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Ausgabe 4/2014

Ars vivendi

Sehr geehrte Damen und Herren

ARS. Ars! Ein weites Assoziationsfeld öffnet sich im deutschen Vokabular für diesen lateinischen Begriff. Kunst, Geschicklichkeit, Gewandtheit, Handwerk, Kunstgriff, Taktik und List. Kunst und Kunstfertigkeit greifen ineinander. Diese übergreifende Sicht nimmt ein Konzept auf, das wir heute im Berner Jura und in Biel in die Konsultation schicken. Während Jahren hat man zur Stärkung der performativen Künste im französischsprachigen Teil des Kantons Bern und gemeinsam mit dem Kanton Jura um eine neue Spielstätte gerungen. Bedeutende Mittel hätten in eine Infrastruktur gesteckt und danach den Betrieb sicherstellen müssen. Die Politik hat 2010 den Stecker gezogen. Kein neues Theaterhaus im Berner Jura. Bei vielen Kulturschaffenden machte sich Frustration breit. Die Hoffnung auf einen Theaterfrühling hatte sich angesichts der finanziellen Eiszeit und nach Jahren im Ringen um den richtigen Standort und das geeignete Profil zerschlagen.

Ars. ARS! Réseau Arts de la scène, Netzwerk statt Beton heisst die Losung, die der Starre ein Ende bereitet und bei Schaffenden und Veranstaltern neue Hoffnung aufkeimen lässt. Der Genfer Mathieu Menghini, Historiker und Vollprofi im Bereich kultureller Aktionen, beherrscht das Handwerk der Vermittlung à fond. Er hat im Auftrag des Amts für Kultur ein umfassendes Konzept erarbeitet, das neue Wege geht, ohne die Theaterlandschaft der Region umzugraben. Wie ein gewandter Strassenbauer geht er den Höhenkurven entlang, nutzt die Beschaffenheit des Untergrunds und schlägt kühn Brücken, insbesondere über Bezirks- und Kantonsgrenzen hinweg.

Menghinis Konzept liegen die bestehenden Veranstaltungsorte und Kulturinitiativen zu Grunde. Im geografisch stark gekammerten Jura will er die Brennpunkte miteinander verknüpfen und in einen fruchtbaren Austausch bringen. Biel mit seinem Theatersaal Palace und Delémont mit dem geplanten Theaterzentrum CREA spielen genauso Knoten im Netz wie Veranstaltungsorte in Moutier oder Reconvilier und Malleray-Bévilard. Hier wird die Idee des Netzwerks mit Inhalt gefüllt. Theaterschaffende, Produzentinnen, Amateure und Publikum treten miteinander in Austausch, gehen gemeinsam Projekte an und Risiken ein. Ein Theaterbus dynamisiert und informiert das Publikum. Im Zentrum stehen Theater und Tanz, Ausläufer in andere Kultursparten sind gewünscht. Ars ist gefragt, nicht Spezialistentum: die umfassende Sicht auf das kulturelle Schaffen einer ganzen Region und die Kunst, vorhandene Kräfte zu bündeln. Vielleicht ist dies die Art und Weise, mit der wir auch in anderen Regionen des Kantons Bern zu neuen Ufern aufbrechen könnten.

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur

PS. Ich danke für die zahlreichen Hinweise zu weiteren Berner Sternen (Editorial Ausgabe 3/2014). Ein besonders schön leuchtendes Exemplar, das der Sparte "Lebenskunst" zuzuordnen ist, haben wir Gotthelf zu verdanken: "Mahlzeiten sind im Leben, was Sterne am Himmel in einer mondlosen Nacht."


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