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Schutz für die UNESCO-Fundstelle Sutz-Lattrigen, Rütte

Eine Variantenanalyse der EPFL

Im Naturschutzgebiet beim von Rütte-Gut in Sutz liegt die jungsteinzeitliche Pfahlbaufundstelle Rütte. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» und ist stark erosionsgefährdet. Eine vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern in Auftrag gegebene Studie der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) zeigt Lösungen für nachhaltige Schutzmassnahmen auf.

Die jungsteinzeitlichen Siedlungsreste von Sutz-Lattrigen, Rütte stehen seit 2011 als besonders gut erhaltene Fundstelle unter dem Schutz der UNESCO. Trotzdem bleibt sie von der massiven Seegrund- und Ufererosion gefährdet. Vor allem bei Westwind laufen hohe Wellen auf, welche pro Jahr rund einen halben Meter Ufer abtragen und die darin enthaltene Fundschicht ausspülen. Wichtige archäologische Zeugnisse gehen unwiederbringlich verloren.

Herkömmliche Schutzmassnahmen wie die Überdeckung des Seegrunds mit Geotextil und Kies erwiesen sich an dieser ausgesetzten Stelle als unzulänglich. Durch die Lage an einer Landspitze wird der Kies rasch verfrachtet, die Massnahmen müssen wiederholt werden. Deshalb kontaktierte der Archäologische Dienst des Kantons Bern im Jahr 2015 das Laboratoire de Constructions Hydrauliques (LCH) der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Aus dieser Zusammenarbeit resultiert eine Modellstudie zu den Strömungsverhältnissen an der Fundstelle. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse flossen in die nun vorliegende Variantenstudie ein, die drei Möglichkeiten für einen nachhaltigen Schutz der Fundstelle und zur Verhinderung der Ufererosion vorschlägt.

Eine Begleitgruppe stellte sicher, dass alle betroffenen Fachstellen des Kantons Bern ihre Bedürfnisse einbringen konnten. Auf Basis der von den Dienststellen gemeinsam erarbeiteten Prioritäten müssen vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern in einem nächsten Schritt die Realisierbarkeit überprüft und die Finanzierung des Projekts gewährleistet werden. Mit der Studie ist ein wichtiges Etappenziel für einen nachhaltigen Schutz dieser einmaligen Fundstelle erreicht.

Im flachen Uferbereich von Sutz-Lattrigen, Rütte zeigen sich deutlich die Pfähle ehemaliger Häuser. Im Hintergrund ist das von der Erosion betroffene Seeufer sichtbar. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern Im flachen Uferbereich von Sutz-Lattrigen, Rütte zeigen sich deutlich die Pfähle ehemaliger Häuser. Im Hintergrund ist das von der Erosion betroffene Seeufer sichtbar. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Die Erosion am Seegrund schreitet rasch fort, Pfähle und Fundschichten werden freigespült. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern Die Erosion am Seegrund schreitet rasch fort, Pfähle und Fundschichten werden freigespült. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Die Studie der EPFL zeigt, dass die Wellenhöhen an der Fundstelle bei Westwind besonders starke Strömung und damit Erosion hervorrufen. © EFPL mit Überarbeitungen Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Bild vergrössern Die Studie der EPFL zeigt, dass die Wellenhöhen an der Fundstelle bei Westwind besonders starke Strömung und damit Erosion hervorrufen. © EFPL mit Überarbeitungen Archäologischer Dienst des Kantons Bern


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