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Einführung des Lehrplans 21 Breite Zustimmung zur vereinfachten und verbesserten Beurteilung

17. Januar 2017 – Medienmitteilung

Die mit der Einführung des Lehrplans 21 vorgesehene vereinfachte Beurteilung stösst auf ein positives Echo: Dies zeigen die Ergebnisse der Konsultation. Der Lehrplan 21 sieht keine grundlegenden Änderungen an der bestehenden Beurteilung vor. Die bisherigen Zeugnisse sollen vereinfacht und deren Anzahl reduziert werden. Aufgrund der Konsultationsantworten nimmt Erziehungsdirektor Bernhard Pulver Anpassungen beim Portfolio zu den überfachlichen Kompetenzen – der Einschätzung des Arbeits- und Lernverhaltens – vor. Die Vorbereitungsarbeiten der Erziehungsdirektion zur Einführung des Lehrplans 21 sind damit abgeschlossen.

Mit der Einführung des Lehrplans 21 ändert sich die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler nicht grundlegend. Der wichtigste Massstab bleibt das Erreichen der Ziele, die sich die Lehrpersonen für den Unterricht setzen. Zudem sieht der Kanton Bern keine flächendeckenden, standardisierten Tests vor. Mit der Einführung des Lehrplans 21 bietet sich jedoch die Chance, die Beurteilung zu verbessern und zu vereinfachen. Die entsprechenden Vorschläge der Erziehungsdirektion stiessen in der Konsultation auf breite Zustimmung.

Weniger Beurteilungsberichte und Schullaufbahnentscheide

Der Lehrplan 21 gibt der förderorientierten Beurteilung in Form von Begleitung, Rückmeldung und Unterstützung der Schülerinnen und Schüler ein zentrales Gewicht. Um dafür mehr Raum zu schaffen und Druck wegzunehmen, sind weniger Beurteilungsberichte und Schullaufbahnentscheide vorgesehen. Im Gegenzug soll das Standortgespräch mit den Eltern aufgewertet werden. Schullaufbahnentscheide halten fest, ob eine Schülerin, ein Schülerin ins nächste Schuljahr übertreten kann oder nicht.

Im Kindergarten und in der 1. Klasse fallen die Beurteilungsberichte ganz weg. Das erste Zeugnis gibt es am Ende des 2. Schuljahres, also am Ende des ersten Zyklus. Die nächsten Beurteilungsberichte erhalten die Schülerinnen und Schüler Ende des 4., 5. und 6. Schuljahres. Auf der Sekundarstufe sieht die Erziehungsdirektion statt halbjährliche neu jährliche Beurteilungsberichte und Schullaufbahnentscheide vor. Individuelle Schullaufbahnentscheide sollen wenn nötig jedoch während der ganzen Volksschulzeit flexibel getroffen werden. Schliesslich werden die Beurteilungsberichte vereinfacht und das Arbeits- und Lernverhalten ist darin nicht mehr enthalten.

Standortgespräch neu mit kurzem Protokoll

Das Standortgespräch mit den Eltern erhält noch einen zentraleren Stellenwert. Es ist das Kernstück der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Eltern. Neu wird ein einfaches Protokoll für das Standortgespräch verbindlich sein. In diesem werden die besprochenen Themen und Absprachen zwischen Lehrperson, Eltern und Schülerinnen und Schülern kurz festgehalten und unterschrieben. Dieses Protokoll haben alle Konsultationspartner mit grosser Mehrheit begrüsst.

Drei statt zwei Portfolios zu den überfachlichen Kompetenzen

Anpassungen hat Erziehungsdirektor Bernhard Pulver auf Grund der Konsultationsergebnisse beim Portfolio zu den überfachlichen Kompetenzen vorgenommen. Dieses besteht aus einer Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler und einer Fremdeinschätzung der Lehrpersonen. Es umfasst die personalen Kompetenzen und die für die Berufswahl wichtigen Schlüsselkompetenzen.

Das Portfolio wird nicht wie zuerst vorgesehen nur Mitte des 8. und 9. Schuljahres, sondern Ende des 7., 8. und 9. Schuljahres ausgewiesen. Die meisten Lehrstellensuchenden versenden ihre Bewerbungen vor Mitte des 9. Schuljahres. Mit dem zusätzlichen Portfolio Ende der 7. Klasse ist die Leistungsentwicklung bei den überfachlichen Kompetenzen für die Lehrbetriebe besser sichtbar. 

Konsultation zu den allgemeinen Hinweisen und Bestimmungen des Lehrplans 21

Heute (17.1.2017) hat die Erziehungsdirektion nun auch noch die allgemeinen Hinweise und Bestimmungen (AHB) zum Lehrplan 21 bis am 17. März 2017 in die Konsultation gegeben. Die AHB dienen als Grundlage für die Schul- und Unterrichtsorganisation sowie für die Schulentwicklung und enthalten die kantonsspezifischen Eckwerte zum Lehrplan 21. Ein wichtiges Element der AHB ist die neue Lektionentafel, die insgesamt auf  breite Akzeptanz gestossen ist. Im Zentrum der neuen Lektionentafel stehen die Stärkung von Deutsch, Mathematik, Medien und Informatik sowie die individuelle Vertiefung und Erweiterung.

Weil die Lektionenzahl in den Fachbereichen Deutsch, Mathematik und Informatik erhöht wird, sehen die AHB vor, den zeitlichen Aufwand für die Hausaufgaben deutlich zu reduzieren. Neben der Schule müssen die Kinder und Jugendlichen weiterhin genügend Zeit finden, sich zu erholen und einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen.

Grundsätzlich sind die wichtigsten Lehrmittel heute schon mit dem Lehrplan 21 kompatibel. In den Fächern Deutsch, Französisch, Mathematik, Englisch und Französisch können die Lehrpersonen weiterhin mit den bestehenden Lehrmitteln arbeiten. Auch im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft NMG auf der Primarstufe können die Lehrmittel der Reihe «Lernwelten» weiterhin eingesetzt werden. Im Bereich Natur und Technik erscheint bald die neue Lehrmittelreihe «Na Tech».

Damit sind nun die wichtigsten Vorbereitungen zur Einführung des Lehrplan 21 im Kanton Bern abgeschlossen: die Beurteilung ist geklärt, die Lektionentafel festgelegt und die meisten Lehrmittel bereit.

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