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Fachmittelschulen: Bewährtes Bildungsangebot weiter entwickeln

15. Mai 2012 – Medienmitteilung

Die Berner Fachmittelschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der tertiären Bildungsangebote in den Bereichen «Gesundheit» und «Soziale Arbeit» mit geeignetem Nachwuchs. Sie nehmen damit die ihnen zugedachte Funktion wahr. Zu diesem Schluss kommt der erste Fachmittelschulbericht des Kantons Bern aufgrund einer Evaluation.

Mit dem 2004 revidierten Fachhochschulgesetz wurden auf Bundesebene die Bildungsgänge der Bereiche «Gesundheit», «Soziale Arbeit», «Kunst» und «Pädagogik» zu einem grossen Teil den Fachhochschulen oder den Höheren Fachschulen zugeteilt. Das heisst, sie setzen neu einen Abschluss auf Sekundarstufe II voraus. Allerdings sind weder die Gymnasien noch die Berufsbildung in der Lage, für die neu positionierten Studiengänge ein ausreichendes Rekrutierungspotenzial sicherzustellen. Einerseits absolvieren nicht genügend Jugendliche die Zubringerausbildungen, andererseits existieren in einigen Bereichen keine entsprechenden beruflichen Grundbildungen. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat deshalb 2003 beschlossen, die Diplommittelschulen in Fachmittelschulen umzuwandeln, welche den direkten Zugang zu den Höheren Fachschulen und - ergänzt mit der Fachmaturität - zu den Fachhochschulen und zu bestimmten Studiengängen der Pädagogischen Hochschulen geben. Im neuen Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich wurde diese Regelung übernommen, womit die Fachmittelschulen auch auf Bundesebene in der schweizerischen Bildungssystematik fest verankert sind.

Evaluation der Fachmittelschulen

Im Kanton Bern wurde die Einführung der neuen Fachmittelschulausbildung mit einer Evaluation verbunden. Der vorliegende Evaluationsbericht zeigt, dass die Fachmittelschulen die ihnen zugedachte Funktion erfolgreich wahrnehmen. Wie in andern Kantonen leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der tertiären Bildungsangebote in den Bereichen «Gesundheit» und  «Soziale Arbeit» mit geeignetem Nachwuchs. Der interkantonale Vergleich zeigt zudem, dass ausserhalb des Kantons Bern die Fachmittelschulen einen erheblichen Teil des Nachwuchses für die Studiengänge Vorschul- und Primarstufe der pädagogischen Hochschulen stellen.

Die wichtigsten Evaluationsergebnisse:

  • Die überwiegende Mehrheit der Absolvierenden belegt anderthalb Jahre nach Abschluss der Fachmittelschule einen entsprechenden Studiengang in den Bereichen Gesundheit oder Soziale Arbeit. Diese hohe Übertrittsquote ist insbesondere für die Versorgungssicherung im Gesundheitswesen zentral.
  • Die beiden wichtigsten Zubringer zu den tertiären Pflegeausbildungen, die Fachmittelschulen und die berufliche Grundbildung Fachangestellte/r Gesundheit (FaGe) ergänzen sich. Sie sprechen unterschiedliche Zielgruppen an und führen zu unterschiedlichen Werdegängen.
  • Die Fachmittelschulen sind den Gymnasien angegliedert und teilen mit diesen Infrastruktur und Administration. Dies garantiert eine kostengünstige Ausbildung.
  • In den meisten Kantonen der Schweiz leisten die Fachmittelschulen mit dem Berufsfeld «Pädagogik» einen Beitrag zur Nachwuchssicherung bei den Lehrpersonen für die Vorschul- und Primarstufe. Bern ist der einzige Deutschschweizer Kanton, der das Berufsfeld «Pädagogik» an den Fachmittelschulen nicht anbietet. Der Erfolg dieses Angebots in anderen Kantonen zeigt auf, dass die Fachmittelschule dem Profil eines Teils der Interessierten an den genannten Studiengängen gut entspricht.
  • Die Mittelschulquote insgesamt (Gymnasien und Fachmittelschulen zusammen) ist im Kanton Bern im schweizerischen Vergleich tief. Sie beträgt 20,4% (davon 1,7% Fachmittelschulquote), das schweizerische Mittel liegt bei 23,4% (davon 3,6% Fachmittelschule).

Handlungsempfehlungen

Aus den Evaluationsergebnissen leitet das Mittelschul- und Berufsbildungsamt folgende zentrale Handlungsempfehlungen ab:

  • Die Fachmittelschulen sind weiterhin Teil der Berner Bildungslandschaft.
  • Die Berufsfelder «Gesundheit» und «Soziale Arbeit» werden weiterhin angeboten werden, wobei künftig alle Absolvierenden beide Abschlüsse erlangen sollen.
  • Die Erweiterung auf das Berufsfeld Pädagogik wird geprüft, ohne dass die Mittelschulquote markant verändert werden soll.

Der Fachmittelschulbericht wurde anlässlich der Fachmittelschulkonferenz vom 15. Mai 2012 vertieft diskutiert. In der Folge wird der Erziehungsdirektor zu den Handlungsempfehlungen die notwendigen Entscheide fällen.

Mediendokumentation

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