Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen

Sonderpädagogik: Bericht geht in die Konsultation

16. Mai 2017 – Medienmitteilung

Der Kanton Bern will die Sonderschulbildung einfacher regeln und besser steuern. Deshalb sollen Regel- und Sonderschulen künftig unter dem gemeinsamen Dach der Volksschule geführt werden. So sieht es der Bericht Sonderpädagogik vor, der nun bis am 28. Juni 2017 in die Konsultation geht. Der Regierungsrat wird sich Mitte Januar 2018 damit befassen und den Bericht danach dem Grossen Rat unterbreiten.

Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung oder einer psychosozialen Beeinträchtigung haben bei ausgewiesenem Bedarf Anrecht auf ausreichende Sonderschulung. Im Kanton Bern erhalten rund 2500 oder 2,4 Prozent aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlicher Sonderschulbildung. Davon besuchen rund 2000 eine Sonderschule oder werden in Sonderschulheimen unterrichtet (separative Sonderschulbildung). Die übrigen knapp 500 Schülerinnen und Schüler erhalten ihre Sonderschulbildung in der Regelschule (integrative Sonderschulbildung).

Bewährtes bleibt – Organisation wird übersichtlicher

Die Aufteilung in separative und integrative Sonderschulbildung hat sich bewährt. Deshalb soll sie beibehalten werden. Auch am Verhältnis von separativer und integrativer Sonderschulbildung soll grundsätzlich nichts verändert werden. Zudem soll die Landschaft der Sonderschulen und Sonderschulheime nicht umgebaut werden: Zusammen mit den Sonderschulen hat der Kanton Bern ein differenziertes Angebot und viel Know-how bei der bedarfsgerechten Bildung von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung entwickelt.

Die Sonderschulbildung soll aber übersichtlicher organisiert werden. Deshalb hat die Erziehungsdirektion in Zusammenarbeit mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion und unter Einbezug der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion den Bericht Sonderpädagogik erarbeitet. Dieser zeigt auf, wie die Sonderschulbildung künftig einfacher geregelt und gesteuert werden soll.

Sonderschulbildung soll Teil der Volksschule werden

Aktuell ist die Gesundheits- und Fürsorgedirektion für die Sonderschulbildung zuständig. Sie stellt die erforderlichen Angebote für Kinder und Jugendliche mit einem behinderungsbedingten oder sonstigem Pflege-, Betreuungs- oder Bildungsbedarf bereit. Die inhaltlichen Vorgaben wie Lehrplan und Lehrmittel bestimmen weitgehend die Schulen selber.

Neu soll die Sonderschulbildung Teil der Volksschule sein und im Volksschulgesetz verankert werden. Damit wechselt die Verantwortung zur Erziehungsdirektion. Der Sonderschulunterricht soll sich am Lehrplan der Regelschule orientieren, der für die spezifischen Bedürfnisse der Sonderschulen ergänzt wird. An der Finanzierung der Sonderschulen ändert sich nichts: Via Lastenverteiler Sozialhilfe tragen der Kanton und die Gemeinden je 50 Prozent der Kosten.

Standardisiertes Abklärungsverfahren

Welche Kinder und Jugendlichen Anspruch auf Sonderschulbildung haben, sollen künftig die Erziehungsberatungsstellen mit dem standardisierten Abklärungsverfahren (SAV) ermitteln. Dieses Verfahren wurde von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren entwickelt. Mit dem SAV soll der Bildungsbedarf eines Kindes oder Jugendlichen in Zukunft unter Einbezug seines schulischen und familiären Umfeldes ermittelt werden. Bisher geschah dies in der Regel basierend auf einer Diagnose. Schliesslich müssen im Gegensatz zu heute nicht mehr die Eltern einen geeigneten Schulplatz finden. Dafür wird künftig der Kanton verantwortlich sein.

Aufnahme in Sonderschulen

Die Erziehungsdirektion schliesst mit jeder Sonderschule einen Leistungsvertrag ab. Dieser regelt die Rechte und Pflichten beider Parteien, unter anderem unter welchen Rahmenbedingungen sich die Sonderschule verpflichtet, die ihr zugewiesenen Schülerinnen und Schüler aufzunehmen. Sowohl die Sonderschule als auch die Eltern werden ins Entscheidungsverfahren einbezogen. Ziel ist, eine von allen Partnern getragene Lösung zu finden.

Sonderschulheime haben zwei Leistungsverträge: Einen für die Leistungen der Sonderschulbildung mit der Erziehungsdirektion und einen für sozialpädagogische Betreuungsleistungen (inkl. Pflege) mit der dafür zuständigen Direktion.

Einheitliche Anstellungsbedingungen für die Lehrkräfte

Die Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen für die Sonderschulbildung werden denen der Lehrpersonen an der Volksschule angeglichen. Dies soll insbesondere bezüglich Gehalt und Gehaltsentwicklung, Altersentlastung und Treueprämie gelten.

Logopädie und Psychomotorik
Die aktuell individuell von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion verfügte Logopädie und Psychomotorik sollen während der Volksschulzeit neu im Regelschulangebot verankert werden. So lässt sich das Angebot einfacher steuern und die Abläufe werden einfacher.

Start des Konsultationsverfahrens

Die Erziehungsdirektion schickt den Bericht zur Sonderpädagogik nun bis am 28. Juni 2017 in die Konsultation. Der Regierungsrat wird sich Mitte Januar 2018 damit befassen und den Bericht danach dem Grossen Rat unterbreiten.

Mediendokumentation 

Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen


Weitere Informationen



Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

http://www.erz.be.ch/erz/de/index/direktion/ueber-die-direktion/aktuell.html