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Fachmittelschulausbildung

Fachmittelschulen (FMS) bieten einen erweiterten Ausbildungsgang an, der die Jugendlichen gezielt auf tertiäre Berufsausbildungen (Ausbildungen an Höheren Fachschulen, Fachhochschulen oder Pädagogische Hochschulen) in den Bereichen Gesundheit, Soziale Arbeit und Pädagogik vorbereitet. Die Ausbildung an der FMS richtet sich an Schülerinnen und Schüler, welche gerne ihre Allgemeinbildung vertiefen und erweitern möchten und sich für den Umgang mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen interessieren.

Aufnahmebedingungen

Die Aufnahme in einen Fachmittelschulbildungsgang erfolgt im deutschsprachigen Kantonsteil aufgrund einer Empfehlung der Volksschule. Dabei wird die Sachkompetenz, das Arbeits- und Lernverhalten sowie die Berufsfeldeignung beurteilt.

Im französischsprachigen Kantonsteil entscheidet das Zeugnis der Sekundarschule oder eine Prüfung über die Aufnahme.

Schülerinnen und Schüler aus Privatschulen können nur empfohlen werden, wenn sie diese Schule zum Zeitpunkt der Empfehlung seit mindestens drei Semestern besucht haben.

Liegt keine Empfehlung vor oder reicht die Beurteilung nicht für einen prüfungsfreien Übertritt aus, kann eine Aufnahmeprüfung absolviert werden. Falls zu viele Schülerinnen und Schüler empfohlen werden, wird für alle Kandidatinnen und Kandidaten eine Aufnahmeprüfung durchgeführt. Hier geht es zum Aufnahmeverfahren.

Inhalt / Ausbildungsschwerpunkte

Die Fachmittelschulausbildung schliesst an den Unterricht im 9. Schuljahr an und dauert bis zum Abschluss mit Fachmittelschulausweis drei Jahre. Den Schülerinnen und Schüler wird eine breite Allgemeinbildung vermittelt und sie setzen sich mit den Berufsfeldern auseinander. Die Ausbildung fördert die Selbst- und Sozialkompetenz und bereitet mit spezifischen Arbeits- und Lerntechniken auf ein lebenslanges lernen vor. 

Der Unterricht an der Fachmittelschule umfasst folgende Lernbereiche:

  • Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch) und Kommunikation
  • Mathematik und Naturwissenschaften
  • Gesellschafts- und Sozialwissenschaften
  • musische Aktivitäten und Sport

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr belegen alle Schülerinnen und Schüler die Berufsfelder Gesundheit und Soziale Arbeit. Das Berufsfeld Gesundheit umfasst Angebote in den Naturwissenschaften, aber auch in Ethik / Philosophie und allgemeiner Psychologie. Das Berufsfeld Soziale Arbeit führt Angebote im Bereich Gesellschaftswissenschaften mit Fächern wie Soziologie und Pädagogik / Entwicklungspsychologie.

 

Der Unterricht an den deutschsprachigen FMS richtet sich nach dem kantonalen Lehrplan Fachmittelschulen und Fachmaturität. Der Unterricht an der französischsprachigen Fachmittelschule, der Ecole de maturité spécialisée (EMSp) in Moutier, richtet sich nach dem französischsprachigen Lehrplan. Hier geht es zu den Lehrplänen:

Abschluss / Anschlussmöglichkeiten

Zugang zu den höheren Fachschulen

Der Erwerb des Fachmittelschulausweises berechtigt zum Besuch einer höheren Fachschule in den Bereichen Gesundheit und Soziale Arbeit. Im Kanton Bern sind dies zum Beispiel folgende Institutionen:

An den höheren Fachschulen wird im Bereich des Gesundheitswesens die Ausbildung der folgenden Berufe angeboten:

  • dipl. Pflegefachfrau HF / dipl. Pflegefachmann HF
  • Dentalhygienikerin/Dentalhygieniker
  • Rettungssanitäterin/Rettungssanitäter
  • Biomedizinische/-r Analytikerin/Analytiker (bisher med. Laborantin/Laborant)
  • Fachperson für Medizinisch-Technische Radiologie
  • Technische Operationsfachleute

Im Bereich der Sozialen Arbeit und Erziehung werden an den höheren Fachschulen folgende sozialpädagogische Berufsausbildungen angeboten:

  • Sozialpädagogin/Sozialpädagoge HF
  • Kindererzieherin/Kindererzieher HF

Zur Aufnahme in die genannten Berufsausbildungen ist in der Regel zusätzlich zum Fachmittelschulausweis das Bestehen einer Eignungsabklärung erforderlich.

Zugang zu den Fachhochschulen mit Fachmaturität

Fachmaturität Gesundheit und Soziale Arbeit

Nach dem Erlangen des Fachmittelschulausweises kann in den jeweiligen Berufsfeldern die Fachmaturität erworben werden. Für die Fachmaturität Gesundheit oder Soziale Arbeit werden nur Schülerinnen und Schüler zugelassen, die im Fachmittelschulausweis über eine genügende Note im jeweiligen Berufsfeld verfügen.

Die Fachmaturität Gesundheit oder Soziale Arbeit besteht aus einem Praktikum im gewählten Berufsfeld und einer Fachmaturitätsarbeit, in welcher das Praktikum reflektiert wird. Die Fachmaturitätsarbeit wird in einer Prüfung vorgestellt und hinterfragt. Die Fachmaturität Gesundheit und Soziale Arbeit gibt Zugang zu den Aufnahmeverfahren der Fachhochschulstudiengänge des entsprechenden Berufsfelds.

Fachmaturität Pädagogik

Nach dem Erlangen des Fachmittelschulausweises mit dem Doppelabschluss Gesundheit und Soziale Arbeit kann eine Fachmaturität im Berufsfeld Pädagogik erworben werden. Für die Fachmaturität Pädagogik werden nur Schülerinnen und Schüler zugelassen, die im Fachmittelschulausweis in den Fächern Erstsprache, erste Fremdsprache, Mathematik und Lernbereich Naturwissenschaften mindestens 16 Punkte erreicht haben, wobei keine Einzelnote unter 3.5 zulässig ist.

Die Fachmaturität Pädagogik besteht aus einem 6-wöchigen pädagogischen Vorpraktikum in einem Kindergarten oder einer Primarschule, einem 25-wöchigen allgemeinbildenden Modul und einer Abschlussprüfung. Parallel dazu wird eine Fachmaturitätsarbeit zu einem pädagogischen Thema erarbeitet und in einer mündlichen Prüfung verteidigt. Die Fachmaturität Pädagogik gibt Zugang zu den Bildungsgängen Vorschul- und Primarstufe an den Pädagogischen Hochschulen.

Weitere Informationen zur Fachmaturität Gesundheit, Soziale Arbeit und Pädagogik finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Kosten

Für Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Bern wird für den Besuch einer kantonalen Fachmittelschule (Bern, Biel, Thun, Oberaargau) kein Schulgeld erhoben. Es müssen jedoch mit Nebenkosten für Lehrmittel, Exkursionen und Studienwochen von ca. Fr. 1500.- pro Jahr gerechnet werden. Die Kosten der privaten FMS der NMS können direkt bei der Schulleitung erfragt werden.

Für Stipendien sind die kantonalen und allenfalls die gemeindeeigenen Stipendienordnungen massgebend. Informationen zu den Stipendien finden sich hier.


Weitere Informationen

 


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