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Besondere Klassen

Die Schulklassen zeichnen sich bereits seit einigen Jahren durch zunehmende Heterogenität bezüglich Entwicklung, Leistung, Begabung und Kultur der Schülerinnen und Schüler aus. Bei stattfindenden Bildungsreformen setzt sich generell die Praxis durch, Kinder und Jugendliche mit besonderem Bildungsbedarf nicht mehr speziellen Klassen zuzuweisen, sondern mit entsprechender Unterstützung in den Regelklassen zu unterrichten.  

Auch der Kanton Bern strebt eine Schule an, die grundsätzlich integrativ ausgerichtet ist. Dennoch sieht die Gesetzgebung vor, dass die Gemeinden besondere Klassen führen können. Diesen Klassen können Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten(Entwicklungsverzögerung, Leistungsverhalten, Motivation, Sozialverhalten, usw.) zugewiesen werden, bei denen die Förderung in einer Klasse mit kleinerem Schülerbestand und heilpädagogisch ausgebildetem Lehrpersonal als adäquater von der Erziehungsberatung und des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes beurteilt wird.

Die Zuweisung zu den besonderen Klassen erfolgt durch die Schulleitung auf Antrag der Erziehungsberatung oder des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes.

Gemeinden können zwei Arten von besonderen Klassen führen: Einschulungsklassen und Klassen zur besonderen Förderung. Die Zusammenarbeit zwischen den Lehrpersonen der besonderen Klassen und den Lehrpersonen der Regelklassen ist zu gewährleisten.

1. Einschulungsklasse (EK)
Kinder, die zum Zeitpunkt der Einschulung eine diagnostizierte partielle Entwicklungsverzögerung aufweisen, können einer EK zugewiesen werden, sofern dadurch die soziale Integration am Aufenthaltsort nicht beeinträchtigt wird. Die Lernziele der ersten Primarklasse werden auf zwei Schuljahre verteilt. Ziel ist der ordentliche Übertritt und die Integration in die zweite Primarklasse.
Status: Kinder, welche Einschulungsklassen zugewiesen werden, weisen einen besonderen Status auf, da der Besuch des zweiten Einschulungsjahrs formell als Repetition eines Schuljahrs gilt. Das Absolvieren der zweijährigen Einschulungsklasse wird mit zwei Jahren an die Erfüllung der obligatorischen Schulpflicht angerechnet.

2. Klasse zur besonderen Förderung (KbF)
Schülerinnen und Schüler mit Lern- oder Leistungsstörungen, Behinderungen oder Verhaltensauffälligkeiten können zeitlich definiert einer KbF zugewiesen werden, falls sie nicht in einer Regelklasse adäquat unterrichtet werden können. Ziel ist die (Re-)Integration in die Regelklasse, bzw. die berufliche Integration.
Status: Schülerinnen und Schüler in einer KbF weisen keinen besonderen Statuss auf. Wie alle Regelschülerinnen und –schüler können sie – wenn sie in einem oder mehreren Fächern die Lernziele andauernd und in erheblichem Mass nicht erreichen – nach individuellen Lernizielen unterrichtet und beurteilt werden.

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