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Beratung von Familien mit Vorschulkindern

Kooperation der Kantonalen Erziehungsberatung und der Mütter- und Väterberatung Kanton Bern neu flächendeckend 

Seit Januar 2015 bieten im ganzen Kanton Bern Psychologinnen und Psychologen der kantonalen Erziehungsberatung in 69 Standorten der Mütter- und Väterberatung regelmässig kinderpsychologische Einzelberatung an. Im Rahmen der Kooperation sind zudem gemeinsame Gruppenberatungs-Angebote in Planung. Für die Umsetzung dieser Massnahme aus dem Konzept frühe Förderung im Kanton Bern stellt die Gesundheits- und Fürsorgedirektion jährlich CHF 830‘000 aus dem Fonds für Suchtprobleme zur Verfügung.

Die frühen Lebensjahre eines Kindes sind erwiesenermassen entscheidend für die künftige körperliche und psychische Gesundheit sowie die berufliche und soziale Integration. Aus diesem Grund ist frühe Förderung ein zentrales gesellschaftliches Anliegen was die Chancengerechtigkeit, Armutsprävention und Gesundheitsförderung betrifft. Eine niederschwellige und fachlich qualifizierte Beratung von Eltern kleiner Kinder ab Geburt bis zum 5. Lebensjahr ist dabei ein bedeutendes Element, welches Eltern in ihrer Selbstverantwortung und Erziehungskompetenz stärkt.

Um möglichst viele Eltern mit Kleinkindern erreichen zu können, muss das Beratungsangebot niederschwellig und regional verankert sein. Der Bedarf für ein kooperatives und aufeinander gut abgestimmtes Beratungsangebot der Mütter- und Väterberatung und der Erziehungsberatung des Kantons Bern ist ausgewiesen und entspricht einem klaren Auftrag der Politik. So hat 2012 der grosse Rat das Konzept des Regierungsrates zur frühen Förderung vollumfänglich gutgeheissen. Das Konzept sieht unter anderem vor, die Zusammenarbeit der Mütter- und Väterberatung und der Erziehungsberatung im ganzen Kanton zu institutionalisieren. Eine strukturelle und fallbezogene Zusammenarbeit der beiden bestehenden Angebote ermöglicht, langjährig bewährte Strukturen zu nutzen, aufeinander abzustimmen und die vorgesehenen Schritte kostengünstig umzusetzen.

Bereits 2006 haben die Mütter- und Väterberatung und die Erziehungsberatung in neun Gemeinden ihre Zusammenarbeit getestet. Auf Projektbasis hat die Erziehungsberatung in den Mütter- und Väterberatungsstellen Sprechstunden angeboten. Die Zusammenarbeit wurde von den Projektpartnern wie auch von den Eltern als sehr positiv bewertet.

Diese Good-Practice-Erfahrungen machten es möglich, ein innovatives Kooperationskonzept zwischen der Mütter- und Väterberatung und der Erziehungsberatung zu entwickeln, welches nun seit Januar 2015 im ganzen Kanton Bern verankert ist. Damit haben neu alle Eltern im Kanton Bern im Rahmen der Mütter- und Väterberatung niederschwelligen und kostenlosen Zugang zu einer ergänzenden kinderpsychologischen Beratung in ihrer Nähe. Zusätzlich werden den Eltern bald auch Gruppenangebote zur Verfügung stehen, die gemeinsam von der Mütter- und Väterberatung und der Erziehungsberatung angeboten werden.

Das Kooperationskonzept zwischen den beiden Stellen sieht vor, dass die Mütter- und Väterberaterinnen weiterhin erste Ansprechpersonen für Eltern mit Fragen zu Entwicklung und Erziehung von Kleinkindern ab Geburt bis zum 5. Lebensjahr bleiben. Stellen die Beraterinnen jedoch Bedarf nach einer weiterführenden kinderpsychologischen Beratung fest, weisen sie die Eltern auf das gemeinsame Angebot mit der Erziehungsberatung hin und bieten direkt Termine an. In den Räumen der Mütter- und Väterberatungsstellen führen Kinderpsychologinnen oder -psychologen der Erziehungsberatung einmal monatlich Sprechstunden zu komplexeren Fragestellungen durch, die ein fundiertes psychologisch-therapeutisches Wissen voraussetzen. Die Themen umfassen beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten, langanhaltende Schlafstörungen oder exzessives Trotzen des Kindes, schwierige Familiendynamik oder wiederkehrende Erziehungsthemen, die trotz Unterstützung durch die Mütterberaterin von den Eltern nicht angegangen werden können.

Die institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen der Mütter- und Väterberatung und der Erziehungsberatung wird von den Beratungspersonen beider Seiten sehr positiv aufgenommen und geschätzt. Beide Stellen können gegenseitig wertvolle fachliche Synergien nutzen.

Gemäss Rückmeldungen aus dem Pilotprojekt begrüssen die Eltern, dass die Sprechstunde vor Ort in den Räumen der Mütter- und Väterberatungsstelle stattfindet und die Termine direkt mit der vertrauten Mütter- und Väterberaterin vereinbart werden können. Bei Bedarf können die Mütterberaterinnen die Eltern auch in die Sprechstunde begleiten. Viele Eltern wissen zudem nicht, dass die kantonale Erziehungsberatung auch für Kinder im Vorschulalter aufgesucht werden kann. Bei Bedarf kann also die Beratung auf der Erziehungsberatungsstelle weitergeführt werden.

Die Mütter- und Väterberatung geniesst bei einem hohen Anteil an Familien mit Kleinkindern Vertrauen. Im Jahr 2013 kamen im Kanton Bern 9579 Kinder zur Welt. Bei 70% der Eltern führte die Mütter- und Väterberatung eine Erstberatung im ersten Lebensjahr durch. Dieser Vertrauensvorschuss in die Mütter- und Väterberatung hilft Eltern allfällige Berührungsängste oder Hemmungen gegenüber der Erziehungsberatung abzubauen und führt dazu, dass Eltern früher oder schneller das Angebot einer psychologischen Beratung in Anspruch nehmen.

"Ich habe im Moment vier Familien in Beratung, die mich im Rahmen der Mütter- und Väterberatung kennen gelernt haben. Dies ist ja auch eines der Ziele der Zusammenarbeit, nämlich früh mit Eltern in Kontakt zu kommen und eine Vertrauensbasis zu schaffen, so dass sie später wieder auf uns zukommen", erläutert eine Erziehungsberaterin der kantonalen Erziehungsberatung.

Hinweis

Die Bildungsdirektion Kanton Zürich hat Kurzfilme zu "Lerngelegenheiten für Kinder bis 4" veröffentlicht.


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