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80 Kisten mit Wandmalereifragmenten aus der römischen Villa von Bümpliz warten darauf, ihre Geheimnisse zu enthüllen

2014 wurden neue Strukturen der römischen Villa von Bümpliz freigelegt. Die Konservierung und die Untersuchung der dabei gefundenen Wandmalereifragmente werden noch dieses Jahr der Firma Pictoria snc übertragen. Dieses externe Mandat wird dazu beitragen, die Wandmalereien sowie die genaue Datierung und Funktion des Gebäudes zu verstehen.

Die 2014 durchgeführten Ausgrabungen in der römischen Villa aus der Zeit Ende 1. bis Anfang 3. Jh. n. Chr. haben zahlreiche Wandmalereifragmente zutage gebracht, darunter die Malerei auf einer kopfüber eingestürzten Wand. Diese Überreste wurden in Einheiten entnommen und sorgfältig kartographiert. Die ersten Freilegungen der Oberflächen haben bunte figürliche Darstellungen sowie eine Inschrift von bemerkenswerter Qualität ans Licht gebracht. Die Abteilung Konservierung und Restaurierung hat sich zwischen 2015 und 2019 damit befasst, diese besonders sensiblen Fundstücke zu reinigen, zu markieren und in rund 80 Kisten zu verpacken, um sie untersuchen zu können.

Die Konservierung und Untersuchung dieser Fragmente durch die Firma Pictoria, die auf die Erforschung antiker Wandverkleidungen spezialisiert ist, werden unser Verständnis für die entdeckten Strukturen in mehrfacher Hinsicht ergänzen. Die Identifizierung und der Nachbau der Malereien werden genaue Angaben zu deren Datierung liefern und uns Antworten in Bezug auf die Herstellungswerkstatt und die Funktion der Räume, zu denen sie gehören, geben. Die Beobachtung der Rückseite der Fragmente und die Morphologie des konservierten Mörtels werden Auskunft geben über ihre räumliche Anordnung und die Architektur des Gebäudes. Diese Informationen werden die manchmal schwachen Hypothesen zur Bauchronologie, die auf der Grundlage stratigrafischer Analysen der Strukturen der Villa beruhen, stützen oder entkräften.

Obwohl es häufig vorkommt, dass in Ruinen aus der Zeit der Römer Wandmalereifragmente gefunden werden, werden diese nur selten vollständig untersucht, da die Reinigungs- und Konservierungsarbeiten sehr aufwändig sind. Im vorliegenden Fall gaben die Qualität der Fundstücke sowie das grosse Interesse der Öffentlichkeit anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Bümpliz im Jahr 2016 den Anstoss für diese Untersuchung.

In situ kartografierte Fragmente vor ihrer Entnahme. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern In situ kartografierte Fragmente vor ihrer Entnahme. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Die Fragmente nach ihrer Reinigung und Markierung. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern Die Fragmente nach ihrer Reinigung und Markierung. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Oberflächenreinigung eines bemalten Fragments mit Wasser aus einer Airbrushpistole. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha

Bild vergrössern Oberflächenreinigung eines bemalten Fragments mit Wasser aus einer Airbrushpistole. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha

Die 80 Kisten mit den Mauerfragmenten sind zum Abtransport bereit. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Fred Tissier

Bild vergrössern Die 80 Kisten mit den Mauerfragmenten sind zum Abtransport bereit. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Fred Tissier


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