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Musikpreise 2018: Weltmusik und Experimentelles, Clubmusik und Improvisation

25. Oktober 2018

Die vier mit je 15ʹ000 Franken dotierten Musikpreise 2018 des Kantons Bern gehen an den Klarinettisten, Bassisten und Komponisten Paed Conca, den Saxophonisten Christian Kobi, den Musiker und Komponisten Björn Meyer und an die DJ Sassy J. Die Sängerin Milena Patagônia (Milena Krstic) wird mit dem Coup de cœur 2018, dotiert mit 3'000 Franken, ausgezeichnet.

Die fünf vom Amt für Kultur ausgezeichneten Musikerinnen und Musiker repräsentieren eine grosse Vielfalt herausragenden Berner Musikschaffens. Die jährliche Vergabe von Musikpreisen ist für die Kulturförderung des Kantons Bern ein wichtiges Förderinstrument. Juriert und vorgeschlagen werden die Preisträgerinnen und Preisträger jeweils von der kantonalen Musikkommission.

Paed Conca: Vermittler zwischen den Kulturen

Der Klarinettist und Bassist Paed Conca arbeitet seit fast 30 Jahren als Musiker und Komponist. Er schreibt Musik für Theater und Tanz, Film und kleine Ensembles oder improvisiert zusammen mit Grössen des Fachs. Sein Schaffen führt ihn regelmässig quer durch Europa und nach Japan, ein Schwerpunkt ist zurzeit auch der Libanon. Die Zusammenarbeit mit verschiedensten Musikerinnen und Musikern rund um den Globus schlägt sich in Form einer unglaublichen Vielfalt in seiner Musik nieder. Immer wieder wagt er sich mit seinen Projekten und Kompositionen auf neues Terrain und verbindet so Menschen und Kulturen.

Christian Kobi: Improvisation Zen, Beherrschung und Improvisation

Der ausgebildete Saxophonist Christian Kobi hat im Bereich der improvisierten und experimentellen Musik eine einzigartige Sprache entwickelt. Mit enormer Wachheit für das kleinste klingende Detail und ebenso für die Stille formt und strukturiert er seine Improvisationen mit der Präzision eines Uhrmachers. Seine Bühnenpräsenz gleicht der eines Zen-Meisters, sein Instrument beherrscht er absolut und erzeugt so Klänge, die oft eine geheimnisvolle Dramaturgie entwickeln. Als Mitglied des Saxophon-Ensembles «Konus-Quartett» wie auch als Solist tritt er international auf. Ausserdem gründete er 2004 das Zoom-in-Festival und schuf damit erneut eine Plattform für improvisierte Musik in Bern.

Björn Meyer: Klanguniversum E-Bass

Mit 18 nahm Björn Meyer zum ersten Mal einen elektrischen Bass in die Hand und entdeckte ein Klanguniversum, das ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. In seinen Projekten, die traditionelle Gegensätze wie akustisch oder elektrisch, komponiert oder improvisiert, archaisch oder zeitgenössisch immer wieder in Frage stellen, arbeitete er mit der persischen Harfenistin und Sängerin Asita Hamidi, dem tunesischen Oud-Meister Anouar Brahem oder auch mit dem Schweizer Komponisten und Holzbläser Don Li zusammen und entwickelte eine ausgeprägte musikalische Handschrift. Vor einem Jahr – 30 Jahre nach der ersten Begegnung mit seinem Instrument – erschien sein erstes Solo-Album «Pro-venance» bei ECM.

DJ Sassy J: von Jazz bis Techno alles im Gepäck

Jazz, Afro, Brazil, Hip-Hop, Soul, House, Techno – das alles trägt Sassy J. unterm Arm, wenn sie mit den Plattenkoffern zur Arbeit geht. International bekannt wurde sie mit ihrem Auftritt am Worldwide Festival in Sètes 2013. Es folgten ein Mix auf Kassette für das Label The Trilogy Tapes, vielbeachtete Auftritte in Barcelona und Amsterdam und Vergleiche mit Four Tet oder Moodymann, der Crème de la Crème der avancierten Klubmusik. Ein Shootingstar ist Sassy J dennoch nicht. Sie erntet die Früchte einer leidenschaftlichen Arbeit, die Anfang der Neunziger im Jugendzentrum Graffiti in Bern mit Hip-Hop an zwei Plattenspielern begonnen hat. Sassy J ist übrigens auch zu verdanken, dass Acts wie Theo Parrish oder Floating Points in die Bundesstadt gekommen sind.

Milena Patagônia: «Coup de cœur 2018»

Hinter dem Pseudonym Milena Patagônia steckt die 31-jährige Musikerin und Bund-Journalistin Milena Krstic, eine leidenschaftliche Geräuschesammlerin, die sich ebenso leidenschaftlich für die Sache der Frau einsetzt. Nachdem sie lange mit der Rockband The New Cool unterwegs war, hat sie in den letzten Jahren im Duo mit Sarah Elena Müller (Gesang/Keyboard) und vor allem mit ihrem Soloprojekt als Milena Patagônia (Stimme/Elektronik) einen äusserst eigenständigen Stil gefunden, eine Mischung aus Spoken Word, Elektronika, R’n’B und Geräuschesampels. Ursprünglich aus Thun, lebt sie seit einigen Jahren in Bern. Sie gehört zu einer neuen Generation Berner Mundart-Pop und besticht mit ihrer warmen Stimme und ihren raffinierten Texten.

Die öffentliche Verleihung der Musikpreise 2018 findet am Montag, 19. November 2018, um 19.30 Uhr in der Dampfzentrale Bern statt.

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