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Reichenbach - Kirche

Nachdem 2000/2001 der Chor der Kirche Reichenbach restauriert worden
war, konnte im Sommer 2009 das Schiff erneuert werden. Der Raum aus
dem späten 15. Jahrhundert hat seine Schlichtheit bewahrt.

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Das restaurierte Schiff der Kirche
Reichenbach mit dem neuen Abendmahlstisch und dem
Windfang. Foto 2009 (Christine Blaser).

Agrandir l'image Das restaurierte Schiff der Kirche Reichenbach mit dem neuen Abendmahlstisch und dem Windfang. Foto 2009 (Christine Blaser).

Als aufmerksame Handwerker vor zehn Jahren darangingen, den Chor der Kirche Reichenbach aufzufrischen, machten sie eine überraschende Entdeckung: Unter dem bröckelnden Verputz lagen rechts und links des Chorfensters mittelalterliche Malereifragmente. Die Denkmalpflege wurde verständigt und ein Restaurator mit der Untersuchung beauftragt. Es gelang, die kostbaren Malereien, die vermutlich Christus, Apostel und Heilige darstellen, freizulegen und zu sichern. Sie müssen in der Bauzeit der Kirche um 1480 entstanden sein und wurden wohl nach der bernischen Reformation (1528) überstrichen.

Reinigen, flicken, ersetzen

Das Schiff der Kirche Reichenbach vor der Restaurierung.
Foto 2009 (Christine Blaser).

Agrandir l'image Das Schiff der Kirche Reichenbach vor der Restaurierung. Foto 2009 (Christine Blaser).

2007 begann sich der Kirchgemeinderat Gedankenüber den Ersatz der über fünfzig Jahre alten Heizung der Kirche zu machen. Bei den Vorabklärungen zeigte sich, dass eine Erneuerung des Heizsystems ohne eine grundlegende Sanierung und Restaurierung des Kirchenschiffs nicht möglich war. Die Kirchgemeinde beauftragte deshalb den Steffisburger Architekten Willi Schranz, der über eine dreissigjährige Erfahrung in der Restaurierung von Kirchenbauten verfügt, mit der Ausarbeitung eines Erneuerungskonzepts. Die Denkmalpflege wirkte von Anfang an beratend mit und vermittelte auch einen finanziellen Beitrag des Kantons (Mittel des Lotteriefonds) an die Kosten.

Die Kirche Reichenbach ist ein ausgesprochen schlichter Bau, eine «Sparvariante der spätmittelalterlichen Landkirche», wie der Architekt es formuliert. Sowohl für ihn wie auch für die Denkmalpflege stand fest, dass diese Schlichtheit bewahrt werden sollte.

Um es vorwegzunehmen: Der Restaurator suchte nach den Erfahrungen im Chor gezielt nach Malereien an den Wänden des Schiffs. Aber die Sondierungen blieben ergebnislos. Die Restaurierung beschränkte sich deshalb auf das Reinigen und Flicken von Wänden, Decke und Empore. Zudem musste der Verputz im untern Bereich der Wände durch einen Sanierputz gegen die Feuchtigkeit ersetzt werden. Diese Massnahmen sind kaum wahrnehmbar. Andere treten aber in Erscheinung – und zwar durchaus zum Vorteil des Kirchenraums. Es sind dies die Neugestaltung des Eingangsbereichs und der Chor-Vorzone sowie die Erneuerung des Bodenbelags und der Beleuchtung.

Klare Formen

Der Chor der Kirche Reichenbach wurde bereits 2000/2001 renoviert. Dabei kamen mittelalterliche Malereifragmente zum
Vorschein. Foto 2009 (Christine Blaser).

Agrandir l'image Der Chor der Kirche Reichenbach wurde bereits 2000/2001 renoviert. Dabei kamen mittelalterliche Malereifragmente zum Vorschein. Foto 2009 (Christine Blaser).

Der nur sehr wenig tiefe Windfang von 1954 im innern Eingangsbereich hatte seinen Zweck eigentlich nie richtig erfüllt. Unter der Orgelempore fand deshalb ein neuer, möbelartiger Windfang Platz, der seinen Namen verdient. Das kompakte, multifunktionale Ding ist mit Eichenholz furniert und hellgrau beziehungsweise rot lasiert. Neben seiner eigentlichen Funktion beherbergt es die Steuerung des neuen Bankheizungssystems, der Licht- und der Audioanlagen und auch für Gerätschaften des Kirchensigrists sowie die Noten des Organisten ist Platz vorhanden.

Aus dem Jahr 1954 stammte ausserdem der zeittypische,aber sehr unruhig wirkende Klinkerbodenbelag. Ein Ersatz hätte das Baubudget allerdings stark belastet. Der Architekt schlug deshalb vor, den Klinker zwar beizubehalten, aber dünne, glatte Tonplatten darauf zu kleben. Das feine, gleichmässige Braunrot des neuen Bodenbelags wirkt warm und trägt massgeblich zur ruhigen Ausstrahlung des Kirchenschiffs bei.

Die Neugestaltung der Chor-Vorzone war bedingt durch die veränderte Nutzung der Kirche. Diese wird heute nicht nur für Gottesdienste, Hochzeiten und Abdankungen gebraucht, sondern dient den verschiedensten Veranstaltungen der Kirchgemeinde. Dafür wird insbesondere in der Chor-Vorzone Platz benötigt. Die fest montierten Bänke wurden deshalb aus diesem Bereich entfernt. Ein vom Innerschweizer Künstler Kurt Sigrist geschaffener mobiler Abendmahlstisch nimmt neu die Mitte vor der Stufe zum Chor ein. Das edel wirkende Möbel aus schwarz lasiertem Ahornholz setzt einen ästhetisch überzeugenden zeitgenössischen Akzent. Ein grosser Kerzenständer, ein Lesepult und mobile Bänke des gleichen Künstlers ergänzen die liturgische Ausstattung.

Die klare, zeitgemässe Formensprache von Mobiliar und Windfang schafft zwischen der Chor-Vorzone und dem Eingangsbereich eine starke optische Verbindung. Die neuen Elemente wirken eigenständig und ordnen sich gleichzeitig in den schlichten spätmittelalterlichen Bau ein. Zusammen mit dem 2000/2001 restaurierten Chor bildet das nun erneuerte Schiff einen stimmungsvollen und ausgewogenen Gesamtraum.
Ursula Maurer

Reichenbach. Reformierte Kirche St. Nikolaus.
Restaurierung Kirchenschiff: 2009
Bauherrschaft: Kirchgemeinde Reichenbach
Architekt: Willi Schranz, Steffisburg
Mobiliar Chor-Vorzone: Kurt Sigrist, Sarnen
Beleuchtung: Charles Keller, St. Gallen
Bauberatung Denkmalpflege: Heinz Mischler
Unterschutzstellung: Kanton 1908, 1972; Bund 1984
Beiträge: Kanton (Lotteriefonds/Polizei- und Militärdirektion)

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