bruderschaft») hinweist. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha


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