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Pfahlbauten im Fokus – Kurzfilm und Neuentdeckung

Die urgeschichtlichen Pfahlbauten gehören zu den bedeutendsten Kulturgütern der Schweiz und sind Teil des UNESCO-Welterbes. Jetzt hat die Schweizer UNESCO-Kommission einen Kurzfilm über die Pfahlbauten realisiert. Auch über 150 Jahre nach der Entdeckung der Pfahlbauten kommen überraschende Neufunde hinzu, die es zu erfassen und zu schützen gilt, z.B. im Thunersee.

Kurzfilme zu UNESCO-Welterbe

Eine Reihe von Kurzfilmen gibt neuerdings Antwort auf die Frage, was der aussergewöhnliche, universelle Wert der Welterbestätten in der Schweiz ist. Sie zeigt Menschen, die in einer besonderen Beziehung zu diesen Kulturgütern stehen, und rückt Gegenstände in den Vordergrund, die auf überraschende Weise über die Geschichte dieser Orte erzählen. Ein Film behandelt die «Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen» und umfasst unter anderem Filmmaterial der Tauchequipe des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern aus dem Bielersee. Daneben werden zehn weitere Kulturerbe vorgestellt, darunter auch die Berner Altstadt.
Kurzfilmserie der UNESCO-Kommission

Neuentdeckung im Thunersee

Während die Seeufersiedlungen am Bielersee seit ihrer Entdeckung im 19. Jahrhundert intensiv erforscht worden sind, fehlten – abgesehen von einer Fundstelle in der Stadt Thun – bisher Pfahlbaufunde aus den Oberländer Seen. Dies änderte sich erst vor wenigen Monaten, als ein Sporttaucher dem Archäologischen Dienst spektakuläre Funde aus dem Thunersee übergab. Er hatte sie in den Jahren 1996/97 im Flachwasserbereich entdeckt.

Bei den 45 abgegebenen Objekten handelt es sich um Äxte, Lanzenspitzen, Gewandnadeln und ein reich verziertes Messer sowie Keramikscherben aus der Spätbronzezeit (rund 1000 v. Chr.). Zudem konnte der Sporttaucher aus dem Seegrund herausragende Pfähle beobachten. Daher dürfte es sich um die Hinterlassenschaft eines Dorfes handeln – wahrscheinlich die erste bekannte urgeschichtliche Seeufersiedlung im Thunersee.

Demnächst wird die in Sutz-Lattrigen stationierte Tauchequipe des Archäologischen Dienstes die Fundstelle im Thunersee untersuchen. Dabei geht es unter anderem darum, die Fundmeldung zu überprüfen, die Fundstelle genau zu lokalisieren, Holzproben zur Datierung zu entnehmen und den Zustand des Fundplatzes zu beurteilen. Je nach Gefährdung der Fundstelle durch Erosion muss sie ausgegraben und dokumentiert oder geschützt werden. Erfahrungen und Erkenntnisse dieses Projekts werden zusätzlich in die Planung einer Bestandesaufnahme und Zustandsanalyse der Pfahlbaufundstellen in allen Berner Seen einfliessen.

Neu entdeckt: Auswahl der spätbronzezeitlichen Pfahlbaufunde aus dem Thunersee (Foto Badri Redha, © Archäologischer Dienst des Kantons Bern).

Bild vergrössern Neu entdeckt: Auswahl der spätbronzezeitlichen Pfahlbaufunde aus dem Thunersee (Foto Badri Redha, © Archäologischer Dienst des Kantons Bern).


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