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Das römische Heiligtum «Gumpboden» bei Studen/Petinesca

Ein universitäres Forschungsprojekt in einem bedeutenden religiösen Zentrum 

Das römische Heiligtum auf dem «Gumpboden» bei Studen/Petinesca war ein bedeutendes religiöses Zentrum mit überregionaler Ausstrahlung. Im Sommer 2017 führt das Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern in enger Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern eine Grabung durch, um aktuelle Forschungsfragen zu klären. 

Das römische Heiligtum auf dem «Gumpboden» bei Studen/Petinesca ist in den Jahren 1937/38 erstmals umfassend untersucht worden. Die Arbeiten wurden unter der wissenschaftlichen Leitung von Otto Tschumi durch das Archäologische Freiwillige Arbeitslager Petinesca durchgeführt. Am südöstlichen Ende des bereits in der Eisenzeit besiedelten Jensbergs konnte dabei ein knapp 14 h grosser, römischer Tempelbezirk dokumentiert werden. Innerhalb seiner Umfassungsmauer, die den heiligen Bezirk vom profanen Umland abgrenzte, standen einst sechs gallo-römische Umgangstempel, drei kleinere Kapellen sowie ein weiteres mehrräumiges Gebäude. Letzteres wurde wahrscheinlich zur Abhaltung üppiger Kultbankette errichtet, die im Anschluss an gemeinschaftliche Rituale stattfanden. Derartige kollektive Feiern waren neben individuellen Kulthandlungen, die sich in Petinesca in einzelnen Votivgaben äussern, aber bislang nicht lokalisieren lassen, ein wichtiger Bestandteil religiöser Praktiken.

Aufgrund dieser interessanten Ausgangslage führt das Institut für Archäologische Wissenschaften, Abteilung Archäologie der Römischen Provinzen, eine einmonatige Forschungsgrabung auf dem «Gumpboden» durch. In enger logistischer und technischer Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern werden dabei drei Grabungsflächen geöffnet. Im Gegensatz zu den schmalen Sondierschnitten der 1930er-Jahre sollen dank der grösseren Grabungsausschnitte und gezielteren Fragestellungen die Spuren der religiösen Praktiken genauer im Boden lokalisiert werden. Daneben liegt der Fokus auf möglichen eisenzeitlichen Vorgängerbauten im Tempelbezirk. Sie stehen oftmals am Ursprung eines römischen Heiligtums. Dies könnte auch beim «Gumpboden» zutreffen, gerade da sich die sakrale Zone innerhalb des eisenzeitlichen Siedlungsgebiets auf dem Jensberg befindet.

Während der Ausgrabung wird es möglich sein, die Arbeiten im Tempelbezirk mittels Webcam im Neuen Museum Biel zu verfolgen. Dazugehörige Workshops im Museum werden folgen.

Grundriss und Rekonstruktion des Tempelbezirks auf dem «Gumpboden» nach den Ausgrabungsergebnissen von 1937/38. © Rekonstruktion Fundort Schweiz Bd. 3; © Plan Archiv Archäologischer Dienst des Kantons Bern; grafische Überarbeitung Institut für Archäologische Wissenschaften

Bild vergrössern Grundriss und Rekonstruktion des Tempelbezirks auf dem «Gumpboden» nach den Ausgrabungsergebnissen von 1937/38. © Rekonstruktion Fundort Schweiz Bd. 3; © Plan Archiv Archäologischer Dienst des Kantons Bern; grafische Überarbeitung Institut für Archäologische Wissenschaften

Votivgaben aus dem Tempelbezirk «Gumpboden» aus den Ausgrabungen 1937/38. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Neues Museum Biel

Bild vergrössern Votivgaben aus dem Tempelbezirk «Gumpboden» aus den Ausgrabungen 1937/38. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Neues Museum Biel

Votivgaben aus dem Tempelbezirk «Gumpboden» aus den Ausgrabungen 1937/38. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Neues Museum Biel

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