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Zweiter Band zur ehemaligen Glashütte von Court erschienen

Glasscherben aus der ehemaligen Waldglashütte von Court, Pâturage de l’Envers BE.

Bild vergrössern Glasfragmente aus der ehemaligen Waldglashütte von Court, Pâturage de l’Envers BE. Bildnachweis: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha.

Bei den Ausgrabungen in Court, Pâturage de l’Envers sind in den Jahren 2000 bis 2004 viele Fragmente von Glasgegenständen, Abfälle der Glasproduktion, aber auch bauliche Strukturen der ehemaligen Glashütte (1699–1714) zum Vorschein gekommen. Durch die wissenschaftliche Auswertung des Fundmaterials können nun Aussagen über das Spektrum der damals hergestellten Glasprodukte, die Machart des Glases sowie über das bauliche System der Schmelz- und Kühlöfen gemacht werden.
Bei über 75 % der Produktion handelt es sich um grünes Glas, das zu einem grossen Teil  zu Fensterglas, und dieses vor allem zu Butzenscheiben verarbeitet wurde. Daneben produzierte die Glashütte auch Apothekergefässe und Trinkgläser, besonders Becher mit Tropfen- oder rundem Warzendekor, aber auch Kelchgläser mit Hohlbalusterschäften nach venezianischem Vorbild. Knapp ein Viertel der Produktion machen farblose Trinkgläser sowie wenige Weinbehälter aus, deren Herstellung in Court jedoch nicht gesichert ist.
Eine spezielle Untersuchung der interdisziplinären Auswertung widmet sich der chemischen Zusammensetzung des Glasmaterials. Von den zwei unterschiedlichen Glassorten, dem traditionell hergestellten blass- bis dunkelgrünen Waldglas und dem farblosen Glas, diente letzteres hauptsächlich zur Herstellung von Tafelgeschirr besserer Qualität. Entsprechend der aufwendigeren Aufbereitung war dieses Glas unter den Funden weit weniger stark vertreten.
Aufgrund der baulichen Anlage und der Verwendung der Baumaterialien konnte auch das thermische System der Glashütte rekonstruiert werden. So wurden der Schmelzofen aus feuerfesten Ziegelsteinen aus Huppererde, die sehr gute thermische Eigenschaften aufweist, und die beiden ihn flankierenden Kühlöfen mit weniger hitzebeständigen Tonziegeln gebaut.
Den beiden Bänden in französischer Sprache über die Glashütte von Court, Pâturage de l’Envers sollen 2014 zwei Katalogbände folgen, die das Keramikensemble (Kühlkeramik und Tafelgeschirr) und die Metall- und Glasfunde ausführlich darstellen. Sie schliessen die Publikation der umfassenden wissenschaftlichen Auswertung ab.

Christophe Gerber et al., Court, Pâturage de l‘Envers : Une verrerie forestière jurassienne du début du 18e siècle. Volume 2 : Des matières premières aux productions. Approches historiques, techniques et archéometriques. Service archéologique du canton de Berne, Berne 2012. 304 pages, 204 illustrations en couleurs. Prix: CHF 46.–. ISBN 978-3-907663-36-3.

Zu beziehen in Buchhandlungen oder bei buch@rubmedia.ch, Tel. 031 380 14 80


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