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Ausgabe 9/2013

Sehr geehrte Damen und Herren

"Bi-biiip." Die Erziehungsdirektion ERZ ist eine musische Direktion: "Bi-biiip". Morgens früh, wenn ich das Gebäude betrete, später beim Wechseln des Stockwerks, oder wenn ich mich dem Büro von PUL nähere, wie es im amtlichen Abkürzungsberndeutsch heisst, wenn man Kulturdirektor Bernhard Pulver meint: Stets ertönt ein "bi-biiip." Auf meinen Badge reagiert das Dekodiergerät vor verschlossenen Türen mit einer leisen, aber reinen Quart. Und die Türen gehen auf.

Das verleiht Schwung. Die Quart gibt in der Musik das Signal zum Aufbruch. Sie drängt nach vorne, will mehr als die vollkommene Harmonie. Sie ruht nicht in sich selbst wie die Oktave oder strebt nach Vollendung wie die Quint. Die Quart nimmt Reibung in Kauf. Etwas Kämpferisches ist ihr nicht abzusprechen. Noch klingen die Quart-Fanfarenstösse der Missa Solemnis in den Ohren, die zum Auftakt des Berner Musikfestivals im Münster erklangen. Oder Porgys hoffnungsfroher Quartsprung "Oh, I got plenty o'nuttin" beim Jubiläumskonzert des Konzertchores Oberaargau. Und erst jene forschen Quarten nach Händels Art, mit denen Katharina Suskes Oboe im Zentrum Paul Klee zum "Delirio Amoroso" blies! Bei diesem Intervall gibt's kein Zurück. Erfüllung und Abschluss bleiben vorerst offen.

Wenn man sich in der Kulturförderung auf Partizipation einlässt, dann bleibt vorerst manches offen. Das Risiko gehe ich gerne ein, wenn wir uns 2014 vertieft auf dieses Thema einlassen wollen. Ich bin überzeugt, dass noch viel mehr Einwohnerinnen und Einwohner dieses Kantons vom kulturellen Schaffen und von der Kulturpflege profitieren können, wenn sie näher heranrücken, wenn sie nicht bloss als Konsumierende – oder vornehmer ausgedrückt: als Rezipienten – zugelassen sind. Kulturelle Teilhabe verlangt nach sorgfältigen Analysen, nach klugen Strategien und neuen Konzepten. Vor allem fordert dies die Bereitschaft von Profis, Laien und Förderern, sich Neuem gegenüber zu öffnen. Eines ist klar: Das Publikum beteiligt sich gerne. Vor allem für die junge Generation, die "Digital Native" ist Partizipation eine Selbstverständlichkeit.

Bereits nähern wir uns dem Jahresende. Ich wünsche Ihnen und uns im Amt für Kultur des Kantons Bern dieses drängende Vorangehen. Obwohl das Umfeld ja nicht durchwegs begünstigend erscheint und die eine oder andere bevorstehende Verhandlung zäh sein könnte, stelle ich an manchen Kulturorten Aufbruchstimmung fest. Viel künstlerische Energie liegt in der Luft, kreative Kräfte sind am Werk und zahllose Engagierte packen mit an, um gemeinsam Entwicklungsräume zu erschliessen.

Die musische ERZ möge auch 2014 die Impulse des kulturellen Lebens aufnehmen und ihr Vorankommen begünstigen. Und wenn ich den Bernerinnen und Bernern deshalb zum Neujahr mit einem kräftigen "bi-biiip" zuproste, nehme ich in Kauf, dass man dabei zum Schluss kommen könnte: "Bei dem piepst's wohl!"

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur


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