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Ausstellungsvitrine für einen Einbaum eingeweiht

Am letzten Augustwochenende wurde in Moosseedorf eine archäologische Vitrine mit einem 6500 Jahre alten Einbaum eingeweiht. Für die Umsetzung dieses archäologischen Vermittlungsprojektes arbeitete der Archäologische Dienst des Kantons Bern partnerschaftlich mit der Gemeinde Moosseedorf, dem Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern und dem Architekturbüro Groenlandbasel zusammen.

In Anwesenheit von Peter Bill, Gemeindepräsident Moosseedorf, und Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur, wurde am vergangenen Samstag, 25. August 2018, am Moossee ein neuer Uferpark eingeweiht. Zur Anlage gehört neben einem Kinderspielplatz und dem renaturierten Dorfbach auch eine Vitrine für den 2011 im Strandbad Moosseedorf gefundenen Einbaum. Das Boot ist aus Lindenholz und rund 6500 Jahre alt.

Der fragile Einbaum wird an seinem Fundort ausgestellt

Der Einbaum aus der Jungsteinzeit ist ein fragiles Ausstellungsobjekt. Seine Erhaltung verdankt er dem dauerfeuchten Seesediment, das ihn unter Luftabschluss während Jahrtausenden vor der Zersetzung bewahrte. Auch nach seiner Konservierung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz muss das wertvolle Objekt in einer klimatisierten Umgebung ausgestellt werden. Dazu entwickelte das Architektur- und Ausstellungsbüro Groenlandbasel – auf Wunsch der Gemeinde Moosseedorf und mit der Unterstützung von Partnern, Gönnern, Sponsoren und Stiftungen – eine Ausstellungsvitrine. Sie hat die Form eines stilisierten Bootes und ist frei zugänglich.

Ein kleines Museum an einem geschichtsträchtigen Ort

Um den Fund zu betrachten, taucht der Besucher mit Kopf und Schultern von unten in die scheinbar schwebende Vitrine. Von aussen gesehen wirkt dies, als ob das Boot auf den Schultern der Besucher getragen wird. Im Innern dieses Museums im Kleinformat ruht der 5,77 m lange Einbaum. Sein Entstehungsort, das jungsteinzeitliche Moosseeufer, wird in der Vitrine als Panoramabild rekonstruiert. Die Visualisierung hilft, sich die damalige Landschaft und die Lebenswelt der «Pfahlbauer» vorzustellen.

Die jungsteinzeitlichen Siedlungen im Umland des Moossees werden seit dem 19. Jahrhundert intensiv archäologisch untersucht. Sie gehören damit zu den ersten Pfahlbaufundstellen in der Schweiz. Einen aktualisierten Überblick zu den Ufersiedlungen am Moossee hat der Archäologische Dienst des Kantons Bern 2017 herausgegeben.

Rohbau der Einbaumvitrine am Ufer des Moossees. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern Rohbau der Einbaumvitrine am Ufer des Moossees. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Ausschnitt der Rekonstruktionszeichnung aus dem Innern der Einbaumvitrine. © Groenlandbasel, Javier Alberich, Basel

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