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Der Einbaum von Moosseedorf

Konservierung und Ausstellung eines 6500-jährigen Holzboots

Kürzlich ist der jungsteinzeitliche Einbaum aus Moosseedorf von seiner Konservierung in Mainz in den Archäologischen Dienst des Kantons Bern zurückgekehrt. Das Holzboot soll auf Wunsch der Gemeinde öffentlich zugänglich gemacht werden. Dazu ist eine Ausstellungsvitrine am Ufer des Moossees in nächster Nähe zum Fundort geplant.

Gross war die Freude beim Archäologischen Dienst des Kantons Bern als Ende September der 2011 gefundene Einbaum aus Moosseedorf von seiner Konservierung in Mainz zurückkehrte. Aufgrund seiner Grösse musste das Holzboot ins Römisch-Germanische Zentralmuseum, Forschungsbereich für Antike Schifffahrt, gegeben werden, wo Spezialisten in einem mehrjährigen Prozess das Wasser im durchfeuchteten Holz durch eine Kunstharzlösung ersetzten. Damit ist die Struktur des Holzes nun so weit gefestigt, dass sich das Boot ausstellen lässt.

Die Gemeinde Moosseedorf und der Archäologische Dienst wollen den konservierten Einbaum öffentlich zugänglich machen. Zusammen mit einem Renaturierungsprojekt soll der ausgestellte Einbaum seinen Fundort am Ufer des Moossees aufwerten. Der Gestaltungsplan des Architektur- und Szenografiebüros groenlandbasel GMBH sieht für die Inszenierung des Holzboots eine freistehende Vitrine vor. Darin soll auch die lange Geschichte des Lebensraums am Moossee vermittelt werden.

Der jungsteinzeitliche Siedlungsplatz am Moossee ist seit seiner Entdeckung vor gut 160 Jahren eine wichtige Referenzstation der schweizerischen Urgeschichte. Anlässlich der jüngsten Rettungsgrabung im Strandbad Moosseedorf im Jahr 2011 wurde auch der Einbaum gefunden. Er ist fast vollständig erhalten, nur Teile des Bugs und des Hecks fehlen und die rechte Bordwand ist gegen innen gefaltet. Das Boot stammt gemäss C14-Datierungen aus der Mitte des 5. Jahrtausends v. Chr. und ist somit eines der ältesten Wasserfahrzeuge der Schweiz.

Der konservierte Einbaum ruht zurzeit auf einem Metallgestell im Funddepot des Archäologischen Dienst des Kantons Bern. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Sarah Obrecht

Bild vergrössern Der konservierte Einbaum ruht zurzeit auf einem Metallgestell im Funddepot des Archäologischen Dienst des Kantons Bern. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Sarah Obrecht

Visualisierung der Ausstellungsvitrine. Sie imitiert einen Einbaum, der in Richtung Wasser getragen wird. © groenlandbasel, Basel

Bild vergrössern Visualisierung der Ausstellungsvitrine. Sie imitiert einen Einbaum, der in Richtung Wasser getragen wird. © groenlandbasel, Basel


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