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Eine 3500-jährige Hand mit Goldarmband

Im Herbst 2017 lieferten Privatpersonen einen aussergewöhnlichen Fundgegenstand im Archäologischen Dienst des Kantons Bern ab: Eine Hand aus Bronze und Gold. Aktuelle Analysen zeigen, dass es sich bei der Hand womöglich um die älteste Bronzeplastik Europas handelt.

Anfang Oktober 2017 machten zwei Privatpersonen bei Prêles in der Gemeinde Plateau de Diesse im Berner Jura eine aussergewöhnliche Entdeckung: Eine aus Bronze gegossene Hand mit einem goldenen Armband. Zusammen mit der Hand wurde ein bronzener Dolch gefunden. Am Folgetag gaben die Finder die Objekte beim Archäologischen Dienst in Bern ab. Erste Nachforschungen ergaben, dass aus der Schweiz und den umliegenden Ländern bislang keine ähnlichen Fundobjekte bekannt sind.

Das Alter der Bronzehand konnte mit Hilfe einer Radiokarbondatierung (C14) in die Zeit von 1500–1400 v. Chr. datiert werden. Dazu wurde der pflanzliche Klebstoff beprobt, mit dem das Goldblech an der Hand befestigt ist. Die Datierung weist in die Mittelbronzezeit und passt zeitlich zum Dolch.

Bei der Nachgrabung an der Fundstelle stiess das Team des Archäologischen Dienstes im Frühsommer 2018 auf ein Grab, welches die Knochen eines erwachsenen Mannes enthielt. Im Grab fanden sich eine bronzene Gewandnadel, eine bronzene Spirale (Haarschmuck) sowie Reste von Goldblech, das von der Hand stammen dürfte. Ebenso lag hier einer der abgebrochenen Finger der Bronzehand – ein Beleg, dass der Fund wirklich vom angegebenen Fundort stammt. Der Bestattete dürfte eine bedeutende Persönlichkeit gewesen sein.

Die Hand von Prêles ist bislang die weitaus älteste bekannte Bronze in der Form eines menschlichen Körperteils. Ob die Hand im Drei-Seen-Land hergestellt wurde oder aus einem ferneren Gebiet stammt, muss vorerst offenbleiben. Ebenso unbekannt ist, welche Bedeutung und Funktion die Hand einst hatte. Handelte es sich dabei um einen Teil eines Zepters oder einer Statue?

Die Hand von Prêles ist aus Zinnbronze gegossen und wiegt beinahe 500 g. Das Goldblech im Bereich des Armansatzes ist mit feinen Kreisaugen verziert. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Bild vergrössern Die Hand von Prêles ist aus Zinnbronze gegossen und wiegt beinahe 500 g. Das Goldblech im Bereich des Armansatzes ist mit feinen Kreisaugen verziert. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Das gesamte Fundensemble aus dem Grab von Prêles: ein bronzener Dolch, eine bronzene Gewandnadel und eine Bronzespirale, die als Haarschmuck diente. Die Goldbleche dürften von der Hand stammen. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Bild vergrössern Das gesamte Fundensemble aus dem Grab von Prêles: ein bronzener Dolch, eine bronzene Gewandnadel und eine Bronzespirale, die als Haarschmuck diente. Die Goldbleche dürften von der Hand stammen. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner


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