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Thun - Pestalozzi-Schulhaus

Das Pestalozzischulhaus wurde 1907–1909 auf der grünen Wiese im Westen Thuns erbaut. 2013-2015 wurde es umfassend restauriert und den heutigen Bedürfnissen angepasst.

Pestalozzischulhaus in Thun nach der Restaurierung. Foto: Alexander Gempeler.

Bild vergrössern Pestalozzischulhaus in Thun nach der Restaurierung. Foto: Alexander Gempeler.

August/Oktober 2015

Am 10. August sind die Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen ins Pestalozzischulhaus zurückgekehrt. Am Samstag, 17. Oktober findet ein Tag der offenen Tür statt. An diesem Anlass können alle Interessierten einen Blick in das sorgfältig restaurierte Gebäude werfen und dabei zudem viele einzigartige Baudetails entdecken.

Aufnahmen nach der Restaurierung:

Juni 2015

Die Restaurierung der Aussenhülle des Pestalozzischulhauses ist nun abgeschlossen, die Arbeiten im Innern des Gebäudes befinden sich kurz vor Abschluss.

Im August 2015, nach den Schulferien, wird das Gebäude wieder von den Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrperson in Beschlag genommen.

Anlässlich Tage der offenen Tür vom 16./17. Oktober 2015 werden auch alle anderen Interessierten einen Augenschein im Schulhaus nehmen können.

Baustellenfotos vom 12. Juni 2015

Baustellenbericht Frühling 2015

Der aufgefrischte Pestalozzi blickt auch auf die kommende Schülergeneration herab.

Das Pestalozzischulhaus wurde 1907–1909 auf der grünen Wiese im Westen Thuns von den bekannten Thuner Architekten Grütter & Schneider und Tschaggeney erbaut. Das
Raumprogramm umfasste rund 30 Schul- und Spezialräume, wenige Nebenräume und eine Turnhalle. Mit einer aufwändigen, in neubarockem Heimatstil mit Jungendstilelementen gehaltenen Fassaden- und Dachgestaltung haben die Architekten das grosse Volumen reich gegliedert, durchgestaltet und dekoriert.
Bis im Jahr 2013 präsentierte sich der «Peschu» weitgehend im Originalzustand. Generationen von Thunern und Thunerinnen haben in diesem Schulhauspalast die Schulbank gedrückt und ihre Spuren hinterlassen. Das robust erbaute Gebäude war zwar in vielen Teilen in erstaunlich gutem Zustand, eine Gesamtsanierung wurde aber dringend notwendig. Sowohl im Bereich der Gebäudesubstanz, der Hausinstallationen wie auch der Nutzerbedürfnisse bestand Handlungsbedarf. Bis im Sommer 2015 wird das Schulhaus umfassend restauriert und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Drei Massnahmen sind aus denkmalpflegerischer Sicht besonders hervorzuheben, nämlich die Erdbebenertüchtigung, die Fensterrestaurierung und die Restaurierung des Pestalozzi-Reliefs.

Der Hauptkorridor mit unter den decken eingebauten Metallrahmen für die Erdbebenertüchtigung, Foto: Denkmalpflege des Kantons Bern.

Bild vergrössern Der Hauptkorridor mit unter den decken eingebauten Metallrahmen für die Erdbebenertüchtigung, Foto: Denkmalpflege des Kantons Bern.

Erdbebenertüchtigung

Im Rahmen der Gesamtsanierung sollte das Gebäude die heute gültigen Mindestanforderungen für Schulbauten betreffend Erdbebensicherheit erreichen. Ungenügend war die Steifheit der aus Hourdis-Elementen konstruierten Decken, die massiven Wände genügten hingegen den Anforderungen. Zwei Varianten standen zur Diskussion: Ein Ersatz der Hourdiselemte durch neue Ortbetondecken oder eine Verstärkung der bestehenden Decken durch aussteifende Metallkonstruktionen. Um die Gebäudesubstanz möglichst zu erhalten, beschloss man die Ertüchtigung der bestehenden Decken. Unter den Decken, den Wänden und Trägern entlang wurden Metallrahmen angebracht, deren Ecken kreuzförmig verbunden sind. Die Metallkonstruktionen werden verkleidet und nicht mehr sichtbar sein.

Fensterrestaurierung: ein Idealfall

Nach mehr als hundert Jahren präsentierten sich die charakteristischen originalen Fenster mit differenzierter Sprossenteilung in recht gutem Zustand. Der Auftrag für die Restaurierung und Ertüchtigunging ging an eine hierfür spezialisierte Firma, welche über die nötige Erfahrung und das entsprechende Fachwissen verfügt. Die Fensterflügel wurden sorgfältig demontiert, in der Werkstatt geflickt und mit Isoliergläsern versehen. Die Rahmen wurden an Ort aufgefrischt, die originalen Beschläge restauriert. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist die Erhaltung der Fenster ein Idealfall: Die enorme energietechnische Verbesserung ist kaum sichtbar, die historischen Fenster tragen wesentlich zu einer stimmigen Atmosphäre im Schulgebäude bei. Die Bereitschaft, sich auf eine Restaurierung einzulassen, ist der Bauherrschaft hoch anzurechnen.

Der neue Kopf Heinrich Pestalozzis im Rohzustand, nach einem Gipsmodell nachgegossen und ins relief eingesetzt, Foto: Denkmalpflege des Kantons Bern.

Bild vergrössern Der neue Kopf Heinrich Pestalozzis im Rohzustand, nach einem Gipsmodell nachgegossen und ins relief eingesetzt, Foto: Denkmalpflege des Kantons Bern.

Restaurierung Pestalozzi-Relief

Das qualitätvolle Relief über dem ostseitigen Haupteingang mit einem Portrait des berühmten Pädagogen Heinrich Pestalozzi und reichem floralem Zierwerk besteht aus Kalkstandstein aus dem Steinbruch Hauterive bei Neuenburg. Es wies das für den gelblichen Stein typische Schadensbild auf: Einige Bereiche wirkten wie neu, unmittelbar angrenzende hingegen waren stark abgebaut. Unglücklicherweise war ausgerechnet der Kopf des Namensgebers völlig verwittert und musste ersetzt werden. Auf dem Dachboden fand sich ein Gipsmodell eines sehr ähnlichen Reliefs, überraschender Weise mit anderen Dimensionen. Offenbar handelt es sich um ein Modell desselben Autors für ein anders Portal oder um einen Vorentwurf. Der Kopf allerdings erwies sich als identisch. Mithilfe eines Gumminegativs wurde dieser aus Mörtelmasse neu gegossen und über dem Haupteingang eingesetzt. Die übrigen Teile des Reliefs werden lediglich gereinigt und kleine Fehlstellen aufgemörtelt. So wird der bekannte Schulhaus-Namensgeber wie eh und je wohlwollend-nachdenklich auf die eintretenden Schüler und Schülerinnen herabblicken.

Pestalozzischulhaus in Thun vor der Restaurierung, Foto: Denkmalpflege des Kantons Bern

Bild vergrössern Pestalozzischulhaus in Thun vor der Restaurierung, Foto: Denkmalpflege des Kantons Bern


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