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Biel

Unter dem Pausenplatz des Primarschulhauses Walkermatte befindet sich als integraler Bestandteil der Schulanlage ein Zivilschutz-Kommandoposten. Dieser kann samt Fluchtstollen ebenso besichtigt werden wie die gesamte Schulanlage aus den frühen 1960er Jahren.

Walkermatte: Primarschulhaus im Beaumont

Schulhaus Walkermatte (Foto: Christian Stucki)

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Sonntag, 11. September 2011

10h und 14h (Dauer ca. 1h)

Führungen durch K. Zaugg, Denkmalpflegerin Stadt Biel, und Chr. Stucki, Projektleiter Abteilung Hochbau Stadt Biel

Treffpunkt:  Dreiangelweg 12–14 A, Walkermatte, auf dem Pausenplatz zwischen Schulhaus und Kindergarten (Höhe Grausteinweg)

ÖV: Bus 5 ab Bahnhof Richtung Spital-zentrum bis Haltestelle «Sydebusweg»

Das Primarschulhaus Walkermatte ging aus einem umfassenden Schulhaus-Bauentwicklungsprogramm der frühen 1960er-Jahre hervor. Dieses Programm war eine Reaktion auf die stark angestiegenen Schülerzahlen der Hochkonjunkturphase und beinhaltete die Planung und Errichtung mehrerer Schulhausanlagen. Im Fokus der Planung stand die Ausführung in Vorfabrikationsbauweise. Damit betraut wurde die Architektengemeinschaft Galli, Leuenberger, de Montmollin und Tschumi, die sich später zu der «Gruppe 44» formierte. Von den vier geplanten Schulhäusern wurden deren zwei realisiert: Das Primarschulhaus mit zugehörigem Kindergarten im und der Sahligut-Komplex mit Primar- und Sekundarstufe in Mett.

Das Schulhaus Walkermatte ist am Steilhang des als Terrassenbau angelegt. Das aus verschiedenen Trakten zusammengefügte Sichtbetonbauwerk weist südseitig Fensterfronten auf und seine Eingangsbereiche sind präzis gestaltet. Charakteristisch ist die qualitätvolle Integration in das Gelände und die daraus resultierenden bemerkenswerten Aussenräume. Am Fuss des Schulhaus-Turnhallenkomplexes befindet sich ein weiträumiger Pausenplatz, der am Südrand vom zweigeschossigen Kindergartengebäude gefasst wird.

Jüngst wurden die Flachdächer der zum erhaltenswerten Baubestand der Stadt zählenden Anlage saniert. Der gut erhaltene Bau bedarf zur Zeit keiner weiteren Sanierung, hingegen muss aufgrund einer anvisierten grösseren Belegung und wegen der Einführung von Tagesstrukturen der Komplex erweitert werden. Wegen der anspruchsvollen Ausgangslage (Baubestand und Situation) wird für diese bevorstehende Bauaufgabe aktuell ein Architekturwettbewerb durchgeführt.

Führungen in deutscher und französischer Sprache

Organisation: Fachstelle Denkmalpflege, Kontaktperson: Karin Zaugg

Walkermatte: Zivilschutz-Kommandoposten

Kommandoposten (Foto: Stefan Wuelfert)

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Sonntag 11. September

11.05 und 15.05 Uhr (Dauer ca. 45 Min.)

Führungen durch K. Zaugg, Denkmal-pflegerin Stadt Biel, Chr. Stucki, Projekt-leiter Abt. Hochbau Stadt Biel und einem Delegierten des Zivilschutzes

Treffpunkt: Dreiangelweg 12–14 A, Walkermatte, auf dem Pausenplatz zwischen Schulhaus und Kindergarten (Höhe Grausteinweg)

ÖV: Bus 5 ab Bahnhof Richtung Spital-zentrum bis Haltestelle «Sydebusweg»

Der Kommandoposten für den Ortschef des Zivilschutzes bei der Schulanlage Walkermatte ging aus einer Planung der 1960er Jahre hervor. In dieser Periode war die Zivilschutzraumplanung für die Kräfte der Örtlichen Schutzorganisation (OSO) integraler Bestandteil der Schulhausplanung. Der unter dem Pausenplatz angelegte Kommandoposten umfasst ein differenziertes Raumangebot, unter anderem Versorgungsräume, Räume für Kommando- und Übermittlungsfunktionen sowie interessante technische Einrichtungen. Besonders spannend ist der Fluchtstollen zum Tunnel der Leubringen-Bahn.

Die Erstellung von baulichen Einrichtungen zum Schutz der Zivilbevölkerung geht in die 1930er Jahre zurück und gründet in der drohenden Gefahr von Luftangriffen der aufrüstenden Mächte. Institutionalisiert wurde das einst als Luftschutz bezeichnete Zivilschutzwesen erst nach dem Ende des 2. Weltkriegs; eine erste Zivilschutzverordnung folgte 1954. Im Kontext des "Kalten Krieges" wurde der Zivilschutz zu einem zentralen Inhalt der Gesamtverteidigungsstrategie. 1962 folgte das Bundesgesetz für den Zivilschutz, 1964 jenes über den baulichen Zivilschutz, das u.a. die Organisationspflicht für Gemeinden, die Schutzdienstpflicht und den obligatorischen Schutzraumbau festlegte. Seit der Reform "Bevölkerungsschutz XXI" 2004 gehört der Zivilschutz zusammen mit der Polizei, der Feuerwehr, dem Gesundheitswesen und den technischen Betrieben zum Verbundsystem "Bevölkerungsschutz; seine Funktion beschränkt sich vornehmlich auf den Schutz der Bevölkerung bei Katastrophen und Notlagen; der Auftrag für den Bevölkerungsschutz bei Kriegen und bewaffneten Konflikten ist seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Abbaus des West-Ost-Konflikts in den Hintergrund getreten.

Führungen in deutscher und französischer Sprache.

Organisation: Berner Heimatschutz, Regionalgruppe Biel-Seeland, Kontaktperson: Christian Stucki


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Informationen über diesen Webauftritt

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