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Ausgabe 6/2017

Koffer gepackt

Frauenpower auf dem Lötschenpass: Die beiden Mitarbeiterinnen des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern (ADB), Regula Gubler und Kathrin Glauser, bergen vor laufender Kamera des Schweizer Fernsehens 4000 Jahre alte Funde, Ausrüstungsgegenstände eines bronzezeitlichen Berggängers. Selten kann ein so grosses Publikum den Profis des Amtes für Kultur unmittelbar bei der Arbeit über die Schultern blicken. Und begeistert stellt man fest, mit welchem Sachverstand und persönlichen Einsatz hier gearbeitet wird. Zu Kompetenz und Engagement gesellt sich das augenfällige Teamwork der Archäologin und der Grabungstechnikerin. Die beiden arbeiten sich im wörtlichen Sinne in die Hand. Die bereits vor Ort gewonnenen und inzwischen im Labor erhärteten Erkenntnisse finden grosses mediales Interesse und hohe Beachtung der internationalen Fachwelt. Ich packe die Gelegenheit beim Schopf und danke auch an dieser Stelle den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes für Kultur vor und abseits der Kamera für ihren Einsatz im Dienste der Öffentlichkeit.

Beim Betrachten des Fernsehbeitrags wurde der Blick auf das Bodenarchiv gelenkt, dem der ADB wertvolle Erkenntnisse aus der Geschichte der Menschheit tagtäglich abringt, sei es am Bielersee, im Gürbental oder auf hochalpinen Pässen. Im Falle des Lötschenpasses sind es organische Funde, die höchste Anforderungen an die Konservierung und Aufbewahrung stellen. Doch nicht alle Funde, die der Boden freigibt, sind so fragil und wandern ins Archiv oder in eine Vitrine. Eine Auswahl robusterer aber nicht minder aufschlussreicher Objekte packt die Vermittlungsabteilung des ADB in einen Koffer und schickt diesen auf Reisen quer durch den Kanton.

Das Projekt "Archäologiekoffer" umfasst mittlerweile drei Epochen und nicht weniger als drei Dutzend Exemplare, die dauernd bei Schulklassen unterwegs sind. In enger Zusammenarbeit des ADB mit der Pädagogischen Hochschule und erfahrenen Lehrpersonen sowie der Teilhabe von Schülerinnen und Schülern sind so zu den Epochen der Pfahlbauer und der Römer anschauliche Lerneinheiten entstanden. Nun gibt es auch einen Koffer fürs Mittelalter. Gut gepolstert und angereichert mit interessanten Informationen sind u. a. Fragmente von Kacheln, Talglichtern, Kochtöpfen und Hufeisen zu finden. Was für ein Erlebnis, ein Alltagsobjekt aus der tiefen Vergangenheit in der Hand zu halten und sich von ihm Geschichten erzählen lassen und in die Geschichte einzutauchen!

Der Koffer kann übrigens nicht nur von Schulklassen bestellt werden. Ich kann mir ein höchst anregendes Kofferauspacken auch von Erwachsenengruppen aller Generationen vorstellen. Bis hin zu politischen Gremien, wo er mithelfen könnte, das wache Interesse der Berner Politik an der Archäologie zu erhalten.

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur


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