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Neuerscheinung «Twann, Band 21»

Rund 35 Jahre nach Abschluss der Auswertungen legt der Archäologische Dienst des Kantons Bern nun den Schlussbericht zu den Ausgrabungen der jungsteinzeitlichen Siedlungen in Twann vor. Die Untersuchung von 1974–1976 war die erste Grossgrabung im Kanton Bern und setzte auch mit der Auswertung von 1976–1982 neue Massstäbe.

Mit Band 21 der Buchreihe «Die neolithischen Ufersiedlungen von Twann» wird 2018 der Schlussbericht der Grabung und Auswertung von 1974–1982 vorgelegt. Die Monografie zieht Bilanz und gibt einen guten Überblick zu den umfassenden Forschungsergebnissen. Ein 30-seitiger Kommentar des Autors und damaligen Grabungsleiters, Werner E. Stöckli, von 2017 ordnet die Grabungsergebnisse in die aktuelle Forschung ein.

Aufgrund eines geplanten Neubaus der Nationalstrasse N5 von Neuenburg–Biel fanden von 1974 bis 1976 beim Bahnhof in Twann umfangreiche Ausgrabungen statt. Während der zweijährigen Grabungszeit konnten Reste von insgesamt 21 jungsteinzeitlichen Dörfern des 4. Jahrtausends v. Chr. untersucht werden. Noch heute ist ein grosser Teil dieser Siedlungen im Uferbereich von Twann erhalten, seit 2011 anerkannt als Teil des Unesco-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen».

Mit bis zu 90 Mitarbeitenden war die Ausgrabung in Twann die erste Grossgrabung des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern. Sie war auch ein wichtiger Anlass für die Gründung des Archäologischen Dienstes. Er nahm seine Arbeit 1970 offiziell auf, während der Planungsphase der Grabung in Twann in den 1960er-Jahren hatte er jedoch noch gar nicht bestanden.

Unmittelbar nach Abschluss der Ausgrabung wurden die Funde und Befunde in den Jahren 1976–1982 umfassend ausgewertet. Nie zuvor wurde eine so grosse Menge an Fundmaterial bearbeitet: rund 250 000 Keramikobjekte, 200 000 Knochenfunde, 22 000 Stein-, Geweih- und Knochenartefakte und rund 7000 Holzproben. Der Umfang und die Qualität der Funde sowie neue methodische Ansätze führten zu einer Neubewertung der urgeschichtlichen Entwicklung im 39.–29. Jahrhundert v. Chr. Sie prägen die Archäologie der Jungsteinzeit in der Schweiz bis heute.

Buchcover der Publikation «Die neolithischen Ufersiedlungen von Twann, Band 21». 
© Archäologischer Dienst des Kantons Bern.

Bild vergrössern Buchcover der Publikation «Die neolithischen Ufersiedlungen von Twann, Band 21». © Archäologischer Dienst des Kantons Bern.

Profilausschnitt der Grabung 1974–76 in Twann. Gut sichtbar sind die dunkleren jungsteinzeitlichen Siedlungsschichten mit dazugehörigen Pfählen sowie darunter und darüber liegende, natürliche Seekreideablagerungen. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern.

Bild vergrössern Profilausschnitt der Grabung 1974–76 in Twann. Gut sichtbar sind die dunkleren jungsteinzeitlichen Siedlungsschichten mit dazugehörigen Pfählen sowie darunter und darüber liegende, natürliche Seekreideablagerungen. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern.


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