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Sondierungen in Roggwil, Fryburg

Im Oktober 2018 hat der Archäologische Dienst des Kantons Bern in Roggwil, Fryburg Sondierungen durchgeführt. Dank den Bodeneingriffen kann der Zustand der späteisenzeitlichen Siedlungsreste in der Fryburg verlässlich eingeschätzt werden. Herausragende Fundstücke zeigen die Handwerkskunst in der vor rund 2000 Jahren besiedelten Fundstelle.

Seit zehn Jahren ist bekannt, dass in Roggwil, Fryburg eine grosse späteisenzeitliche Fundstelle (oppidum) liegt. Ehrenamtliche Mitarbeitende des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern haben dort hunderte von Metallobjekten geborgen, darunter 260 keltische Münzen und dutzende zeittypische Schmuckstücke. Geophysikalische Messungen weisen zudem auf Siedlungsreste, die bis heute im Boden erhalten blieben.

Mit der aktuellen Sondierungskampagne wurden nun Art und Erhaltung der Siedlungsspuren im 23 ha grossen Siedlungsareal überprüft. Dazu wurden an sechs Stellen, an welchen aufgrund der Geophysik Siedlungsreste im Boden zu erwarten waren, Schnitte angelegt. Mit dünnen Baggerabträgen wurde anschliessend bis auf den anstehenden Schotter gegraben und die angetroffenen Siedlungsspuren dokumentiert.

Bereits in der ersten Sondierung kam rund 50 cm unter der Oberfläche eine Grube zum Vorschein. Und dies exakt an jener Stelle, an welcher es gemäss Geophysik erwartet werden konnte. Die Grube war verfüllt mit Brandschutt und zeichnete sich gut im helleren Umgebungsmaterial ab. Keramikscherben bestätigen, dass die Abfallgrube in der späten Eisenzeit zugefüllt wurde.

Aus einer weiteren Grube stammt ein Jochaufsatz aus Buntmetall. Das vollständig erhaltene Stück besteht aus einem durch horizontale Rippen gegliederten Stab, dessen Kopf rote Glaseinlagen aufweist. Eine Art Klammer mit vier Nietlöchern diente zur Befestigung auf dem hölzernen Joch. Aus Roggwil liegen nun 18 Jochaufsätze vor. Diese aussergewöhnliche Zahl sehr ähnlicher Stücke zeigt exemplarisch die Kunstfertigkeit der eisenzeitlichen Metallverarbeitung vor Ort. Die Funde und die Sondierungen werden nun ausgewertet, um ein besseres Gesamtbild des wenig untersuchten oppidums in der Fryburg zu erhalten.

Rund 50 cm unter dem Ackerboden zeichnen sich die Reste einer runden Grube von 2 m Durchmesser ab. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Leonardo Stäheli

Bild vergrössern Rund 50 cm unter dem Ackerboden zeichnen sich die Reste einer runden Grube von 2 m Durchmesser ab. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Leonardo Stäheli

Der Jochaufsatz aus Buntmetall. Der Kopf ist fein gerillt und mit roten Glaseinlagen versehen. Höhe des Stücks 9,2 cm. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Bild vergrössern Der Jochaufsatz aus Buntmetall. Der Kopf ist fein gerillt und mit roten Glaseinlagen versehen. Höhe des Stücks 9,2 cm. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner


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