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Enorme Vielfalt des Schaffens – ausgezeichnet mit vier Musikpreisen

24. Oktober 2016

Die mit je 15‘000 Franken dotierten Musikpreise 2016 des Kantons Bern gehen an vier herausragende Musikschaffende: Ausgezeichnet werden der Komponist Christian Henking, die Violinistin Patricia Kopatchinskaja, der Sänger Andreas Schaerer und das Solo-Projekt Strotter Inst. von Christoph Hess. Mit dem Nachwuchsförderpreis «Coup de cœur 2016» in der Höhe von 3'000 Franken wird die Jazz-Pianistin Marie Kruttli geehrt.

Die Violinistin Patricia Kopatchinskaja, die seit vielen Jahren in Bern lebt, hat sich vor allem als Solistin, aber auch als Komponistin und musikalische Leiterin einen Namen gemacht. Noch nicht 40 Jahre alt, kann die ursprünglich aus Moldawien aus einer Musikerfamilie stammende Geigerin schon auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken.

In den letzten Jahren trat sie als Solistin mit zahlreichen renommierten Orchestern Europas auf, an der Seite von Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Philippe Herreweghe oder Thomas Hengelbrock. Kammermusikalisch arbeitet die Virtuosin, von einem Kritiker einmal «der letzte, ungezähmte Derwisch unter den Geigerinnen» genannt, mit herausragenden Solistinnen und Solisten und immer wieder mit Mitgliedern ihrer Familie zusammen. Neben ihren Live-Auftritten ist sie auf zahlreichen CD-Einspielungen zu hören: Allein in diesem Jahr sind bereits fünf CDs mit ihr als Solistin erschienen.

Neue Musik aus Bern

Christian Henking studierte bei Cristobal Halffter und Edison Denissov. Wichtige Impulse erhielt er von Wolfgang Rihm und György Kurtag und entwickelte als Komponist seinen eigenen Stil: Seine Musik spielt oft mit leisen Tönen und differenzierten Klangfarben, überrascht immer wieder mit Witz und Selbstironie. Offen für ungewöhnliche Erfahrungen hat Henking für die Oper «Figaro¿» mit dem Autor Raphael Urweider und dem Rapper Greis zusammengearbeitet und es gewagt, Musik von Mozart «einzubauen». Sie wurde 2014 erfolgreich am Theater Orchester Biel Solothurn uraufgeführt.

Henkings Werkliste umfasst Kompositionen für Orchester, Kammerorchester und Soloinstrumente, Vokalmusik, aber auch jazzige tonale Stücke. Die hiesige Szene gestaltet er seit Jahrzehnten massgeblich mit, nicht nur als Komponist, sondern auch als langjähriger Chorleiter oder Dozent für Komposition und Musiktheorie an der Hochschule der Künste Bern. 

Das Universum Stimme ausloten

Andreas Schaerer hat in Bern Gesang und Komposition studiert und erforscht mit unerschöpflicher Experimentierfreude seine Stimme. Längst ist der Sänger auf Bühnen im In- und Ausland gefragt: mit «Hildegard Lernt Fliegen», im Duo mit Lucas Niggli, im Trio mit den beiden Wiener Musikern Martin Eberle und Peter Rom oder seit neustem mit Bobby Mc Ferrin. Er komponiert nicht nur für seine Projekte, sondern auch immer wieder im Auftrag für klassische Ensembles und zeitgenössische Formationen. So 2015 für das Lucerne Festival eine Komposition für Symphonieorchester und «Hildegard Lernt Fliegen», die von der Presse euphorisch gefeiert wurde.

Schaerer wurde mehrfach ausgezeichnet und unterrichtet seit 2010 an der Hochschule der Künste Bern Jazzgesang, Improvisation und Ensemblespiel. Seine hohe Professionalität, sein Spielwitz, gekoppelt an wundersam komplexe Kompositionen, sind im Moment einzigartig in der Jazzszene.

Konzerte für präparierte Plattenspieler

Hinter dem Solo-Projekt Strotter Inst., in dessen Name bewusst das Instrument wie auch auf die Installation mitschwingt, steht der Architekt, Performer und Musiker Christoph Hess. In seinen Konzerten generiert er mit abenteuerlich präparierten Plattenspielern sich immer komplexer aufschichtende Klang- und Rhythmusstrukturen. Das Spektrum reicht von flächigen Geräuschlandschaften bis hin zu polyrhythmisch verdichteten Eruptionen. Der Begriff Klang-Körper wird hier ganz wörtlich genommen: Strotter Inst. baut sein Instrumentarium jeweils zu einer faszinierenden Skulptur. Neben den Live-Auftritten entstehen aus Plattenspielern auch Objekte und Installationen, mit denen er, sozusagen als der Handwerker unter den Schweizer Elektromusikschaffenden, die Auswüchse der Musikindustrie genuss- und humorvoll hinterfragt.

Enorme Vielfalt herausragenden Musikschaffens

Vergab der Kanton Bern bislang jährlich einen Musikpreis, dotiert mit 20'000 Franken, und drei Anerkennungspreise von je 10'000 Franken, so zeichnet er neu jeweils vier Musikschaffende mit einem Musikpreis, dotiert mit je 15'000 Franken, aus. – Als Antwort auf die enorme Vielfalt herausragenden bernischen Musikschaffens. Weiterhin vergeben wird der Coup de cœur, der mit 3'000 Franken Preisgeld und einem Auftritt an der Preisverleihung verbunden ist. Er geht 2016 an Marie Kruttli.

Jazz, gespielt mit Leib und Seele

Nachdem sie bereits einige Jahre klassische Musik studiert hatte, entdeckte die Pianistin Marie Kruttli den Jazz für sich und fühlte sich dort auf Anhieb heimisch. Sie setzte ihre Studien in dieser Richtung fort, zunächst in Lausanne bei Emil Spanyi, dann in Luzern bei Hans Feigenwinter. Als Komponistin und Pianistin gründete sie 2010 ihr eigenes Trio, als Pianistin spielte sie bereits mit zahlreichen bekannten Jazzmusikern. Und so liegt nicht nur ein Album von ihr mit ihrem Trio, sondern auch eines im Quintett mit vielversprechenden jungen Musikern aus New York vor.

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