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Dendrochronologie: Schlüssel zur Baugeschichte

Die jahrgenaue Datierung von Hölzern ist ein wichtiger Bestandteil archäologischer und bauhistorischer Untersuchungen im Kanton Bern. Ein neuer Flyer zur Dendrochronologie erklärt diese exakte Datierungsmethode und beleuchtet das Informationspotenzial von prähistorischen und historischen Bauhölzern.

Wie alt ist das Haus? Welche Holzarten wurden verwendet? Woher stammt das Bauholz? Wie oft mussten die Häuser von Seeufersiedlungen renoviert werden? Wie sind die Pfahlbauer mit der Ressource Holz umgegangen? Auch auf der vor Kurzem beendeten Rettungsgrabung einer Pfahlbausiedlung auf dem künftigen Campusareal beim Bahnhof Biel wurden diese Fragen gestellt. Neben Steinen, Knochen und Keramik blieben über 3000 Pfähle von Häusern und einer doppelten Palisadenreihe erhalten.

In der laufenden Auswertung zeichnet sich ab, dass alle Hölzer um das Jahr um 3840 v. Chr. gefällt wurden. Diese bislang älteste am Bielersee erfasste Siedlung war nur wenige Jahre lang bewohnt, wie das Fehlen der ansonsten üblichen jüngeren Reparaturen vermuten lässt. Während für die Palisade alle möglichen, in der Umgebung vorhandenen Holzarten verwendet wurden, bestanden die Häuser aus massiven Pfählen der robusten Eiche und der Weisstanne.

Die sehr heterogenen Wachstumsmuster und die Vielfalt der genutzten Hölzer lassen im Umfeld dieser frühen Siedlung intakte, urwaldähnliche Wälder vermuten. Nach Hunderten von Jahren Siedlungstätigkeit am Bielersee wäre gutes Bauholz knapp geworden, hätten die Menschen nicht nachhaltige Waldwirtschaft betrieben. In der Siedlung Sutz-Lattrigen, Rütte kann für das 27. Jahrhundert v. Chr. beispielsweise eine gezielte Aufforstung der Eiche nachgewiesen werden.

Der 2019 in drei Sprachen erschienene Flyer zur Dendrochronologie. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Eliane Schranz

Bild vergrössern Der 2019 in drei Sprachen erschienene Flyer zur Dendrochronologie. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Eliane Schranz

Biel, Campus. Weisstannenpfähle und Reste der Fundschicht direkt auf dem oberen, hellen Band aus Kalkablagerungen und Kieselsteinen. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Matthias Bolliger

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Biel, Campus. Jahrringmessungen von Weisstannen mit Schlagdatum 3840 v. Chr. mit auffallend heterogenem Wachstumsmuster. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Matthias Bolliger

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