Kontakt
In ständig feuchtem Milieu kann Holz unter Sauerstoffabschluss Jahrtausende überdauern. Mit der Dendrochronologie ist es möglich das Fälldatum von Bauhölzern unter bestimmten Bedingungen jahrgenau zu bestimmen. Beim Archäologischen Dienst des Kantons Bern wird diese Technik seit Mitte der 1970er Jahre angewendet und ständig weiterentwickelt. Das dendrochronologische Labor befindet sich in der Aussenstelle für Unterwasserarchäologie in Sutz-Lattrigen.
Die Dendrochronologie basiert auf dem jahreszeitlich bedingten Wechsel von Vegetationsperiode und Ruhephase im Wachstum der Bäume. Unter dem Mikroskop zeigt ein Baumquerschnitt eine typische Abfolge von Frühholz und Spätholz, die dem Zyklus zwischen Frühjahr und Herbst entspricht.
Das Wachstum eines Baumes hängt von den überregionalen klimatischen Faktoren und den lokalen Standortbedingungen (Wasserversorgung, Beschattung, Insektenbefall) ab. Die Jahrringe spiegeln die klimatischen Faktoren und die Standortbedingungen für die gesamte Lebenszeit eines Baumes. Ihr Wachstumsmuster lässt sich mit einem Strichcode oder einem Fingerabdruck vergleichen. Es wird mit mathematischen Verfahren in eine graphische Kurve umgesetzt.
Für die dendrochronologische Datierung eines prähistorischen Holzobjektes sind mehrere Schritte notwendig:
Im Rahmen der Ausgrabungen des Bielerseeprojekts wurden seit 1984 mehr als 10000 Holzproben untersucht. Eichen, Eschen- und Tannenproben eignen sich besonders gut zu Datierungszwecken, weil sie deutlich unterscheidbare Jahrringe ausbilden.