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Erlach - Altstadt 11

In Erlach wurde eine Wohnung in der Altstadt respektvoll den neuen Bedürfnissen angepasst.

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Im Hauseingang ergänzen sich Alt und Neu. Foto 2011 (Roland Trachsel).

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Entrée und Arbeitsecke im Erdgeschoss. Foto 2011 (Roland Trachsel).

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Die Altstadt von Erlach entwickelte sich ausgehend vom Schloss in zwei Etappen. Ihr oberer Teil, das Burgstädtchen, wurde im 12. und frühen 13. Jahrhundert errichtet. Ein heftiger Brand zerstörte im August 1915 die Häuser der Südzeile hinab bis zum Gebäude Nr. 11, das verschont blieb. Dieses Wohnhaus ging aus zwei Hauseinheiten hervor, die sich zunächst an der Südringmauer und dann gassenwärts entwickelt hatten und spätestens um 1500 unter einem Dachstuhl zusammengefasst wurden. Damit wurde es zum stattlichsten Haus der Altstadt. Aus diesem Grund und weil im Innern des Gebäudes Substanz aus allen Jahrhunderten bestehen blieb, ist es heute das interessanteste der Altstadt. Im Keller und im Erdgeschoss etwa sind Teile der zwei Kernbauten und der Stadtmauer erkenn-bar. Während der letzten historischen Bauphase, wohl zu Beginn des 18. Jahrhunderts, wurde das Gebäude erhöht, um ein zusätzliches Wohngeschoss zu gewinnen. Bei Umbauten in diesem Obergeschoss entstanden Ende der 1970er Jahre erhebliche Schäden und statische Probleme.

Untersuchen, planen, entwerfen

Der renovierte Korridor im Obergeschoss. Foto 2011 (Roland Trachsel).

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Ziel des neuen Eigentümers war es, das Gebäude wieder instand zu setzen und den Eingangsbereich und das Obergeschoss zu renovieren und umzubauen.
Der Renovation gingen längere Vorbereitungen voraus. Neue Planaufnahmen und eine Bauuntersuchung durch den Archäologischen Dienst waren nötig. Auf Anraten der Denkmalpflege wurde ein Architekt beigezogen. Seine Aufgabe war es, ein überzeugendes gestalterisches Konzept zu erarbeiten, das mit der historischen Bausubstanz sorgfältig umgeht, die komplizierte Struktur des Baus berücksichtigt und eine Lösung für die statischen Probleme findet.
2011 konnten die Vorschläge des jungen Architekten schliesslich umgesetzt werden. Der heute stark aufgewertete Eingangsbereich im Hochparterre dient den Bewohnern nun als Treffpunkt und für kleine Versammlungen. Alte und neue Elemente sind hier geschickt kombiniert. Das Renaissance-Türblatt ziert weiterhin die Eingangstür und in der Südostecke des Raums befindet sich der mittelalterliche Hauseingang, eine heute verglaste Spitzbogentür. In einer zeitgemässen Formensprache entstanden hingegen die ins Obergeschoss führende Stahltreppe und eine Art Rasterdecke. Letztere ergibt sich aus einem neuen Stahlträger und damit verbundenen Unterzügen aus den 1970er Jahren, die verputzt wurden. Einen starken Kontrast zum glatten Verputz und den Metallelementen bildet das raue Material des Bodens. Dieser besteht aus unbehandelter massiver Eiche, die am Jolimont und auf der Petersinsel geschlagen wurde.

Alte Bausubstanz und neue Ergänzungen

Das mit Ofenkacheln gefüllt und offen gezeigte Riegfeld. Foto 2011 (Roland Trachsel).

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Im Obergeschoss konnte der stark veränderte Grundriss geklärt werden. Der grosse nördlich gelegene Raum wurde durch eine Schrankwand aufgeteilt. Da-raus entstanden das Entree mit einer erhöht gelegenen Arbeitsecke und das Schlafzimmer mit dazugehörigem Bad. Die bestehende Schleppgaube über dem Schlafzimmer konnte zu einem schmalen Balkon umfunktioniert werden, ohne dass sich das äussere Bild des Hauses veränderte. Abends geniesst der Bauherr hier die schöne Sicht in die Gasse und auf die Petersinsel.
Bereits 1970 entdeckte man, dass das Fachwerk des Obergeschosses mit verschiedenartigem Hafnerausschuss gefüllt worden war, der um 1725 datiert. Dies spricht dafür, dass der damalige Hausbesitzer wohl im Hafnergewerbe tätig war. Im Entree ist heute ein Stück dieser Geschichte des Gebäudes sichtbar: Ein Riegfeld zeigt die Füllung mit den Ofenkacheln.
In der südlichen Hälfte der Wohnung ist der ursprüngliche Grundriss erhalten. Von einem Mittelkorridor aus gelangt man links durch zwei originale Türen ins Gästezimmer und ins Wohnzimmer sowie rechts in das Esszimmer mit moderner Küche. Da ansonsten in der Wohnung keine Ausstattung aus der Bauzeit mehr vorhanden war, nutzte man die Möglichkeit, auch zeitgenössische Elemente einzubringen. Man entschied sich etwa für einen eingefärbten und geölten Unterlagsboden mit Schwellen aus Bodenblechen. In Esszimmer und Korridor wurde in die alten Balkeneinschnitte ein neuer Schiebeboden gelegt. So bilden Decke, Wand und Boden mit ihren unterschiedlichen Materialien ganz im Sinn des Architekten drei klar differenzierbare Ebenen.
Ein Altstadthaus kann durchaus modern und respektvoll renoviert werden. In Erlach ist jedenfalls der Versuch, eine Wohnung mit grosser Rücksichtnahme und geschickter Planung den neuen Bedürfnissen anzupassen, gelungen. Katrin Kaufmann

Erlach. Altstadt 11.
Sanierung/Umbau: 2011
Architekt: Numa Varley, Bern
Historische Bauuntersuchung: Urs Bertschinger, Biel-Bienne, und Leta Büchi, Archäologischer Dienst, Bern
Bauberatung Denkmalpflege: Jürg Schweizer, Michael Gerber
Unterschutzstellung: Kanton 1976 und 1978
Beiträge: Kanton (Lotteriefonds/Polizei- und Militärdirektion)

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