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Ausgabe 5/2017

§ 10 

Von der Libido eines Gesetzesartikels zu sprechen, scheint auf den ersten Blick etwas gewagt. Doch dem Artikel 10 des Bernischen Kulturgesetzes kann diese Qualität nicht gänzlich abgesprochen werden. Im besagten Paragraphen ist nämlich der Selbsterhaltungstrieb der öffentlichen Kulturförderung angelegt. Artikel 10 legt fest, dass der Regierungsrat eine kantonale Kulturstrategie beschliesse und diese periodisch überprüfe. Eine Periode von 9 Jahren scheint für diesen Erneuerungsprozess angemessen, selbst wenn sich eine Strategie bewährt hat. Die Kultur steht gleichsam für das Kontinuum der Veränderung. Wenn sich die öffentliche Kulturförderung dem gesellschaftlichen Wandel verschliesst, macht sie sich überflüssig. Und wenn sie in diesem Wandel bestehen will, dann muss sie den Kompass regelmässig neu eichen. Ohne aktuelle Strategie navigiert sie in die falsche Richtung. Entsprechend gab der Erziehungsdirektor Bernhard Pulver den Auftrag, die Strategie 2009 zu überarbeiten und das Ergebnis Ende 2017 dem Regierungsrat vorzulegen.

Diese Arbeit kann, will und soll das Amt für Kultur nicht alleine tun, deshalb wurde die Überarbeitung der Strategie 2009 in einem breiten Prozess angegangen, der mit der heute beginnenden Konsultation und dem bevorstehenden Kulturtag dem Höhepunkt zusteuert.

Die Kulturstrategie 2009 hat sich bewährt. Sie gab der Gesetzesrevision die richtige Richtung. Dank ihr konnte die Berner Filmförderung neu aufblühen, die Vermittlung vermehrt ein junges Publikum für Kultur begeistern und sich die regionale Kulturfinanzierung in allen Kantonsteilen etablieren. Die überarbeitete Kulturstrategie 2018 soll das Bewährte beibehalten und gleichzeitig im Rahmen des bestehenden Kulturförderungsgesetzes neue Akzente setzen. 

Die Amtsleitung Kultur und die Abteilung Kulturförderung machten sich vor zwei Jahren auf den Weg. Vorab galt es, die bestehende Kulturstrategie auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Die Evaluation der formulierten Ziele schnitt sehr gut ab. Eine Reihe von Expertengesprächen sowie die Diskussionen im Rahmen der Kulturdialoge bestätigten dies und lenkten den Blick auf neue Herausforderungen. Nun liegt der Entwurf vor: Kulturelle Teilhabe, die Stärkung der Kultur in den ländlicheren Gebieten des Kantons, der Kulturaustausch über die Sprachgrenze oder gezielte Impulse zugunsten der Kooperation sind Beispiele für neu definierte strategische Ziele. 

Lassen Sie sich von der Lust an der Strategiediskussion anstecken. Nutzen Sie das Angebot, sich im Rahmen der Konsultation und am Kulturtag an der Weiterentwicklung der bernischen Kulturförderung zu beteiligen.

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur des Kantons Bern


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